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The Congress

The Congress

Animation, Drama, Science-Fiction. Belgien, Deutschland, Frankreich, Israel, Luxemburg, Polen 2013. 122 Minuten.

Regie: Ari Folman
Mit: Robin Wright, Harvey Keitel

Eine alternde Schauspielerin (Robin Wright) bekommt ein Angebot, das sie nicht ablehnen kann - und findet sich in einer traumhaft-albtraumhaften Zeichentrick-Parallelwelt wieder: aufregendes neues Meisterwerk von Ari Folman (Waltz with Bashir).

Filmstart: 11. Oktober 2013

Jenseits von Hollywood lebt Robin Wright (die sich im Film selber spielt) mit ihren beiden Kindern Aaron und Sarah (Kodi Smith-McPhee, Sami Gayle). Früher war sie die Traumprinzessin Hollywoods - jetzt ist sie froh, wenn ihr Agent Al (Harvey Keitel) überhaupt noch mit ihr redet.
Doch dann kommt er eines Tages mit einem außergewöhnlichen Angebot des Hollywood-Studios Miramount daher: Mittels eines neuen Verfahrens soll eine lebensechte, digitale und vor allem alterslose Kopie von Robin erzeugt werden, die dann statt ihr Rollen spielt - als Gegenleistung erhält die echte Robin eine astronomische Geldsumme und ein absolutes Schweigegebot. Aaron ist sehr krank, die Aussicht auf beste medizinische Versorgung lässt sie einwilligen. Und so erlebt sie, der die Authentizität ihrer Kunst immer so wichtig war, wie ihr perfekt lebensechter, künstlicher Avatar als tumbe Heldin trashiger Fließband-Actionfilme den weltweiten Ruhm erfährt, der ihr verwehrt blieb.

Digital Wonderland. 20 Jahre später erhält Robin eine Einladung zu einem Kongress. Schon die Location ist spektakulär: Bei der Anreise werden alle Teilnehmer in eine Cartoon-Version ihrer selbst verwandelt. Und beim Event selbst will Miramount die neueste revolutionäre Entwicklung in Sachen virtual reality präsentieren, dazu bräuchte man aber eine Unterschrift zur Aktualisierung des Vertrags: Ab nun soll man der virtuellen Robin nicht mehr nur zusehen, sondern sie selber steuern können! Doch zwischen tausenden enthemmten Kongressteilnehmern in einer bizarren, knallbunten Spaßterror-Welt mit Entertainment-Verpflichtung erhascht Robin verbotene Blicke hinter die Zwangskulisse, und beginnt sich zu fragen, was sie hier eigentlich verloren hat …

Supertrip. Ausgehend von Stanislaw Lems Roman Der futurologische Kongress entwickelte der israelische Filmemacher seinen zweiten (teilweise) animierten Langfilm nach Waltz with Bashir. Und was er mit The Congress gemacht hat, kann man kaum in Worte fassen: Ein überlebensgroßes Kinoerlebnis, eine ungemein dichte, vielschichtige und sehr trippige Geschichte mit traumhaften Bildern, wilden Wendungen und vielen überraschenden Gastauftritten (real und/oder animiert) - von Paul Giamatti über Frances Fisher oder Jon Hamm bis zu Tom Cruise, Elvis und Jesus Christus.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel The Congress
Originaltitel The Congress
Genre Animation/Drama/Science-Fiction
Land, Jahr Belgien/Deutschland/Frankreich/Israel/Luxemburg/Polen, 2013
Länge 122 Minuten
Regie Ari Folman
Drehbuch Ari Folman basierend auf dem Roman Der futurologische Kongress von Stanislaw Lem
Kamera Michal Englert
Schnitt Nili Feller
Musik Max Richter
Produktion Reinhard Brundig, Sébastien Delloye, Piotr Dzieciol, Ari Folman, David Grumbach, Eitan Mansuri, Ewa Puszczynska, Robin Wright
Darsteller Robin Wright, Harvey Keitel, Paul Giamatti, Danny Huston, Kodi Smit-McPhee, Jon Hamm, Frances Fisher, Sami Gayle
Verleih Polyfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

Robin im Wunderland

Ari Folmans sperriges Science Fiction Drama hat etwas zutiefst Trostloses. Des Menschen Sucht nach Unterhaltung, Bespaßung und Genuss mündet in einer Welt der Abhängigkeit, in einer Flucht in eine künstlich geschaffene Traumwelt. Dass es kein Zurück gibt, macht das ganze Szenario beklemmend genug. Der krasse Gegensatz zwischen animierter heiler Welt und realgefilmter zerstörter Wirklichkeit ist so immens verstärkt, dass man sich Neo aus "Matrix" zurückwünscht, der dem Vorgegaukle ein Ende setzt. Schlimmer als bei Matrix ist die Tatsache, dass die Alles-ist-möglich-Welt ein menschengewollter Zustand ist. Nach einer Vorlage von Stanislaw Lem ist die melancholische Dystopie eine zwar beeindruckende und visuell ungewöhnliche, für meine Begriffe aber viel zu deprimierende Vision voller Wehmut und Resignation.

28. September 2015
21:46 Uhr

von filmgenuss

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