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Arbitrage

Arbitrage

Thriller. USA 2012. 107 Minuten.

Regie: Nicholas Jarecki
Mit: Richard Gere, Susan Sarandon, Tim Roth

Ein mit allen Wassern gewaschener Hedge-Fonds-Manager vor der finanziellen und familiären Talfahrt: eleganter Indie-Thriller von Newcomer Nicholas Jarecki voll schmutziger Tricks und bester Absichten und mit einem überragenden Richard Gere.

Filmstart: 15. Februar 2013

So kann der Schein trügen. Nach außen hin könnte es für den angesehenen Hedge-Fonds-Manager Robert Miller (Richard Gere) gar nicht besser laufen. Seine ganze Familie, von der eleganten Ehefrau (Susan Sarandon) bis zu den entzückenden Enkelkindern, hat sich versammelt, um den 60. Geburtstag des smarten Geschäftsmannes zu feiern. Finanziell und persönlich blickt Miller in eine rosige Zukunft: Sobald er seinen Fonds mit sattem Gewinn veräußert hat, wird er sich zur Ruhe setzen und an Stelle von Business-Trips ausgedehnte Reisen mit seiner Frau unternehmen.
Was zu schön klingt, um wahr zu sein, ist es auch. Miller hat sich mit einer todsicheren Investition saftig verspekuliert, nur mit frisierten Büchern und einer längst überfälligen Anleihe konnte er den Ruin - und eine Anklage wegen Betruges - bisher vermeiden. Der Verkauf seines Fonds, bevor die Malversationen bekannt werden, wäre die einzige Rettung. Doch der potentielle Käufer ziert sich mit der Vertragsunterzeichnung ...
Geschäftsmänner in solch heiklen Situationen sind ja prädestiniert dafür, Entspannung in den Armen einer verständnisvollen Geliebten zu finden. Miller hat nicht ganz so viel Glück: Während einer nächtlichen Autofahrt mit seinem Pantscherl Julie (Laetitia Casta) verursacht er einen Unfall, den Julie nicht überlebt. Miller selbst ist zwar angeschlagen, aber noch nicht endgültig KO. Es gibt keine weiteren Beteiligten, keine Zeugen, Miller muss sich entscheiden, und zwar rasch: Das Bekanntwerden seiner Beteiligung an diesem Unfall hätte einen öffentlichen Skandal zur Folge, der rettende Deal wäre geplatzt, sein Betrug würde auffliegen und ihn ins Gefängnis bringen, tausende Anleger würden ihr Geld verlieren. Das bringt Julie auch nicht mehr ins Leben zurück. Also vertuschen. Jemand wie Miller hat gute Verbindungen, hervorragende Anwälte, Menschen, die ihm Gefallen schulden, loyale Gefolgsleute. Und ein dickes Bankkonto.
Det. Bryer (Tim Roth) braucht nur ein paar Stunden, dann steht er bei Miller auf der Matte. Er stellt die richtigen Fragen, er zieht die richtigen Schlüsse, und er würde seinen rechten Arm geben, um diesen Geldsack zu kassieren. Doch er hat keine Beweise. Noch nicht.

Ehrlich währt am längsten ist nicht gerade das Motto dieses geschickt konstruierten und bis in die Nebenrollen toll besetzten Katz-und-Maus-Spiels des jungen New Yorkers Nicholas Jarecki. Richard Gere (Globe-nominiert) überzeugt als ambivalenter Machtmensch, der kräftig austeilt aber ebenso einstecken kann, und zunehmend damit beschäftigt ist, nicht die Kontrolle zu verlieren. Lügen, betrügen, überleben, ist seine Devise. Oder, wie Ernst Hinterberger so schön gesagt hat: Wer heikel ist, bleibt übrig.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Arbitrage
Originaltitel Arbitrage
Genre Thriller
Land, Jahr USA, 2012
Länge 107 Minuten
Regie Nicholas Jarecki
Drehbuch Nicholas Jarecki
Kamera Yorick Le Saux
Schnitt Douglas Crise
Musik Cliff Martinez
Produktion Laura Bickford, Justin Nappi, Robert Salerno, Kevin Turen
Darsteller Richard Gere, Susan Sarandon, Tim Roth, Brit Marling, Laetitia Casta, Nate Parker, Graydon Carter, Bruce Altman, Monica Raymund
Verleih Polyfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

Tim Roth - Lie to me

Abgesehen davon, dass er quasi seine Rolle aus Lie to Me fortsetzt (eh fein, die Serie hätte ruhig noch weitergehen können), ist Tim Roth das Highlight dieses ansonsten etwas zachen Thrillers.

12. Februar 2013
16:26 Uhr

von Haubenkoch

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