Filminfo zu

Liberace

Behind the Candelabra

Biografie, Tragikomödie. USA 2013. 118 Minuten.

Regie: Steven Soderbergh
Mit: Michael Douglas, Matt Damon

Hier ist alles Gold, was glänzt. Mindestens! Michael Douglas als Entertainment-Legende Liberace und Matt Damon als sein langjähriger Geliebter: Steven Soderberghs virtuoses Biopic erzählt von einer der glanzvollsten Epochen der Show-Metropole Las Vegas.

Filmstart: 18. Oktober 2013

Müsste man den überschäumend kitschigen, glitzernden und picksüßen Las-Vegas-Glamour mit einem Wort zusammenfassen, dann wäre das wohl: Liberace! Der 1919 als Sohn eines italienischen Einwanderers und einer Polin geborene Walter Liberace war aber nicht nur eine der flamboyantesten Icons der Show-Geschichte, sondern ein großes Musiktalent: Schon als Vierjähriger begann er mit dem Klavierspiel, in den 30er-Jahren brachte er als Barpianist seine Familie durch die Wirtschaftskrise.
Bald spielte er auf der Gefühlsorgel ebenso virtuos wie auf dem Konzertflügel und entwickelte in den 1940ern seinen ganz eigenen Stil - heute gilt er als Erfinder des Classic-Pop, oder der "Klassik ohne die faden Teile", wie er es nannte. Interaktion mit dem Publikum war ihm immer wichtig, die Musik war nur Mittel zum Zweck: die ganz große Show. In den 50ern spielte er für den US-Präsidenten und vor einem Millionenpublikum, hatte seine eigene Fernsehshow und etablierte sich als DER Superstar von Las Vegas, als Mr. Showmanship - eine Karriere, die bis zu seinem Tod 1987 andauerte.

Eine fremde, unbekannte Welt für Scott Thorson (Matt Damon), einem hemdsärmeligen, unerfahrenen Jüngling aus einfachsten Verhältnissen. Mitte der 1970er lernt er durch Zufall den damaligen Super-Duperstar persönlich kennen - und der vierzig Jahre ältere Liberace (Michael Douglas, hinreißend im Glitzerkostüm) ist sofort hin und weg von dem knackigen Boy. Seine Homosexualität hatte er zwar Zeit seines Lebens vor der Öffentlichkeit vehementest dementiert - privat allerdings ließ er nichts anbrennen. Doch Scott wurde allmählich mehr als einer von Liberaces zahllosen Toy Boys, es entwickelt sich eine ebenso innige wie turbulente Beziehung, die, geprägt von Exzessen, Obsessionen und echter Hingabe, über fünf Jahre lang dauern würde.

Too hot for Hollywood: In den USA wollte keines der großen Studios den Stoff angreifen (Huch! Männersex!!), also verfilmte Steven Soderbergh sein einfühlsames, überwältigend ausgestattetes und grandios gespieltes Liebesdrama (basierend auf Scott Thorsons eigenen Memoiren) als HBO-TV-Movie. Doch die überschäumende Story ist einfach zu überlebensgroß für den kleinen Bildschirm, und so erobert Liberace, ausgehend von der glanzvollen Premiere bei den heurigen Filmfestspielen von Cannes, nun doch noch die Kinos der Welt. Zugabe!

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Liberace
Originaltitel Behind the Candelabra
Genre Biografie/Tragikomödie
Land, Jahr USA, 2013
Länge 118 Minuten
Regie Steven Soderbergh
Drehbuch Richard LaGravenese basierend auf dem Buch von Scott Thorson und Alex Thorleifson
Kamera Steven Soderbergh
Schnitt Steven Soderbergh
Musik Marvin Hamlisch
Produktion Susan Ekins, Gregory Jacobs, Michael Polaire
Darsteller Michael Douglas, Matt Damon, Rob Lowe, Dan Aykroyd, Scott Bakula, Eric Zuckerman, Debbie Reynolds, David Koechner, Jane Morris, Garrett M. Brown, Cheyenne Jackson, Bruce Ramsay
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

2 Kommentare

Oscarwürdigster Film des Jahres !

Die Besetzung : Top bis in die kleinste Nebenrolle.
Michael Douglas spielt hier dermassen überdreht und kongenial wie schon seit Jahren nicht mehr.
Matt Damon als sein durchgestylter Geliebter gar in einer ganz eigenen Klasse.
Beide zusammen sind, so tragisch das ganze schliesslich endet, zum wiehern komisch( oft auch unfreiwillig ).
Seit dem Schwulen-Film " Birdcage" selten so gelacht zu diesem Thema.
Da sind zwei ganz heisse Kanditaten auf Oscar-Kurs.
Die beiden definitiv "heterosexuellen" Haupt-Darsteller spielen dermassen intensiv, daß einem schon allein beim zuschauen schwindelt :-))
Prädikat : wertvoll
5/5

8. September 2013
19:50 Uhr

von filmkritik

Etwas enttäuschend

Meine - zugegeben großen - Erwartungen an diesen Film wurden leider nicht ganz erfüllt. Auch wenn es an den beiden Hauptdarstellern nichts auszusetzen gibt, der Film insgesamt hat mich kalt gelassen, es ist nicht wirklich ein Funke übergesprungen. Douglas und Damon wild zu verkleiden und zu verunstalten ist eben nicht abendfüllend ...

3. Januar 2014
09:29 Uhr

von Troublemaker

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.