Filminfo zu

Carrie

Carrie

Horror. USA 2013. 100 Minuten.

Regie: Kimberly Peirce
Mit: Chloë Grace Moretz, Julianne Moore

Es wird Feuer regnen: Ein junges Mädchen rächt sich fürchterlich für das Mobbing an seiner High School. Chloë Grace Moretz, Julianne Moore und Regisseurin Kimberly Peirce wagen eine Neuverfilmung des Coming-of-Age-Horrorklassikers von Stephen King - mit noch mehr Blut in allen Aggregatzuständen!

Filmstart: 6. Dezember 2013

Spätestens, wenn ein Mädchen zur Frau wird, wird sie den Männern unheimlich. Sie blutet einmal im Monat, ihr werden Stimmungsschwankungen nachgesagt, sie braucht seltsame Hygieneprodukte und hat mit einem Mal körperliche Fähigkeiten - Kinderkriegen!! -, die im Grunde total unverständlich sind. Wer weiß, was die noch alles kann!
Carrie White (Chloë Grace Moretz) ist ein schüchterner, ängstlicher Teenager. Schuld ist daran ihre Mama Margaret (Julianne Moore). Weil Carrie die Frucht eines von der Kirche nicht autorisierten Zusammenseins war, wollte Margaret das Neugeborene töten - und brachte es dann doch nicht fertig. Mit viel Gebet und noch mehr Disziplin hat Margaret das Kind herangezogen, jeden Tag den Sündenfall fürchtend. Hat Carrie etwas falsch gemacht, kommt sie in die strenge Kammer zum Kruzifix, wo sie gefälligst zu bereuen hat, während Mama sich um die Wäsche kümmert und geistliche Lieder summt. Nein, Erwachsenwerden im Hause White ist kein Ponyhof.
Doch die Natur ist nicht aufzuhalten - und damit die Tragödie: Nach dem Schwimmen stellt Carrie eines Tages fest, dass sie zu bluten begonnen hat. Von ihrer Mutter nie über die körperlichen Veränderungen in der Pubertät aufgeklärt, fürchtet sie um ihr Leben - während ihre Mitschülerinnen sie auslachen, mit Handys filmen und sie mit Tampons bewerfen. Erst das Eingreifen der Sportlehrerin Miss Desjardin (Judy Greer) stoppt die fiesen Mädchen.
Die Erklärungen der netten Lehrerin beruhigen Carrie nur unzureichend, zumal das Anti-Mobbing-Gespräch im Büro des verklemmten Herrn Direktors (Barry Shabaka Henley) stattfindet, der die Worte Mmmmmenstruation, Ppppperiode oder Mmmmmonatsblutung ums Verrecken nicht auzusprechen schafft. Carrie ist aufgewühlt, und als plötzlich der Wasserspender explodiert, sind alle nur noch mehr mit den Nerven runter. Daheim wirft Carrie ihrer Mutter vor, sie nicht vorgewarnt zu haben, worauf sie wieder einmal ins Kammerl gesperrt wird - und da passiert das Verrückte: In dem Moment, als Carrie eine Mischung aus Zorn und Hilflosigkeit verspürt, bricht das Holz der Tür entzwei. Was hat es auf sich mit diesem Phänomen?

"Stephen King hat als Schulwart an einer High School gearbeitet, und da hing in der Mädchenumkleidekabine ein Tamponautomat an der Wand", erzählt Julianne Moore: "Er ging heim und fragte seine Frau: "Warum hängt da dieser Automat?" Klar, dass im Hirn eines intelligenten, aber eben doch männlichen Schriftstellers sofort die Rädchen ins Laufen kommen: Was das für ein Schreck sein muss, wenn ein Mädchen ihre Regel kriegt, ohne zu wissen was da vorgeht! Und so schrieb er mit Carrie eine seiner berühmtesten Horrorgeschichten, die 1976 von Brian De Palma verfilmt wurde, mit Sissy Spacek als Carrie und Piper Laurie als fanatisch religiöse Mutter Margaret.
Es ist eine zeitlos beklemmende Geschichte um Mobbing, Pubertät und um Telekinese - denn wie Carrie bald entdeckt, gehen die unerklärlichen Phänomene, die in ihren emotionalsten Momenten passieren, von ihr selbst aus. Hüte sich also, wer dieses Mädchen zu demütigen versucht ...

Gibt es ein Remake von einem Film dieser Bedeutung, braucht es Leute mit Gespür fürs Original und genug Persönlichkeit, um ihre eigene Version der Geschichte zu erzählen: Regisseurin Kimberly Peirce (Boys Don't Cry, 1999) bringt eine neue Sicht auf die gruselig enge Mutter-Tochter-Beziehung. Julianne Moore ist schlicht grandios als irres Muttertier. Und Chloë Grace Moretz als Carrie ist sowieso ein Glücksgriff: Die Unschuld ihres Gesichts und schließlich der gerechte Zorn, mit dem sie schreckliche Rache übt, sind so unmittelbar, dass es unmöglich ist, sich dem Grauen des blutigen Finales zu entziehen. Wer das Original kennt, hat eine Idee davon, was mit jenen passiert, die Carrie Unrecht getan haben, doch sich die modernisierte Version anzusehen zahlt sich schon allein wegen der ganz speziellen Schlussszene aus. Und wer Carrie noch nie begegnet ist, wird dieses Mädchen nach diesem Film nie wieder vergessen.

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Carrie
Originaltitel Carrie
Genre Horror
Land, Jahr USA, 2013
Länge 100 Minuten
Regie Kimberly Peirce
Drehbuch Lawrence D. Cohen, Roberto Aguirre-Sacasa basierend auf dem Roman von Stephen King
Kamera Steve Yedlin
Schnitt Lee Percy, Nancy Richardson
Musik Marco Beltrami
Produktion Kevin Misher
Darsteller Chloë Grace Moretz, Julianne Moore, Judy Greer, Gabriella Wilde, Judy Greer, Alex Russell
Verleih Sony

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.