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A Million Ways to Die in the West

A Million Ways to Die in the West

Komödie, Western. USA 2014. 115 Minuten.

Regie: Seth MacFarlane
Mit: Charlize Theron, Seth MacFarlane

Seth McFarlane, Erfinder des räudigsten Teddybären aller Zeiten (Ted), zeigt uns jetzt, wie respekt- und schamlos es im Wilden Westen wirklich zuging. Es blödeln und ballern Charlize Theron, Amanda Seyfried, Neil Patrick Harris und Liam Neeson.

Filmstart: 29. Mai 2014

Manche sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Und manche nicht. Albert (Seth McFarlane) könnte nicht schlimmer fehl am Platz sein: Der zartbesaitete Schüchti lebt ausgerechnet im Wilden Westen des Jahres 1882, und das in ständiger Angst. „Alles, was nicht du selber bist, will dich umbringen!“ beklagt er sich. "Outlaws. Wütende Betrunkene. Betrogene Huren. Hungrige Tiere. Seuchen. Schwere Verletzungen. Leichte Verletzungen. Der Arzt. Das Wetter." Ein fast modern anmutender Neurotiker im Arizona des 19. Jahrhunderts, das kann natürlich nicht gutgehen.

Safe or sorry. Bis jetzt hat Alberts Feigheit ihn zwar vor gröberen Gefahren bewahrt - aber auch seine Freundin in die Flucht geschlagen: Nach einem verweigerten Duell hat sich die von seiner Unmännlichkeit genervte Louise (Amanda Seyfried) in die starken Arme des örtlichen Schnurrbart-Barbiers Foy (Neil Patrick Harris mit äußerst wohlgestalter Rotzbremse) geflüchtet. Doch dann erscheint sehr zur Freude des armen Albert eines Tages ein noch faszinierenderes weibliches Wesen auf der Bildfläche: Anna (Charlize Theron) ist ebenso wehrhaft wie wunderschön - und auch sie findet Albert ganz herzig. Sie beschließt, dem cleveren Kerl, mit dem sie sich unerwartet gut versteht, zu ein wenig mehr Selbstbewusstsein zu verhelfen, und beginnt dabei unmerklich, sich in ihn zu verschauen.

Gefährliche Liebschaft. Die Lady ist wie für Albert geschaffen: Nicht nur ist sie absolut hinreißend, sondern auch eine wirklich gefährliche Banditin - endlich eine, vor der sich Albert nicht fürchten muss. Dafür kann er mit ihr Louise eifersüchtig machen, oder es zumindest versuchen. Doch Happyend ist trotzdem keins in Sicht: Denn wie sich bald herausstellt, hat Anna doch einen kleinen Schönheitsfehler. Und der heißt Clinch Leatherwood und ist ihr Ehemann. Und der ist niemand Geringerer als der tödlichste Schütze des ganzen Wilden Westens. Was das bedeutet? Natürlich einen Showdown, gegen den High Noon daherkommt wie "Morgens halb 10 in Deutschland" ...

Westland. Ein Wildwest-Märchen, das ganz und gar nicht jugendfrei einreitet: Wer Seth McFarlane kennt, kann sich ungefähr vorstellen, in welcher Dichte die wohldurchdachten Geschmacklosigkeiten hier durch die Gegend fliegen. Der US-amerikanische Autor, Regisseur, Schauspieler und Voice Actor Seth McFarlane war mit den Zeichentrick-TV-Serien Family Guy und American Dad vor allem in moralinsauer-konservativen Kreisen äußerst unangenehm aufgefallen, und hat sich so bei Publikum und Produktion einen Namen gemacht. Mit dem Kinofilm Ted um einen ewig pubertierenden, furzenden und fickenden Teddybären, in dem er auch eine der tragenden Nebenrollen spielte, sicherte er sich endgültig einen Platz im Komiker-Olymp - Abteilung politisch äußerst unkorrekt. Mittlerweile gilt McFarlane als einer der höchstbezahlten Schreiber Hollywoods: Kaum einer kann derzeit Geschmacklos besser. Virtuos bastelt er Scherze, deren offensichtliche Derbheit nur unvollkommen die feine Klinge des hochgebildeten Humoristen verbergen, und hat dabei vor gar nichts Angst: Literweise Körperflüssigkeiten aller Schattierungen, gesellschaftliche Tabus und völlige Amoral sind die Rohstoffe, aus denen seine dicht gewebten Geschichten entstehen - Schenkelklopfen für Anspruchsvolle, sozusagen.
In A Million Ways to Die in the West nimmt er nun die Lieblingsdisziplin aller ambitionierten Filmemacher aufs Korn, den Western. Und es wird nichts ausgelassen. Vom bös missglückten Postkutschenüberfall über das Saloon-Liebespaar (genial: Giovanni Ribisi als Klemmi, verknallt in Sarah Silvermans als naiv-verderbte Prostituierte) bis hin zum Indianer-PowWow mit harten Drogen - und natürlich alles im Sinne des Filmtitels: So viele unnötige Tote brachte nicht einmal Regielegende Sam Peckinpah in seinen besten Zeiten zusammen.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel A Million Ways to Die in the West
Originaltitel A Million Ways to Die in the West
Genre Komödie/Western
Land, Jahr USA, 2014
Länge 115 Minuten
Regie Seth MacFarlane
Drehbuch Alec Sulkin, Seth MacFarlane, Wellesley Wild
Kamera Michael Barrett
Schnitt Jeff Freeman
Musik Joel McNeely
Produktion Seth MacFarlane, Jason Clark, Scott Stuber
Darsteller Charlize Theron, Seth MacFarlane, Amanda Seyfried, Neil Patrick Harris, Liam Neeson, Giovanni Ribisi, Sarah Silverman, Christopher Lloyd, Wes Studi, Kaley Cuoco-Sweeting
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

Witzig

Ist eine spezielle Art von Humor, die Seth McFarlane da betreibt, aber nicht die schlechteste, finde ich: respektlos, manchmal tief, aber trotzdem irgendwie mit Niveau, ganz ohne Fäkalhumor gehts auch nicht, aber insgesamt passt die Mischung. Mir hat dieser Western sogar besser gefallen als Ted.

2. Juni 2014
11:11 Uhr

von Troublemaker

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