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The Master

The Master

Drama. USA 2012. 144 Minuten.

Regie: Paul Thomas Anderson
Mit: Philip Seymour Hoffman, Joaquin Phoenix, Amy Adams

Ein reichlich durchgeknallter 2WK-Veteran (Joaquin Phoenix) gerät an einen charismatischen Sektengründer (Philip Seymour Hoffman) - der Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft. Mehrfach ausgezeichnete Charakterstudie von Paul Thomas Anderson (Magnolia, There Will Be Blood).

Filmstart: 22. Februar 2013

Der Zweite Weltkrieg hat viel Leid, Zerstörung und Verwüstung hinterlassen. Auch in der Seele von Freddie Quell (Joaquin Phoenix), der sich im neuen, friedlichen Amerika nicht wirklich zurechtfindet. Er säuft alles, was er in die Finger kriegt, bumst alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist - und ist trotz seines recht annehmbaren Äußeren und unübersehbaren Charismas sozial nicht so der Experte.
Als er wiedermal einen Job verliert - als Kaufhaus-Porträtfotograf hat er sich mit einem Kunden angelegt, bis der heftig blutend am Boden lag - kommt er als Erntehelfer auf einer Kohlfarm unter. Doch als er einen der älteren Kollegen mit seinem selbstgebrauten "Spezialcocktail" beglückt und dieser daraufhin stirbt, wird er wieder davongejagt.
Freddie treibt sich herum. Eines Abends schleicht er sich, natürlich wieder stockbesoffen, auf eine vor Anker liegende Jacht. Der Besitzer des stolzen Schinakels ist ein gewisser Lancaster Dodd (Philip Seymour Hoffman), der von dem auffälligen blinden Passagier seltsam fasziniert ist. Dodd hat aber auch eine Schwäche für Sonderlinge. Er ist der Gründer einer Bewegung, die er The Cause, also in etwa Das Anliegen nennt, und die er als Heilsbringer für eine gesunde, reine Seele sieht. Der verhaltensauffällige Freddie ist ein willkommenes Testobjekt für Dodds therapeutische Gesprächs-Sessions, in denen er immer tiefer in Freddies Geschichte eindringt - und diesen mit scheinbar merkwürdigen Fragen auch ziemlich verwirrt. Aber Freddie hat nun bei Dodd sowas wie Familienanschluss gefunden und sieht sich - sehr zum Unbill von Dodds gestrenger Ehefrau Peggy (Amy Adams) - bald als wichtigstes Mitglied von The Cause. Doch Dodd kann den explosiven Charakter seines Schützlings nicht lange in Zaum halten …

Auch wenn sich Paul Thomas Anderson für sein lang erwartetes neues Werk von der Geschichte der Scientology-Sekte und ihres notorisch eigenartigen Gründers L. Ron Hubbard inspirieren ließ, betont der Filmemacher, dass The Master keineswegs eine realistische Darstellung der Tatsachen ist, sondern ein fiktives Porträt zweier außergewöhnlicher Charaktere. In jedem Fall ist The Master ein gewaltiges Stück Kino, das vor allem durch das perfekte Schauspielhandwerk der Hauptdarsteller und die überbordende Kinomatografie lebt und atmet.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel The Master
Originaltitel The Master
Genre Drama
Land, Jahr USA, 2012
Länge 144 Minuten
Regie Paul Thomas Anderson
Drehbuch Paul Thomas Anderson
Kamera Mihai Malaimare Jr.
Schnitt Leslie Jones, Peter McNulty
Musik Jonny Greenwood
Produktion Paul Thomas Anderson, Megan Ellison, Daniel Lupi, Joanne Sellar
Darsteller Philip Seymour Hoffman, Joaquin Phoenix, Amy Adams, Price Carson, Madisen Beaty, Laura Dern, David Warshofsky, Amy Ferguson, Jesse Plemons, Ambyr Childers, Rami Malek
Verleih Constantin Film

2 Kommentare

Sekten - Kulte - Misshandelnde Gruppen

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15. Februar 2013
19:01 Uhr

von LConBlubbard

Zwei Meister ihres Fachs

Joaquin Phoenix ist beängstigend gut als leicht manipulierbarer Kriegsveteran, Philip Seymou Hoffman ist als Verführer nicht weniger charismatisch. Schade, dass die beiden beim Oscar leer ausgegangen sind.

26. Februar 2013
16:40 Uhr

von Troublemaker

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