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Quartett

Quartet

Tragikomödie. GB 2012. 98 Minuten.

Regie: Dustin Hoffman
Mit: Maggie Smith, Billy Connolly, Pauline Collins, Tom Courtenay

Misstöne im Musiker-Ruhestand. In seinem Regiedebüt dirigiert Dustin Hoffman ein spielfreudiges Ensemble aus britischen Bühnen- und Filmlegenden durch eine kurzweilige Story um Diven, gebrochene Herzen und Verdis Geburtstag.

Filmstart: 25. Januar 2013

Turbulent gehts im Beecham House, einer noblen britischen Altersresidenz für klassische Musiker und Sänger, schon beim Frühstück zu, wenn Wilf (herrlich ungezogen: der Schotte Billy Connolly), wie jeden Morgen, der Bedienung unmissverständliche Avancen macht. Wilf ist der liebenswerte Lausbub von Beecham, ein lauter, frecher Schlawiner, der heimlich raucht und säuft und egoistisch genug ist, sich im Speisesaal immer den besten Platz am Fenster zu angeln. Lebhaft werden die hier wohnhaften älteren Herrschaften aber auch, wenn sich Sänger und Streicher oder Solisten und Choristen über ihr jeweils leidenschaftlich verteidigtes Metier in die Haare kriegen und Zampano Cedric Livingstone (Michael Gambon) ein Machtwort brüllen muss. Oder es versucht - denn ständig vergisst er, was er gerade Wichtiges zu sagen hätte.
An einem weiteren schönen, von Musik erfüllten Tag in Beecham geht die Neugier um: Eine neue Mitbewohnerin wird erwartet - sehr berühmt soll die Dame sein. Die grundgute, schon ein bisschen vergessliche Cissy (Pauline Collins) fällt fast aus ihren Patschen, als sie DER britischen Opern-Diva gegenübersteht: Jean Horton (Maggie Smith)! Auch Reg (Tom Courtenay) trifft fast der Schlag: Ausgerechnet unter einem Dach mit seiner Ex-Frau, die ihm das Herz gebrochen, was heißt: geradezu herausgerissen hat, soll er seinen Lebensabend verbringen?
Lang, lang ists her: Einst sind Jean, Wilf, Reg und Cissy gemeinsam auf der Bühne gestanden, ihre Interpretation des Quartetts aus Rigoletto ist legendär. Und so kommt schnell das Naheliegende zur Sprache, wo doch das alljährliche Konzert anlässlich von Verdis Geburtstag ansteht: Jetzt, wo die Vier wieder vereint sind, so könnten sie doch noch einmal gemeinsam auftreten. Cissy ist begeistert, Wilf sowieso für alles zu haben, Reg fügt sich fassungs- und willenlos in sein Schicksal - nur Jean spielt nicht mit. Sie wird sich hüten, ihr makelloses Image anzukratzen und singen, wo doch die Stimme längst alt geworden ist. Um Jean möglicherweise doch noch umzustimmen, muss nicht nur Wilf alle Register ziehen. Auch Reg wird sich seiner Vergangenheit mit der Ex stellen müssen ...

The show must go on. Mit seinem Regiedebüt feiert Dustin Hoffman, 75, die Lust am Leben, an der Musik und an der Liebe. Maggie Smith gibt die straubtrockene Primadonna, wunderbar um den Finger gewickelt vom sympathischen Schlingel Billy Connolly: berührend-witziges Kino für junge und alte Erwachsene.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Quartett
Originaltitel Quartet
Genre Tragikomödie
Land, Jahr GB, 2012
Länge 98 Minuten
Regie Dustin Hoffman
Drehbuch Ronald Harwood basierend auf seinem eigenen Theaterstück
Kamera John de Borman
Schnitt Barney Pilling
Musik Dario Marianelli
Produktion Finola Dwyer, Stewart Mackinnon
Darsteller Maggie Smith, Billy Connolly, Pauline Collins, Tom Courtenay, Michael Gambon, Andrew Sachs, Sheridan Smith
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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