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Pacific Rim

Pacific Rim

Action, Science-Fiction. USA 2013.

Regie: Guillermo del Toro
Mit: Idris Elba, Rinko Kikuchi, Charlie Hunnam

Wenn Naturgewalten aufeinanderprallen: Der mexikanische Regie-Phantast Guillermo del Toro (Hellboy, Pans Labyrinth) schickt im gewaltigsten Science-Fiction-Abenteuer des Jahres Riesenroboter in einen epischen Kampf mit gigantischen Meereskreaturen. Mittendrin im Monster Brawl: die TV-Serienhelden Idris Elba (The Wire, Luther) und Charlie Hunnam (Sons of Anarchy).

Filmstart: 18. Juli 2013

Seltsam, aber wahr: So gewissenhaft untersucht das uns unmittelbar umgebende Universum auch sein mag, so schlecht ausgeleuchtet ist im Gegensatz dazu noch vieles, was da auf unserem Heimatplaneten in Tausenden Metern Meerestiefe lauert. Dass dies nicht unbedingt etwas Erfreuliches sein muss, legt Pacific Rim nahe: In eben jenem Pazifischen Raum lassen sich nämlich beängstigende Entwicklungen beobachten, als sich am Meeresgrund an allen Ecken und Enden gewaltige Spalten auftun. Es sind dies Portale zu einem Antiversum, denen riesige Viecher mit unbändigem Zerstörungswillen entsteigen. Nach und nach machen sich diese Kaiju genannten Kreaturen über Großstädte von San Francisco bis Manila her und hinterlassen nicht viel mehr als Schutt und Asche. Zwar können die Monster letztlich unter Aufbietung aller verfügbaren militärischen Mittel bezwungen werden, auf Dauer scheint der Kampf für die Menschen aber nicht zu gewinnen zu sein.

Nach dem Credo "Um die Monster bekämpfen zu können, müssen wir selber Monster schaffen" wird von den Regierungen des Planeten ein radikales und in dieser Größenordnung noch nie dagewesenes Programm initiiert. Mit immensem Ressourceneinsatz werden sogenannte Jaeger gebaut - hochhaushohe Kampfroboter, die von je zwei Piloten gesteuert werden, deren Gehirne über eine Neuronenbrücke gekoppelt sind. Zwar scheint man so den Kaijus damit anfangs tatsächlich effektiv Einhalt gebieten zu können, steigert in Wahrheit aber nur deren Zorn: die Attacken fallen nun nur noch heftiger aus. Die Stimmung in der schwer durchgebeutelten Bevölkerung kippt daraufhin, dem Pan Pacific Defense Corps wird jeder finanzielle Support gestrichen. Fortan müssen die Jaeger-Einheiten als eine Art Untergrund-Armee agieren: Der Ex-Militär Stacker Pentecost (Idris Elba, Luther) versammelt dafür in der einen noch intakten Kommandozentrale in Hongkong einige verbliebene Wagemutige aus den USA und Russland, Australien und China - unter ihnen auch das aus unterschiedlichen Gründen vom Kaiju-Krieg traumatisierte Gespann aus dem Ex-Jaeger-Meister Raleigh Becket (Charlie Hunnam, Sons Of Anarchy) und der Piloten-Novizin Mako Mori (Rinko Kikuchi, Babel) -, auf dass diese in eine allesentscheidende letzte Schlacht ziehen mögen ...

Als glückliche Fügung darf man es im Nachhinein betrachten, dass Guillermo del Toro seine geplanten Hobbit-Adaptionen wieder an Peter Jackson abgegeben hat. So konnte der Film-Visionär (Pans Labyrinth) die beim Vorbereiten solcher Mega-Blockbuster gewonnenen Erkenntnisse für die fast 200 Millionen Dollar schwere Leinwand-Erfüllung eines persönlichen Bubentraums einsetzen: seine seit deren Dauerrotation im mexikanischen Seventies-TV so hochverehrten Roboter und Meereskreaturen in epischen Schlachten zu Land und zu See gegeneinander antreten zu lassen. Wiewohl man solche Monster Brawls freilich auch schon aus B- und C-Movies à la Godzilla vs. MechaGodzilla oder dem nicht gerade unähnlichen Anime-Erfolg Neon Genesis Evangelion kennen könnte, so macht es freilich noch mal einen großen Unterschied, diese von einem Virtuosen wie del Toro serviert zu bekommen. Dem merkt man die Liebe zu seinen Figuren, menschlich wie monströs, denn auch in jeder Sekunde an - und sei jene noch so vollgepackt mit Effektzauberei. Um die in Materialschlachten dieser Preisklasse oft verschütt gehenden magischen Momente braucht einem dabei sowieso nicht bange zu sein - sie sind das Öl, das del Toros mächtige Monstermaschinerie erst richtig ins Laufen bringt. Pacific Rim ist wie seine Kreaturen eine ungezähmte, aber eben auch anmutige Bestie von einem Actionfilm, ein Naturereignis, das einen umbläst wie womöglich nix mehr sonst in diesem Kinojahr.

Text:  Christoph Prenner

Credits

Titel Pacific Rim
Originaltitel Pacific Rim
Genre Action/Science-Fiction
Land, Jahr USA, 2013
Regie Guillermo del Toro
Drehbuch Travis Beacham, Guillermo del Toro
Kamera Guillermo Navarro
Schnitt Peter Amundson, John Gilroy
Musik Ramin Djawadi
Produktion Jon Jashni, Mary Parent, Thomas Tull
Darsteller Idris Elba, Rinko Kikuchi, Charlie Hunnam, Ron Perlman, Clifton Collins Jr., Charlie Day, Robert Maillet, Burn Gorman, Robert Kazinsky
Verleih Warner

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