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The Purge - Die Säuberung

The Purge

Horror. USA 2013. 85 Minuten.

Regie: James DeMonaco
Mit: Ethan Hawke, Lena Headey

Schluss mit Funny Games, hier ist der Terror blutiger Ernst: In der nahen Zukunft sind einmal im Jahr Mord und Totschlag straffrei. Und mit dem Feind im Haus entdeckt auch Ethan Hawke als besorgter Familienvater und Sicherheitsexperte den inneren Kampfhund.

Filmstart: 14. Juni 2013

Freie Bahn für Aggressionen: In den USA herrscht 2022 ein neues Spiel nach neuen Regeln. Einmal im Jahr sind für eine Nacht sämtliche Gesetze ausgesetzt, es darf nach Herzenslust gemordet, gequält, geplündert werden - Polizei, Ärzte, Einsatzkräfte aller Art haben frei. Noch nie sah die Verbrechensstatistik so sauber aus, seit man staatlich gefördert den schlimmsten Gelüsten freien Lauf lassen darf. Wer es sich leisten kann, wirft die computergesteuerte State-of-the-art-Alarmanlage an, fährt kugelsichere Stahlläden über die Fenster und schreitet beruhigt zum Nachtmahl. So auch Familie Sandin: Papa James (Ethan Hawke) hats - ausgerechnet - mit dem Verchecken von Sicherheitssystemen zu Geld gebracht. Er ist gerade Verkäufer des Jahres geworden, das gilt es mit Gattin Mary (Lena Headey) zu feiern. Doch Teenie-Tochter Zoey (Adelaide Kane) schmollt: Man hat ihr wegen des Altersunterschieds das Herumschmusen mit Schwarm Henry (Tony Oller) untersagt. Dem kleinen Bruder Charlie (Max Burkholder) ist das egal: Der Herzfehler-geplagte Nerd hat aus seinem sicheren Versteck im Kleiderkasten mit seinem ferngesteuerten Mini-Hightech-Puppen-Panzer sowieso alles im Blick.
Der Feind im eigenen Haus. Henry hat sich ins Haus geschlichen, er will es auf "ein Gespräch unter Männern" mit James ankommen lassen - zumindest verkauft er das Zoey so. Der kleine Charlie beobachtet wiederum via Bildschirm, dass draußen ein blutüberströmter Fremder (Edwin Hodge) Hilfe braucht. Er lässt ihn ins Hochsicherheitsheim - und blitzartig wirds explosiv: Draußen wartet eine Horde mordlustiger Studenten mit Masken. Und denen ist jedes Mittel recht, um wieder an ihr Opfer ranzukommen. Die Sandins müssen sich entscheiden: Ein Leben für ihr Überleben?

"Die Hölle, das sind die anderen", sagte der französische Philosoph Jean-Paul Sartre. Die Hölle machen wir uns selbst, so die Erkenntnis von Filmemacher und Drehbuchautor in Personalunion, James DeMonaco. Bereits im legendären Erpresser-Duell Verhandlungssache sowie im Remake von Assault on Precinct 13 bewies DeMonaco beim Skript ein Händchen für den Horror im Privaten. Für The Purge bedient er sich hemmungslos wie vorbildlich bei Vorbildern von Haneke bis A Clockwork Orange und schafft mit seinem familiären Himmelfahrtskommando für Ethan Hawke himself, die fabelhafte Lena Headey (300, Game of Thrones) und Profi-Kamera-Kind Max Burkholder (Family Guy, Brothers and Sisters) ein perfektes Horror-Kammerspiel. Die erschütternde Wahrheit, im Film furchtlos ausgesprochen: Nach so einer Nacht wird nichts mehr wieder gut. Oder wies beim Atomangriff so schön lautet: "Das ist keine Übung". Viel Glück.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel The Purge - Die Säuberung
Originaltitel The Purge
Genre Horror
Land, Jahr USA, 2013
Länge 85 Minuten
Regie James DeMonaco
Drehbuch James DeMonaco
Kamera Jacques Jouffret
Schnitt Peter Gvozdas
Musik Nathan Whitehead
Produktion Michael Bay, Jason Blum, Andrew Form, Bradley Fuller, Sebastien Lemercier
Darsteller Ethan Hawke, Lena Headey, Adelaide Kane, Max Burkholder, Edwin Hodge, Rhys Wakefield
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

3 Kommentare

Nightmare Night in den Vereinigten Staaten !!!

Sieht so die Zukunft Amerikas aus ?!
Allein Aufgrund der Thematik, ein fast schon einmaliger Genre-Klassiker: Und trotz vergleichsweise kurzer knapp 90 min, ein verstörender, vollkommen entarteter Leckerbissen !
Die Verrohung der Gesellschaft, die nackte Angst und die Teilnahmslosigkeit , wird hierbei dermaßen gut umgesetzt : Dass die Bedrohnung auch im sicheren Kinosessel richtiggehend spürbar wird ! Ein mit exzessiven Gewaltszenen angereichertes Horror-Szenario von Dantes Zuschnitt ...!!!
Ein nachdenklich stimmender Splatter-punk, wie zu den besten Zeiten von " Clockwerk Orange" ,
wobei auch hier die Umsetzung sehr, sehr famos gelungen ist.
Ethan Hawk & Co, spielen hier beängstigend gut...!
Prädikat : mit Einschränkungen, in Bezug auf all zu junge Jugendliche, sehenswert

23. Juni 2013
22:53 Uhr

von filmkritik

Mehr Rufzeichen, bitte !!!

und schlag doch mal bei wikipedia unter "entartet" nach ...

24. Juni 2013
09:29 Uhr

von Haubenkoch

Einer der Top-Filme 2013!

Spannung, Gänsehaut-Feeling und immer wieder eingebaute Schockmomente verpackt in eine gut durchdachte Story. Was will man mehr? ;-)

25. August 2013
16:17 Uhr

von sarayvonne

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