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Diplomatie

Diplomatie

Drama. Deutschland, Frankreich 2014. 88 Minuten.

Regie: Volker Schlöndorff
Mit: André Dussollier, Niels Arestrup, Burghart Klaußner, Robert Stadlober

Wird Paris das Ende des 2. Weltkriegs überstehen? Zwei Männer haben das Schicksal der Stadt in ihren Händen … Volker Schlöndorffs packende Verfilmung des Theaterstücks von Cyril Gély.

Filmstart: 28. August 2014

Das vorzeitige Ende des Tausendjährigen Reichs ist abzusehen, nicht ganz drei Monate nach dem D-Day stehen die Alliierten Ende August 1944 vor den Toren von Paris. Doch der Führer selbst hat den Befehl erteilt: "Nur in Trümmern darf Paris in die Hände des Feindes fallen!", und sein lokaler Oberbefehlshaber Dietrich von Choltitz (Niels Arestrup), bereitet alles vor, Hitlers Befehl umzusetzen: Seine-Brücken und Kulturdenkmäler wie der Eiffelturm und die Kathedrale Notre-Dame sind vermint.
Dass Paris heute noch großteils in alter Schönheit glänzt, ist wahrscheinlich dem Mut und der Klugheit eines Mannes zu verdanken. Der schwedische Generalkonsul von Paris (gespielt von André Dussolier) versucht im Alleingang, nur "bewaffnet" mit seinem diplomatischen Geschick, von Choltitz von seinem Vorhaben abzubringen - und das alles eingedenk der alten Wahrheit: In der Liebe und im Krieg sind alle Mittel erlaubt.

Weltpolitik als packendes Strategiespiel um Leben und Tod: Der französische Autor Cyril Gély hielt sich in seinem gleichnamigen Theaterstück um zwei Männer und eine schicksalhafte Nacht eng an historische Tatsachen, Volker Schlöndorff (Homo Faber, Der neunte Tag) machte daraus einen spannenden, beeindruckend gespielten Historienfilm vor grandioser Kulisse.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Diplomatie
Originaltitel Diplomatie
Genre Drama
Land, Jahr Deutschland/Frankreich, 2014
Länge 88 Minuten
Regie Volker Schlöndorff
Drehbuch Cyril Gely, Volker Schlöndorff basierend auf dem Theaterstück von Cyril Gely
Kamera Michel Amathieu
Schnitt Virginie Bruant
Musik Jörg Lemberg
Produktion Marc de Bayser, Frank Le Wita
Darsteller André Dussollier, Niels Arestrup, Burghart Klaußner, Robert Stadlober
Verleih Thimfilm

1 Kommentar

Um Kopf und Kragen

Vor wichtigen politischen Wahlen erfreuen sich Kopf-an-Kopf-Gespräche und "Elefantenrunden" im Fernsehen hoher Einschaltquoten. So spannend kann ein verbaler Schlagabtausch sein, auch wenn es nicht um Kopf und Kragen geht. Wie spannend müssen dann Gespräche sein, die über Fortbestand und Vernichtung einer Millionenstadt entscheiden? Blechtrommler Volker Schlöndorff hat sich eines Zwei-Personen-Stückes angenommen und dieses auf die Leinwand gebracht, angeblich nach authentischen Aufzeichnungen. Herausgekommen ist ein packendes Streitgespräch auf Augenhöhe, plausibel und nachvollziehbar. Dei beiden europäischen Altstars schenken sich nichts, wobei hier klar wird, wer hier den emotionalen und wer den intellektuellen Part übernommen hat. Resümee des Filmes: Mit Worten mag vieles zu vereiteln sein, aber um Manipulation und Täuschung kommt man nicht drum rum.

28. September 2015
21:48 Uhr

von filmgenuss

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