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Zwei Tage, eine Nacht

Deux jours, une nuit

Drama. Belgien, Frankreich, Italien 2014. 95 Minuten.

Regie: Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne
Mit: Marion Cotillard, Fabrizio Rongione

Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard (La vie en rose) als Frau in der Krise - unter der Regie der belgischen Meister Jean-Pierre und Luc Dardenne.

Filmstart: 31. Oktober 2014

Business brutal. Stell dir vor, du kommst in die Arbeit, nach monatelangen schweren Depressionen. Dein Mann hat keinen Job, die Kinder brauchen Schulsachen, alles hängt von deinem Einkommen ab. Und dann die Nachricht: Sorry, deine Stelle existiert nicht mehr. Einsparungen, wirtschaftliche Zwänge, blabla, danke für dein Verständnis, Aufwiedersehen.
Sandra (Marion Cotillard) ist fassungslos, doch Aufgeben kommt nicht in Frage. Sie spricht mit dem Chef. Und der macht einen Vorschlag: Wenn Sandra schafft, die anderen zu überzeugen, auf ihren Tausend-Euro-Bonus zu verzichten - dann darf sie ihren Job behalten. Es ist ein Kuhhandel. Doch Sandra hat keine Wahl: Ein Wochenende bleibt ihr, um Kolleginnen und Kollegen umzustimmen, Menschen, die das Geld selbst dringend brauchen. Es ist der härteste Kampf, den sie jemals ausfechten musste …

Die zweifachen Cannes-Gewinner Jean-Pierre und Luc Dardenne (L'enfant - Das Kind, Rosetta) werden mit Zwei Tage, eine Nacht ihrem Ruf erneut gerecht: Es ist ein menschliches Drama, das unmittelbar Kritik an einem unerbittlichen System übt, zwingend in seiner Dringlichkeit, und virtuos gespielt - ein Film, der niemanden kalt lässt.

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Zwei Tage, eine Nacht
Originaltitel Deux jours, une nuit
Genre Drama
Land, Jahr Belgien/Frankreich/Italien, 2014
Länge 95 Minuten
Regie Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne
Drehbuch Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne
Kamera Alain Marcoen
Schnitt Marie-Hélène Dozo
Produktion Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne, Denis Freyd
Darsteller Marion Cotillard, Fabrizio Rongione, Olivier Gourmet, Pili Groyne, Simon Caudry, Catherine Salée, Batiste Sornin
Verleih Thimfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

Working Class Hero

Eine labile, zerbrechliche Marion Cotillard kämpft um ihre Existenz - und damit auch gegen sich selbst. Natürlich ist der neueste Film der Gebrüder Dardenne Kinorealismus pur. Keine Musik, keine Effekte, pure Kamera. Aber was anderes braucht es in dieser höchst bemerkenswerten Sozial- und Gesellschaftsstudie wirklich nicht. Der Film ist eine spannende Tour de Force um das Recht, zu arbeiten und zu existieren. Gleichzeit aber auch ein trauriger Schauplatzbericht über Solidarität und Arbeitgeberwillkür. Cotillard spielt ihre Rolle als depressive Mutter, die über sich selbst hinauswächst, angenehm zurückhaltend und glaubwürdig. Ein wichtiges, vielschichtiges Stück Kino - die 12 Geschworenen der Arbeiterklasse.

21. April 2015
11:27 Uhr

von filmgenuss

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