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Maniac

Maniac

Horror. Frankreich, USA 2012. 93 Minuten.

Regie: Franck Khalfoun
Mit: Elijah Wood, Nora Arnezeder

Ein irrer Schaufensterpuppenhersteller auf der Jagd nach Mädels aus Fleisch und Blut - und deren Skalp: Hollywood-Schnucki Elijah Wood (Der Herr der Ringe) als jungenhafter Killer auf den Spuren von Norman Bates. Hier hat die gute Erziehung eindeutig versagt!

Filmstart: 27. Dezember 2012

Ein netter Kerl, möchte man meinen: Frank (Elijah Wood), ein schüchterner wie einsamer junger Mann, der mit der Reparatur von Schaufensterpuppen in Los Angeles sein Dasein fristet. Das Geschäft hat er von seiner Mutter geerbt, die sich mehr mit Kerlen herumtrieb, als sich um ihren Sohn zu kümmern. Der scheint als junger Mann mit seinen Puppen glücklicher zu sein als mit echten Menschen. Als eines Tages die junge attraktive Künstlerin Anna (Nora Arnezeder) vor seiner Tür steht, weil sie seine Puppen fotografieren will, hat Frank keine Ahnung, wie er mit seinen aufkeimenden Gefühlen umgehen soll. Schließlich liegt doch seine wahre Fingerfertigkeit vor allem darin, nachts junge Frauen blutig niederzumetzeln und sie zu skalpieren, um mit ihren Haaren und ihrer Kleidung seine Puppen zu verzieren und ihnen damit, wie er glaubt, Leben einzuhauchen. Und die liebe Anna hat keine Ahnung, dass sie nicht nur Material für ihre nächste Installation aufstellt, sondern gerade Freundschaft mit einem irren Psychopathen schließt. Hätte sie doch bloß ein Auge für die Fliegen, die schon über den Plastikdamen kreisen …

Der Original-Maniac sorgte 1980 in den USA für Splatter-Furore. Noch heute sind Gore-Fans höchst begeistert von der Kult-Vorlage, die Horror-Fan und Hardcore-Porno-Regisseur William Lustig schuf. Ein völlig durchgeknallter Serienkiller, blutrauschiger Voyeurismus, verstümmelte Opfer, Leichen vom großartigen Splatter-Maskenbildner Tom Sorvini, alles da. Die Neuverfilmung ist Teil der blutigen Früchte der französischen Gore-Bewegung, die gerade auf die USA überschwappt: Regisseur Franck Khalfoun führte bereits beim Parkhaus-Splatter P2 Regie, er arbeitet nach einem Drehbuch von Alexandre Aja, der seiner eigenen Horrorbegeisterung bereits mit einem Remake von Wes Cravens The Hills Have Eyes frönte. Eine echte Filmgeek-Partie also, die da am Werk ist. Und die meint das ernst: Sogar der Soundtrack erinnert an die schrulligen Industrial-Soundtracks des horriblen Originals. Mit Elijah Wood ist ein echter Besetzungscoup gelungen: Der Star der Der Herr der Ringe-Trilogie, der auch in Indie-Filmen wie Alles ist erleuchtet sowie als Nebenrollen-Killer in Sin City glänzte, kanns nicht nur heldenhaft, sondern auch ganz schön furchteinflößend - und mit Nora Arnezeder gibt entzückender französischer Schauspielnachwuchs die blond-blutige Herzensdame.

Nun lässt sich berechtigt fragen: Braucht die Welt einen neuen Serien-Killer-Splatter-Film? Wir sagen: Ja, natürlich! Und auch wenn die Warnung wirklich ausgelutscht ist: Dieser Film ist nichts für schwache Nerven. Ehrlich. Sagt nicht, wir hätten euch nicht gewarnt.

Text:  Julia Pühringer

Credits

Titel Maniac
Originaltitel Maniac
Genre Horror
Land, Jahr Frankreich/USA, 2012
Länge 93 Minuten
Regie Franck Khalfoun
Drehbuch Alexandre Aja, Gregory Levasseur, C.A. Rosenberg basierend auf dem Drehbuch zu Maniac von Joe Spinell
Kamera Maxime Alexandre
Schnitt Franck Khalfoun, Baxter
Musik Rob
Produktion Alexandre Aja, Thomas Langmann, Gregory Levasseur, William Lustig
Darsteller Elijah Wood, Nora Arnezeder, Liane Balaban, America Olivo
Verleih Thimfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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