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Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)

Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance)

Tragikomödie. USA 2014. 119 Minuten.

Regie: Alejandro González Iñárritu
Mit: Michael Keaton, Emma Stone, Edward Norton

Ein einst als Superheld berühmter Hollywood-Schauspieler (Michael Keaton) versucht am Broadway ein Comeback - assisstiert von seiner vernachlässigten Tochter (Emma Stone), genervt von seinem Anwalt (Zach Galifianakis) und in den Wahnsinn getrieben von seinem Method-acting-versessenen Kollegen (Edward Norton).

Filmstart: 30. Januar 2015

Fallen Hero. Noch vor wenigen Jahren hatte er noch echte Superkräfte - zumindest auf der Leinwand. Heute ist er einer von tausenden Schauspielern, die einen Job suchen. Birdman, das war er: Riggan Thomson (Ex-Batman Michael Keaton) war als Held der Comic-Verfilmungen weltberühmt. Heute kräht kein Hahn mehr nach ihm.

On Stage. Da bietet sich eine neue Chance: Am Broadway will Riggan als seriöser Regisseur und Schauspieler ein großes Comeback starten. Doch die Sache läuft nicht gerade wie geschmiert. Sein neuer Hauptdarsteller (Edward Norton) nervt extrem, der ist nicht nur unerträglicher Egomane, sondern auch besessener Method-Actor: Die Bühnen-Räusche mit echtem Gin sind schon übel, aber der echte Bühnen-Sex mit seiner Kollegin und Freundin (Naomi Watts) ist doch too much. Dazu kommt noch Riggans schwierige Beziehung mit seiner Tochter und Assistentin (Emma Stone), frisch aus der Rehab, - und die Tatsache, dass kurz vor der Premiere auf einmal der echte Birdman vor ihm steht und ihm mitteilt, was für ein Loser er denn sei …

Mit seinem insgesamt fünften Spielfilm hat der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu (Amores perros, 21 Gramm) sein bisher stärkstes Kino-Werk abgeliefert: eine formal eindrucksvolle (es gibt praktisch keinen sichtbaren Schnitt den ganzen Film hindurch), ebenso lustige wie tiefgründige Abhandlung über die unerschütterlichen Eitelkeiten des Showbiz und den kleinen, aber essenziellen Unterschied zwischen Superheld und Nichtsnutz.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)
Originaltitel Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance)
Genre Tragikomödie
Land, Jahr USA, 2014
Länge 119 Minuten
Regie Alejandro González Iñárritu
Drehbuch Alejandro González Iñárritu, Nicolás Giacobone, Alexander Dinelaris, Armando Bo
Kamera Emmanuel Lubezki
Schnitt Douglas Crise, Stephen Mirrione
Musik Antonio Sanchez
Produktion Alejandro González Iñárritu
Darsteller Michael Keaton, Emma Stone, Edward Norton, Naomi Watts, Andrea Riseborough, Zach Galifianakis, Amy Ryan, Damian Young, Merritt Wever, Lindsay Duncan
Verleih Centfox

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

5 Kommentare

Schlicht groß-ar-tig!!

Ein wunderbarer Film, es wird viel Gescheites, Lustiges, Böses und Wahres gesprochen, es wird großartig gespielt, die Kamera ist formidabel ... Die Rauchpause in der Unterhose mit anschließendem unfreiwilligem Ausflug auf den Times Square ist schon jetzt Kult! Mein Oscar-Favorit!

30. Januar 2015
12:03 Uhr

von Virago95

War nicht so begeistert

Auch wenn die Performance der Schauspieler wirklich großartig ist und manche Textpassagen ganz schön böse und schwarz humorig sind, ich bin nicht begeistert aus dem Film hinausgegangen. Es plätschert so dahin und man wartet, dass endlich etwas passiert. Dafür muss man sich den Film aber zu Ende anschauen.

12. Februar 2015
13:04 Uhr

von Mantahunter

Überbewertet

Oscar als Bester Film? Naja ... Kamera-Führung ist fürs Auge anstrengend, Musik-Begleitung nervt (irgendein Getrommel) und Story überzeugt noch weniger. Die schauspielerische Leitung mag gut sein und hier und da gibt's einen Lacher, aber das wars für mich leider auch schon ...

16. März 2015
11:57 Uhr

von Cornetto

Großartig!

Verdienter Oscar!!
Innovative Kameraführung ist zu Beginn gewöhnungsbedürftig, aber dann führt sie einen direkt hinein in die Eingeweide des Theaters und macht die klaustrophobische Lebenskrise der Hauptfigur greifbar!
Edward Norton hätte den Oscar langsam auch mal verdient - just saying :-)

3. April 2015
00:20 Uhr

von ladymacbeth

Ich bin ein Star, holt mich hier raus!

Der erste Film Inarritus, der ansatzweise als Komödie zu bezeichnen wäre, ist ein filmtechnischer Geniestreich. Die in seinen Dialogen brillante Kunst- und Mediensatire ist eine einzige, lange Kamersequenz ohne Schnitt und schnellem Richtungswechsel und erweckt damit die Illusion des Dabeiseins bis zur Vollkommenheit. Geradezu ungeniert distanzlos nähert sich die Kamera seinen Figuren, ohne sie aber bloßzustellen. Die schauspielerische, visuelle Intensität des Filmes ist das wirklich Sehenswerte - die Story hinter dem augenzwinkernden Wahnsinn aus Bühne und Social Media ist es weniger, was nicht heissen soll, dass die Geschichte schlecht erzählt ist. Viel eher wäre aus der grundehrlichen Nabelschau über die Leere und Substanzlosigkeit neuzeitlichen Ruhms im Schatten von "Gefällt mir"-Buttons und Blog-Followern eine beissende, ins Herz treffende Groteske werden können. Was bleibt ist märchenhaft-absurdes Theater mit weniger Biss als erwartet.

16. April 2015
19:26 Uhr

von filmgenuss

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