Filminfo zu

Vive la France - Gesprengt wird später

Vive la France

Komödie. Frankreich 2013. 94 Minuten.

Regie: Michaël Youn
Mit: José Garcia, Michaël Youn, Isabelle Funaro

Dümmer gehts immer: Zwei harmlose Hirten aus Taboulistan werden mit einem explosiven Auftrag nach Paris geschickt - sie sollen den Eiffelturm sprengen. Doch den beiden gelingt höchstens ein Angriff auf die Lachmuskeln der Grande Nation. Schamlos-überdrehte Farce von und mit Michaël Youn (Kochen ist Chefsache).

Filmstart: 31. Oktober 2013

Taboulistan, das unbekannte Land. Niemand, außer die Taboulistaner selber, haben jemals von diesem staubigen Fleckchen Land gehört. Warum auch, außer Ziegendreck und einen fragwürdigen Nationaltanz hat Taboulistan nicht wirklich was zu bieten. Von UNO und Weltöffentlichkeit sträflich ignoriert, liegt es eingeklemmt zwischen Afghanistan, Tadschikistan und Kirgisistan - ein blinder Fleck auf den Landkarten des Westens. Doch das soll sich nun ändern. Der Landesvater, ein mit eiserner Hand regierender Diktator ohne jeden Skrupel oder Verstand, hat die Königsidee: Ein Terroranschlag würde Taboulistan mit einem Schlag weltweit berühmt machen. Und dann wäre auch endlich Schluss mit dem großen kulinarischen Missverständnis, das den taboulistanischen Nationalstolz arg in Mitleidenschaft zieht: Taboulé ist natürlich keine libanesische Erfindung, sonst würde es ja Libané heißen!!
Freiwillige vor. Zwei arglose Ziegenhirten werden als Freiwillige verpflichtet, den ersten Selbstmordanschlag in der Geschichte Taboulistans auszuführen. Ein Ziel wurde auch bereits ausgewählt: Der Eiffelturm soll dran glauben. Eine Aktion dieser Größe und Tragweite will freilich generalstabsmäßig vorbereitet sein: In einem eigens errichteten Terroristen-Ausbildungscamp werden Muzafar (José Garcia) und Feruz (Michaël Youn) nicht nur mit den Grundlagen der Aviation vertraut gemacht; auch die französische Sprache sowie die befremdlichen kulturellen Eigenheiten der Franzosen stehen auf dem Lehrplan. Schnell wird da auch dem dümmsten Ziegenhirten klar, dass die Franzosen nichts anderes als Barbaren sind.
Paris, nimm dich in Acht. Neun Monate Trainigslager später sind Muzafar und Feruz hochmotiviert unterwegs in Richtung Frankreich. Die Verbindung Taboulistan-Paris ist gar nicht so schlecht, wie man erwarten würde: Man nimmt erst den Esel, dann das Motorrad, den Bus und schon sitzt man im Flieger. Selbstverständlich sind die Attentäter in spe gut getarnt und mit gefälschten Pässen unterwegs: Aus Muzafar und Feruz wurde Michel Platini und Yannick Noah - zwei Allerweltsnamen im Zielland, wie der taboulistanische Experte versichert hat. Apropos Zielland: Weil in Paris die Fluglotsen streiken, wird der Flieger, in dem Muzafar und Feruz sitzen, umgeleitet - nach Korsika. Es ist der Beginn einer Tour de France voller Missverständnisse ...
Merde!! Das Volk der Franzosen, eine offensichtlich gänzlich unzivilisierte Nation, stellt Muzafar und Feruz auf ihrem mühseligen Weg in Richtung Eiffelturm vor ständig neue Herausforderungen: Sei es der korsische Nationalstolz, nicht unähnlich dem taboulistanischen Selbstverständis, oder der FKK-Strand, der tiefgehende Einsichten in Körperregionen bietet, die kein Taboulistaner je gesehen hat - überall lauern interkulturelle Fehlgriffe und patriotische Fettnäpfe. Mit einem Wort: ein Desaster. Erst, als die Journalistin Marianne (Isabelle Funaro) auf die mittlerweile arg ramponierten Möchtegern-Attentäter aufmerksam wird, wendet sich das Blatt. Mit der grundguten Marianne an ihrer Seite, lernen Muzafar und Feruz erstmals die schönen Seiten der Grande Nation kennen, herzliche Menschen, gutes Essen und köstlichen Wein. Und ein rauschendes Fest zum 14. Juli später sind sich die Terror-Debütanten plötzlich nicht mehr sicher, ob das geplante Attentat so eine gute Idee ist ...

Ein Fest des Brachialhumors. Ob einem am Ende der Eiffelturm um die Ohren fliegt, sei an dieser Stelle nicht verraten, mit Frankreich-Klischees und politisch inkorrekten Islamismus-Stereotypen sollte man allerdings seinen Frieden machen, um die von Michaël Youn geschriebene und inszenierte Komödie genießen zu können, leise Zwischentöne sucht man besser anderswo.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Vive la France - Gesprengt wird später
Originaltitel Vive la France
Genre Komödie
Land, Jahr Frankreich, 2013
Länge 94 Minuten
Regie Michaël Youn
Drehbuch Michaël Youn, Dominique Gauriaud, Jurij Prette
Kamera Stéphane Le Parc
Schnitt Sandro Lavezzi, Nicolas Trembasiewicz
Musik Freaks
Produktion Ilan Goldman, Catherine Morisse-Monceau
Darsteller José Garcia, Michaël Youn, Isabelle Funaro, Ary Abittan
Verleih Einhorn Film

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.