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Hinterholz 8

Hinterholz 8

Komödie. Österreich 1998. 105 Minuten.

Regie: Harald Sicheritz
Mit: Nina Proll, Wolfgang Böck, Roland Düringer

Düringer baut! Und treibt damit sich, seine Familie und einen ganzen Ort in den Wahnsinn. Die Hard für Häuslbauer sozusagen.

Irgendwann baut bei uns jeder. Oder er würde es gern tun. Oder er denkt zumindest daran. Oder er bereut es bitterlich, jemals überhaupt daran gedacht zu haben. Dreieinhalb Millionen Österreicher stehen derzeit mit dem Bau eines Eigenheims in Verbindung. Das ist statistisch bewiesen. Und darum geht es in Hinterholz 8, der konsequenten Kino-Weiterführung des Kaberett-Erfolgs von Roland Düringer. Bau oder nicht Bau - das ist hier die Frage. "Der Roland hat dieses Thema quasi studiert, er kennt sich da gut aus, und ich hab´ in meiner Jugend sehr viel am Bau gearbeitet." Soweit Harald Sicheritz, aus dem Fernsehen als Regisseur des Kaisermühlen Blues bekannt und seit Muttertag und Freispiel sicherer Garant für Schmäh und Punlikumserfolg in der (ohnhin nicht sonderlich erfolgsverwöhnten) österreichischen Kinolandschaft.
Der beste Witz entsteht aus der Tragödie. Und am lautesten lachen wir immer über die Trotteln, denen das Schicksal in einem fort mit dem Baseballschläger auf die Schädeldecke tippt. Das weiß Woody Allen. Roland Düringer weiß das auch.
Herr Krcal (Roland Düringer) ist eine Art österreichischer Donald Duck. Die anderen haben das Geld, er hat die Träume. Aber warum soll ein ganz normaler Mensch, der arbeiten und anpacken kann, nicht fähig sein, eine verfallene Runie im Wienerwald mit Hirnsaft, Muskelkraft und viel Eigeninitiative in ein wunderschönes Eigenheim im Grünen zu verwandeln - so schön und idyllisch gelegen, dass die Gattin (Nina Proll) auf ewig glücklich ist, der Sohn (Rudolf Rohaczek) sein Raumschiff Enterprise-Trauma verliert, die Kollegen (Wolfgang Böck, Reinhard Nowak) neidisch werden wie die Einser, und der ganzen Verwandtschaft der Rotz in den Nasen stecken bleibt, wenn sie auf Schnupperbesuch vorbeikommt. Ja, warum eigentlich nicht, denkt Krcal - und tappt voll in die Lieblingsfalle der Volkswirtschaft. Denn eigentlich ist nicht der Autofahrer, sondern der Häuselbauer die Melkkuh der österreichischen Nation.
Hinterholz 8 ist eine Chronik des Untergangs. Zuerst grinst der Krcal noch, als ihn sein Kreditberater (Alfred Dorfer) schwindlig rechnet, dann steht er Tag und Nacht am Bau, während sein Leben langsam in Fetzen fällt, und am Ende ist er zwar erledigt, aber noch lange nicht fertig. Das Haus ist eine Ruine. Herr Krcal mittlerweile auch.

Credits

Titel Hinterholz 8
Originaltitel Hinterholz 8
Genre Komödie
Land, Jahr Österreich, 1998
Länge 105 Minuten
Regie Harald Sicheritz
Drehbuch Roland Düringer, Harald Sicheritz
Kamera Walter Kindler
Schnitt Ingrid Koller
Musik Lothar Scherpe, Peter Herrmann
Darsteller Nina Proll, Wolfgang Böck, Roland Düringer, Rudolf Rohaczek, Reinhard Nowak, Alfred Dorfer, Lukas Resetarits, Eva Billisich, Andrea Eckert, Herwig Seeböck, Marijan Hinteregger
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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