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Bad Neighbors

Neighbors

Komödie. USA 2014. 96 Minuten.

Regie: Nicholas Stoller
Mit: Seth Rogen, Rose Byrne, Zac Efron

Wer treibts ärger? Der Nachbarschaftsstreit zwischen einem jungen, einst wilden Ehepaar mit Baby (Seth Rogen, Rose Byrne) und der nebenan eingezogenen Studentenverbindung unter Leitung von Teddy Sanders (Zac Efron) läuft in jeder Hinsicht extrem aus dem Ruder. Brachial-Humor vom Das ist das Ende-Team.

Filmstart: 8. Mai 2014

Was ist progressiv? Und was konservativ, spießig? Man stellt sich die Antwort einfach vor - eine ungefähre Vorstellung davon, wie sich diese Gegensätze zueinander verhalten, hat ja irgendwie jeder. Aber genau hier ist Vorsicht geboten. Nur nicht allzu selbstgerecht werden.

Amerika heute. Mac (Seth Rogen) und Kelly (Rose Byrne) waren auch einmal jung, und sie haben das durchaus ordentlich ausgekostet. Kiffen, saufen, fett einen draufmachen und die eine oder andere erotische Eskapade ausprobieren - keine Fremdworte für die beiden. Man war kein Kind von Traurigkeit, aber jetzt sind die Hörner abgestoßen, die Ringe stecken an den Fingern und das Baby ist da. Die dunklen, muffigen Clubkeller sind der beschaulichen Vorstadt gewichen; im kleinen Häuschen mit Garten soll es ihre Tochter fein haben und zu einer aufgeschlossenen jungen Frau heranwachsen, die sich in der Gesellschaft zurechtfindet und ihren Beitrag leistet. Kein Bet- oder Kopftuchzwang, bloß Werte, die es wert sind, hochgehalten zu werden. Da gehört durchaus dazu, dass sie ihre Kleine für eine lustige Fotosession als Crystal Meth-Koch Heisenberg mit blauen Eiskristallen ins Bild rücken - sind ja nur aus isotonischer Limonade. Amerikanische Popkultur ist schließlich definitiv eine Tugend. Aber dann kommt der Umzugslastwagen. Er hält vor dem Nachbarhaus. Junge Menschen steigen aus. Sie tragen große Buchstaben. Diese nageln sie an die Front des Gebäudes. Und spätestens jetzt ist klar: Nebenan zieht eine "Bruderschaft" ein, eine dieser ominösen amerikanischen Studentenverbindungen, die sich vorgeblich der Bildung von Lern-Seilschaften widmen, tatsächlich aber nur eins im Kopf haben: Feiern. Gut, denken sich Mac und Kelly, ist ja nicht zwingendermaßen der Anfang vom Untergang in Lärmexzessen und Drogenwahn. Ein wenig Feierei nebenan muss ja nicht gleich schaden. Das junge Paar fasst sich ein Herz, geht rüber, um Hallo zu sagen, und freundet sich auch gleich an mit dem Leithammel der Bande, dem feschen Teddy Sanders (Zac Efron). Teddy und seine Kumpels haben Verständnis dafür, dass die junge Familie auf Rücksicht, Nachtruhe und Hilfsbereitschaft pocht, und auch die Bitte, nicht so einen Krach zu machen, stößt nicht auf völlig taube Ohren.
Aber Worthülsen sind eitel, wie wir wissen. Natürlich haben Teddy und Konsorten nicht vor, sich den Genuss ihrer Freiheit von zwei Ex-Partyleuten mit Kind beschneiden zu lassen. Und so werden die Grenzen ab nun Nacht für Nacht aufs Neue ausgelotet. Bis Mac und Kelly ihre Toleranzgrenze erreicht haben und die Polizei rufen. Ein Vertrauensbruch, meint Teddy. Das Verhältnis zwischen den Nachbarn wird nie wieder so sein wie früher.

Extreme Partying ist ab sofort 24/7 angesagt, und Gott bewahre uns davor, hier vorwegzunehmen, welche Exzesse die Studenten in Sachen Sex und Bewußtseinsveränderung aufführen. Aber nicht nur das: Sie gehen nun auch gezielt gegen Mac und Kelly vor. Die wiederum lassen sich nicht unterkriegen, erinnern sich an ihre eigenen wilden Zeiten und nehmen die Herausforderung an. So kommt es, wie es kommen muss: Der Nachbarschaftskrieg beginnt völlig zu eskalieren, und spätestens jetzt wird klar, dass progressiv ein extreeeeeeeeeeeem dehnbarer Begriff ist …

Seth Rogen, Amerikas derzeit oberster Cannabis-Prophet und einer der erfolgreichsten Komiker des Land of the Free, hat sich wieder mit dem Team seines Megahits Das ist das Ende zusammengetan, um erneut alles in Frage zu stellen, was der modernen Gesellschaft unserer heutigen Zeiten noch heilig sein könnte. Besonders erfrischend ist in diesem Fall Zac Efron, der sich von seinem Sauber-Boy-Image aber sowas von verabschiedet. Als Fazit kann gelten: Schleppt möglichst viele eurer konservativsten Familienmitglieder in diesen Film. Danach werden sie auch euch für Spießer halten und nie wieder wegen irgendwas kritisieren.

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel Bad Neighbors
Originaltitel Neighbors
Genre Komödie
Land, Jahr USA, 2014
Länge 96 Minuten
Regie Nicholas Stoller
Drehbuch Andrew J. Cohen, Brendan O'Brien
Kamera Brandon Trost
Schnitt Zene Baker
Musik Michael Andrews
Produktion Evan Goldberg, Seth Rogen, James Weaver
Darsteller Seth Rogen, Rose Byrne, Zac Efron, Dave Franco, Christopher Mintz-Plasse, Lisa Kudrow, Jake Johnson, Halston Sage, Carla Gallo
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

2 Kommentare

grottenschlecht

Da Zac Efron für mich in "17 Again" komödiantisches Talent bewiesen hat, bin ich in diesen Film gegangen. Hinausgegangen bin ich mit der Überzeugung, die schlechtest genutzen zwei Stunden meines Lebens verbracht zu haben. Witze unter der Gürtellinie, die nichts mehr mit Humor zu tun haben. Storylines, die sogar gar nicht so schlecht wären, verschwinden konsequent, nachdem sie angedacht wurden. Seth Rogens Charakter ist einfach nur blöd und man hofft schon nach wenigen Minuten, die Studenten würden es schaffen, das dämlich faselnde, mit dem Leben völlig überforderte (ich sage nur: Melk-Sequenz) Ehepaar aus dem Haus zu jagen. Wem Zac Efrons Bauchmuskeln die Kinokarte wert ist, kommt auf seine Kosten. An alle anderen: es ist alles sinnvoller als diesen völlig hirnlosen, überhaupt nicht lustigen Film anzusehen.

24. Mai 2014
15:14 Uhr

von ladymacbeth

was soll man dazu sagen...

Eigentlich ist der film das geld nicht wert, außer man erwartet sich einen film mit witzen unter jeder Gürtellinie.

Aber man muss schon sagen, dass genau das einem angepriesen wird... Es geht nur weiter als im Trailer zu sehen.

Und trotzdem kommt der film nur mit einer Kotzszene aus?

Dass die handlung lückenhaft ist wird wohl keine überrashung sein,

UND TROTZDEM kann man lachen, fühlt sich danach aber ein wenig schäbig ;)

3. Juli 2014
11:00 Uhr

von maLcom

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