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End of Watch

End of Watch

Drama. USA 2012. 109 Minuten.

Regie: David Ayer
Mit: Jake Gyllenhaal, Michael Peña

Zwei Cops im gefährlichsten Viertel von L.A. Zwischen Drogenkartellen, Bandenkriegen und schlimmerem könnte jede Schicht ihre letzte sein. Jake Gyllenhall und Michael Peña im zur Zeit wahrscheinlich härtesten und glaubwürdigsten Cop-Movie.

Filmstart: 21. Dezember 2012

Mean Streets. Der Walk of Fame, Rote Teppiche und Superstars auf Filmpremieren? Davon ist man in South Central Los Angeles so weit entfernt wie ein Tretboot auf der Alten Donau von der Queen Mary. Das fast ausschließlich von Latinos und Schwarzen bewohnte South Central ist ein Synonym für Gewalt, Drogen und Bandenkriminalität, weshalb der berüchtigte Stadtteil südlich von Downtown L.A. 2003 offiziell in South Los Angeles umbenannt worden ist. Den schlechten Beigeschmack von South Central hat die Gegend freilich behalten.
Jump'n'Run'n'Shoot. Wie sich der Alltag als Cop anfühlt, der Tag für Tag, Schicht über Schicht in seinem Streifenwagen durch diesen Hexenkessel cruist, das vermittelt End of Watch dermaßen gut, dass der Film streckenweise nicht leicht zu ertragen ist. Routineeinsätze gibts hier nicht. Eine Verkehrskontrolle? Nicht unwahrscheinlich, dass der Fahrer lieber schießt, anstatt irgendwelche Papiere auszuhändigen. Eine Mutter meldet das Verschwinden ihrer zwei kleinen Kinder? Die Frau entpuppt sich als hysterischer Junkie in einem völlig verwahrlosten Haus - das Baby und das Kleinkind finden die Cops gefesselt und weggesperrt in einem Kasten. Zum Kotzen, aber letztlich harmlos im Vergleich zu dem, über das die Officers Brian Taylor (Jake Gyllenhaal) und Mike Zavala (Michael Peña) eines Tages eher zufällig stolpern. Und womit sie Ereignisse in Gang setzen, über die sie unmerklich die Kontrolle verlieren.
Bis zum bitteren Ende. Taylor und Zavala sind Partner und beste Freunde, hundertprozentig für einander da, ob in Uniform oder bei einem von Zavalas ausschweifenden Familienfesten. Es gibt Zores mit Kollegen, auf Streife werden dumme Witze gerissen und in einem Bruchteil von Sekunden Entscheidungen über Leben und Tod getroffen. Zavala wird Vater werden, Taylor wird Janet (Anna Kendrick) heiraten, es wird der Satz fallen: "Wir sind Cops. Jeder will uns abknallen." Und es wird zum großen Showdown kommen.

Kamera läuft. David Ayer, hier Regisseur, Autor und Produzent, hat schon mit dem Drehbuch zum ultraharten Cop-Thriller Training Day (verfilmt mit Denzel Washington und Ethan Hawke) für Furore gesorgt. Mit End of Watch setzt er in puncto Realismus noch ordentlich eins drauf und lässt den Irrsinn der Straßen von South Central praktisch ungefiltert aufs Publikum los. Auch, weil er in allen möglichen und unmöglichen Situationen kleine, mobile Kameras einsetzt, die förmlich an den Protagonisten kleben. Gyllenhaal und Peña gehen zudem völlig in ihren Rollen auf, zeigen Tyler und Zavala nicht als Helden oder mutwillige Draufgänger, sondern als ehrliche, ehrgeizige Cops, bedingungslose Freunde und Familienmenschen, die in einem Revier Dienst schieben, das keine Fehler verzeiht.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel End of Watch
Originaltitel End of Watch
Genre Drama
Land, Jahr USA, 2012
Länge 109 Minuten
Regie David Ayer
Drehbuch David Ayer
Kamera Roman Vasyanov
Schnitt Dody Dorn
Musik David Sardy
Produktion David Ayer, Matt Jackson, John Lesher
Darsteller Jake Gyllenhaal, Michael Peña, Anna Kendrick, David Harbour, Frank Grillo, Natalie Martinez, America Ferrera, Cody Horn, Maurice Compte, Diamonique
Verleih Tobis

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

Erstklassiger Copfilm mit harter Action und etwas Humor

Der Film wird zu einem großen Teil aus der Digicam-Perspektive gezeigt, was ihm einen zusätzlichen Schuss Realismus verleiht. Viele Szenen sind schon recht brutal, zuweilen war ich sehr geneigt, weg zu sehen, doch die Realität ist nicht immer schön, die Szenen rütteln wach, machen nachdenklich.
Ich finde den Film sehr gut umgesetzt, die Schauspieler sind erstklassig, die Dialoge in der deutschen Version durchaus gut.
Wer nicht allzu zart besaitet ist, sollte sich den Film unbedingt ansehen.

20. Dezember 2012
23:03 Uhr

von Greg

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