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Elysium

Elysium

Action, Science-Fiction. USA 2013.

Regie: Neill Blomkamp
Mit: Matt Damon, Jodie Foster

In einer nicht allzu fernen Zukunft lebt eine verwöhnte Elite in sorglosem Luxus in einem utopischen Wolkenkuckucksheim, der Rest der Menschheit schuftet, lückenlos kontrolliert von einer autoritären Regierung, auf der fast zerstörten Erde. Doch dann lässt sich ein Mann über eine futuristische Schlepper-Organisation nach Elysium einschleusen, um die himmlische Ordnung zu zerstören … Grandios inszeniertes Sci-Fi-Action-Epos von Neill Blomkamp (District 9) mit Matt Damon, Jodie Foster und Sharlto Copley.

Filmstart: 15. August 2013

Elysium (eigentlich: Elysion, Elysium ist Latein) nannten die alten Griechen ihre Vorstellung vom Paradies. Paradiesisch hat es sich auch die Elite der Zukunft eingerichtet: Im Jahr 2154 schwebt die riesige Raumstation Elysium hoch über der Erde, in der einige wenige Superreiche zuhause sind - in traumhaftem Luxus und für immer jung und gesund dank hochentwickelter Medizin.

Dieses Paradies erhält sich natürlich nicht von alleine, sondern durch gnadenlose Ausbeutung der letzten Ressourcen der Erde und ihrer Bewohner. Armut, Kriminalität und schlechte medizinische Versorgung prägen das Leben der Leute "unten". Klar, dass immer wieder welche versuchen, nach Elysium zu gelangen - doch die Sicherheitsvorkehrungen, gestützt durch ein hochentwickeltes Computersystem, sind extrem; zudem gibts für Illegale und deren Helfer drakonische Strafen. Dafür sorgt eine mächtige Regierung mit Hardlinern wie der Ministerin Delacourt (Jodie Foster), die sich nicht immer der feinsten Mittel bedient.

Schicksale wie die von Max (Matt Damon) sind für sie völlig irrelevant. Max lebt in einer grindigen Wellblechhütte in einer riesigen Favela und schuftet in einer Roboter-Fabrik. Mit seiner unangepassten Art eckt er immer wieder an - die Roboter-Wesen, die auf der Erde die Menschen in Schach halten, tolerieren keinerlei Abweichung von der Norm. Als Max einer dieser Zwischenfälle sogar ins Krankenhaus bringt, trifft er seine Jugendliebe Frey (Alice Braga) wieder, die hier als Krankenschwester arbeitet - und verzweifelt versucht, für ihre sterbenskranke Tochter Hilfe zu finden. Die gäbe es aber nur auf Elysium. Dann wird Max durch einen schrecklichen Arbeitsunfall schwer verstrahlt - und ist plötzlich selbst dem Tode geweiht. Und auch für ihn gilt: Nur in Elysium kann es Rettung geben, auf der Erde hat er nur mehr wenige Tage zu leben. Verzweifelt wendet sich Max nun an den zwielichtigen Spider (Wagner Moura, Tropa de Elite), eine Art futuristischer Schlepper, der einen regelrechten illegalen Shuttle-Service nach Elysium aufgezogen hat. Doch die Tickets sind teuer, also lässt sich Max auf einen abenteuerlichen Deal ein. Für den Trip nach Elysium soll er einen von Delacourts Männern entführen, um an dessen Sicherheitsdaten zu kommen: der Generalschlüssel für Elysium. Und weil Max schon sehr geschwächt ist, macht ihn Spider mit einem direkt ans Skelett montierten Power-Suit zum ultrastarken Cyborg, der nichts mehr zu verlieren hat …

Im Süden viel Neues: Als der südafrikanische Regisseur Neill Blomkamp 2009 sein vergleichsweise billig gedrehtes Sci-Fi-Drama District 9 präsentierte, war die ganze Filmwelt begeistert von der toll inszenierten, außergewöhnlichen Story. Klar, dass Hollywood anklopfte. Doch Blomkamp ließ sich bei seinem ersten Big-Budget-Film nicht nur als Alibi-Regisseur verpflichten, sondern hielt die Projektführung fest in der Hand und ließ bei Casting, Produktion und Inszenierung höchste Sorgfalt walten - und so wurde Elysium wie der Vorgänger ein groß angelegtes Action-Spektakel mit durchaus ernsthafter Message, die nicht nur durch die jüngsten Entwicklungen beklemmende Aktualität erlangt. Das Drehbuch zu Elysium schrieb Blomkamp bereits 2010 lange bevor z. B. Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden den ungeheuerlichen Datensammel-Skandal aufdeckte, der seither die ganze Welt bewegt. Die Parallelen im Film sind also Zufall - aber die komplexe Story demonstriert, wie gefährlich hochentwickelte Überwachungs-Tools in den Händen der Falschen sein können.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Elysium
Originaltitel Elysium
Genre Action/Science-Fiction
Land, Jahr USA, 2013
Regie Neill Blomkamp
Drehbuch Neill Blomkamp
Kamera Trent Opaloch
Schnitt Julian Clarke, Lee Smith
Musik Ryan Amon
Produktion Simon Kinberg
Darsteller Matt Damon, Jodie Foster, Sharlto Copley, Alice Braga, William Fichtner, Talisa Soto, Diego Luna, Michael Shanks, Faran Tahir, Wagner Moura
Verleih Sony

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

3 Kommentare

Action mit Botschaft

Wie schon bei District 9 ist die Message, die Neill Blomkamp transportieren will, auch hier schon von weitem zu sehen - trotzdem ist Elysium sehenswert, weil gut gespielt, spannend inszeniert und mit wohldosierter Action und schönen special effects versehen. Keine hirnlose Baller-Action sondern spannende Unterhaltung mit Sinn.

19. August 2013
09:05 Uhr

von Virago95

Sry - keine Action

Die Idee von Elysium ist prinzipiell nicht schlecht - doch für einen Action-Film fehlt mir die brisante Action, für einen Thriller ("mit Botschaft") fehlt mir die Spannung (und die Botschaft), für die Liebes-Beziehung zu wenig Romatik ... Alles in allem scheint es als ob der Film versucht iwie alles zu sein und dabei aber nichts wirklich ist.
(Eine einzige Szene hat meiner Meinung nach eine schöne Botschaft gehabt - und das war in den ersten 15min -.-)

5. September 2013
15:00 Uhr

von Cornetto

Brille?

Cornetto braucht wohl eine Fernbrille, wenn es die Botschaft, die ja laut Virago95 schon von weitem zu sehen ist, nicht erkennen kann :-)

5. September 2013
18:06 Uhr

von Haubenkoch

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