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12 Years a Slave

12 Years a Slave

Biografie, Drama. USA 2013. 133 Minuten.

Regie: Steve McQueen (II)
Mit: Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender

Plötzlich Sklave. Aufbauend auf herausragenden Darstellerleistungen von Chiwetel Ejiofor und Michael Fassbender verhandelt der britische Künstler Steve McQueen (Shame) eines der dunkelsten Kapitel der US-Geschichte mit so noch selten gesehener Intensität: Django it ain't.

Filmstart: 17. Januar 2014

Es ist 1841. Der Schwarze Solomon Nurthup (Chiwetel Ejiofor) ist ein freier Mann und Familienvater, er gilt als respektiertes Mitglied der Gesellschaft Neu-Englands. Als der begnadete Violinist zwei Show-Veranstaltern über den Weg läuft, die ihn für Auftritte engagieren möchten, sagt er ihnen gutgläubig zu. Das freudige darauf Anstoßen zeitigt aber unangenehme Folgen: Solomon wacht in Ketten gelegt in einem Keller wieder auf, anfängliches Aufbegehren resultiert in Peitschenhieben. Prompt findet er sich in den Fängen eines Sklavenhändlers (Paul Giamatti) wieder, der ihn in den Südstaaten an den Plantagenbesitzer Ford (Benedict Cumberbatch) verkauft. Dieser, ein kultivierter Mann, ist von der Intelligenz des Zwangsarbeiters jedoch beeindruckt - er überlässt ihm bald anspruchsvollere Aufgaben und schenkt ihm sogar eine Geige. Als Solomon allerdings mit dem Aufseher Tibeats (Paul Dano) zusammenkracht, kann er sich seines Lebens nicht mehr sicher sein. Der fromme, aber auch feige Ford sieht sich gezwungen, den Sklaven abzugeben - und zwar just an den sadistischen Säufer Epps (Michael Fassbender), der seine Leibeigenen mit äußerster Brutalität zu maßregeln pflegt. Solomon sieht seine Hoffnungen auf eine Rückkehr in sein früheres Leben endgültig auf dem Nullpunkt angekommen: Wird er seine Familie je wiedersehen?

Ketten-Reaktion. Von Spielberg (Amistad) bis Tarantino (Django Unchained) sind immer wieder Hollywood-Granden angetreten, der Versklavung von Millionen Afrikanern, also jener neben der Ausrottung der Natives anderen großen amerikanischen Schuld, filmisch beizukommen - mit unterschiedlichem Erfolg. Womöglich brauchte es einen unverbrauchten Zugang von Außen, um eine alle anderen Beiträge zum Thema überstrahlende Arbeit zu Tage fördern zu können - einen wie den des Briten Steve McQueen. Der Konzeptkünstler, geschätzt für fordernde Filme zu Themen wie Sexsucht (Shame) oder IRA-Terrorismus (Hunger), schafft es in 12 Years a Slave, die Banalität des Bösen mit so noch selten vernommener, unerbittlicher Deutlichkeit freizulegen. Ohne dem Zuschauer die ersehnte Milderung mit den Mitteln von Pathos (siehe Spielberg) oder Pop (siehe Tarantino) zu gönnen, bohrt sich die erschütternde und vor allem wahre Geschichte mit rastloser Vehemenz in den Verstand, verfolgt einen unnachgiebig mit den lodernden, leidenden Augen des überragenden Chiwetel Ejiofor. Mit gutem Recht ist dies der Stoff, aus dem demnächst wohl Oscar-Träume gemacht sein werden.

Text:  Christoph Prenner

Credits

Titel 12 Years a Slave
Originaltitel 12 Years a Slave
Genre Biografie/Drama
Land, Jahr USA, 2013
Länge 133 Minuten
Regie Steve McQueen (II)
Drehbuch John Ridley basierend auf der Autobiografie von Solomon Northup
Kamera Sean Bobbitt
Schnitt Joe Walker
Musik Hans Zimmer
Produktion Dede Gardner, Steve McQueen (II), Arnon Milchan, Brad Pitt, Bill Pohlad, Anthony Katagas, Jeremy Kleiner
Darsteller Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Benedict Cumberbatch, Paul Giamatti, Paul Dano, Brad Pitt, Garret Dillahunt, Quvenzhané Wallis, Sarah Paulson, Michael K. Williams, Scoot McNairy, Lupita Nyong'o
Verleih Tobis

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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