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Hüter der Erinnerung - The Giver

The Giver

Drama, Fantasy, Literaturverfilmung. USA 2014. 97 Minuten.

Regie: Phillip Noyce
Mit: Brenton Thwaites, Jeff Bridges, Meryl Streep

Harmonie als Horror-Vision. In der Verfilmung des Jugendbuch-Bestsellers liegt die Zukunft einer aller Emotionen und Freiheiten beraubten, von Meryl Streep kontrollierten Gesellschaft in den Händen von Giver Jeff Bridges und seinem jugendlichen Nachfolger Jonas (Brenton Thwaites).

Filmstart: 3. Oktober 2014

Gleichheit. In der postapokalyptischen Gesellschaft von Hüter der Erinnerung gehören Hunger, Kriege und Krankheiten der Vergangenheit an, ein Ältestenrat (als Vorsitzende: Meryl Streep) wacht über die völlig gleichgeschaltete Gemeinschaft, bewahrt die freud- und farblose Ordnung und trifft alle Entscheidungen - denn die Erfahrung hat gelehrt: Wenn Menschen sich entscheiden dürfen, entscheiden sie sich falsch.

Harmonie. Es ist ein Zusammenleben ohne Konflikte, aber auch ohne jede Gefühle, mit täglichen Injektionen wird den Emotionen daher Einhalt geboten. Nur eine einzige Person in der Gemeinschaft weiß, was den Menschen damit genommen wird: der Giver, der Hüter der Erinnerung (Jeff Bridges). Unter der Last der geheimen Erinnerungen der gesamten Menschheit ist der alte Mann müde geworden, als sein Nachfolger wird der 16-jährige Jonas (Brenton Thwaites) bestimmt. Alles Wissen aus der Zeit vor der Gleichheit, Wissen über das Spektrum menschlicher Emotionen, geht Schritt für Schritt auf Jonas über. Der Teenager lernt die Freiheit kennen - und das Glück und die Zufriedenheit, die man daraus schöpfen kann.

Chaos. Jonas beginnt, die verpflichtenden morgendlichen Injektionen auszulassen. Plötzlich kann er Farben wahrnehmen, Gefühle zulassen, und er erkennt die schockierende Wahrheit hinter dem Anschein, den der Ältestenrat dieser Gesellschaftsordnung verpasst hat. Jonas rebelliert - und findet im Hüter der Erinnerung einen Verbündeten. Um das System zu stürzen, muss Jonas die Grenzen seiner Welt überwinden. Wenn er es schafft, aus dem Kollektiv auszubrechen, würden sämtliche Erinnerungen wieder zu den Menschen zurückkehren ...

Freiheit, Individualität, Emotionen: Welchen Preis sind wir bereit, dafür zu zahlen? Die Verfilmung des 1993 erschienenen dystopischen Jugendromans (dem drei Fortsetzungen folgten) der US-Autorin Lois Lowry ist ein Herzensprojekt von Giver-Darsteller Jeff Bridges, der auch als Ko-Produzent fungiert. Film & Roman fordern das jugendliche Zielpublikum mit existenziellen Fragen - Regisseur Phillip Noyce (Salt, Long Walk Home) hat den Stoff mit hochkarätigen Stars, jungen Talenten und in eindrucksvoll schönen Bildern inszeniert.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Hüter der Erinnerung - The Giver
Originaltitel The Giver
Genre Drama/Fantasy/Literaturverfilmung
Land, Jahr USA, 2014
Länge 97 Minuten
Regie Phillip Noyce
Drehbuch Michael Mitnick, Robert B. Weide basierend auf dem Jugendbuch von Lois Lowry
Kamera Ross Emery
Schnitt Barry Alexander Brown
Musik Marco Beltrami
Produktion Jeff Bridges, Neil Koenigsberg, Nikki Silver
Darsteller Brenton Thwaites, Jeff Bridges, Meryl Streep, Odeya Rush, Cameron Monaghan, Alexander Skarsgård, Katie Holmes, Taylor Swift
Verleih Constantin Film

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

Can you feel it?

Dystopische Welten, in denen die Unterdrückung und Beherrschung von Gefühlen eine große Rolle spielen, sind nichts Neues mehr. Sowohl in der Literatur als auch in Filmen wie "Equilibrium" oder "Its all about Love" fokusiert die Schreckensvision einer Zukunft eine entemotionalisierte Gesellschaft, um die Unberechenbarkeit des Menschen in den Griff zu bekommen. Die jüngste, etwas weichgespülte Interpretation mit einem zur Selbtsparodie neigenden Jeff Bridges ist nur einer von vielen Versuchen aus der Filmbranche, ein Stück vom Kuchen aus der Teen-Fiction-Welle herauszuschneiden. Von der Grundidee zwar interessant und szenenweise auch recht spannend, sind die logischen Konsequenzen einer emotionslosen Welt dennoch nicht ganz durchdacht. Gegen die daraus resultierende Naivität des Filmes kommt letzten Endes nicht mal Meryl Streep in einer undankbaren Nebenrolle an.

16. April 2015
19:28 Uhr

von filmgenuss

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