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Traumfrauen

Traumfrauen

Komödie. Deutschland 2014.

Regie: Anika Decker
Mit: Karoline Herfurth, Hannah Herzsprung, Iris Berben, Elyas M'Barek

Vier Frauen und ein Sündenfall: Hannah Herzsprung, Karoline Herfurth, Palina Rojinski und Iris Berben in heftigen Herzenswirren! Erfreuliches Regiedebüt von Keinohrhasen- & Zweiohrküken-Autorin Anika Decker mit einem Gastauftritt von "Vorstadtweib" Nina Proll.

Filmstart: 20. Februar 2015

Am Anfang ist immer alles so schön und einfach: Leni (Hannah Herzsprung) braucht erst gar keine rosa Brille, um das Leben in Pastelltönen zu sehen. Sie besitzt ein schnuckeliges kleines Café, und auch privat ist bald alles in trockenen Tüchern: Sobald der endlich die neue Wohnung klar gemacht hat, will sie mit ihrem Lebensgefährten Philipp (Dejan Bucin) zusammenziehen. Doch halt, wir wären nicht in einer Liebeskomödie, wenns so locker flockig weitergehen würde. Genau: Jetzt kommt das große Aber. In diesem Fall heißt es Monika und ist ebenfalls mit Philip zusammen: von Märchenprinz zu treuloser Schuft in 10 Sekunden.

Planwechsel. Zum gewaltigen Liebeskummer kommen jetzt auch ganz existenzielle Sorgen: Leni hat ihre eigene Wohnung in freudiger Erwartung des kommenden Zusammenwohntraums nämlich längst gekündigt und muss dringend ausziehen. Als Retterin in der Not erweist sich Lenis Schwester Hannah (Karoline Herfurth): Kurzfristig darf Leni in ihre WG einziehen, die Hannah mit ihrer Freundin Vivienne, genannt Vivi (Palina Rojinski) teilt. Auch diese beiden sind vom Liebesglück nicht gerade verfolgt: Hannah leidet unter Perfektionswahn und Minderwertigkeitskomplexen - sie will immer alles richtig machen, und scheitert kläglich an ihren viel zu hohen Ansprüchen an sich selbst. So hechelt sie dem ach so tollen, aber reichlich uninteressierten Constantin (Max von Thun) nach, wenn sie sich nicht gerade in der Anwaltskanzlei, in der sie arbeitet, halb ins Burnout stresst. Kein Wunder, dass die Gute extrem unentspannt daherkommt, was schließlich auch ihren Chefs auffällt: Nachdem ihr aufgestauter Grant einmal mehr am völlig falschen Platz überkocht, wird sie fristlos entlassen.

Fast ganz anders. Vivi dagegen lustwandelt stolz und souverän durchs Leben - auf den ersten Blick zumindest. Sie genießt heiße Affären ohne Verantwortung: Wenn man das Herz nicht verschenkt, dann kann es auch keiner kaputtmachen. Klar geht auch die Strategie nicht lange gut. Vivi gerät mit dem coolen Peter (Frederick Lau) an ihren Meister: Der lässt sich von ihrer Zuckerbrot-Peitsche-Routine nämlich wenig beeindrucken - dafür ist sie auf einmal ganz ordentlich verknallt.

Mama calling. Das alles tritt aber wie selbstverständlich in den Hintergrund, als Margaux (Iris Berben) auf der Bildfläche erscheint. Sie ist Hannahs und Lenis Mama - und ebenfalls von Amor in den Arsch gebissen worden: Nach Jahrzehnten der materiellen und emotionalen Sicherheit hat Ehemann Carl (Friedrich von Thun) sie Hals über Kopf für eine um 30 Jahre Jüngere (Nina Proll) verlassen. Nun muss sich Margaux nach langer Zeit erstmals wieder selbständig im echten Leben zurechtfinden - eine schier unlösbare Aufgabe. Inzwischen kommt Leni an der Liebesfront allerdings wieder ein Stückchen weiter: Weil ihr Vivi gegen den Herzschmerz ihre patentierte "One night stand forte"-Therapie empfohlen hat, am besten dreimal täglich, lässt sie sichs des Nachts an der Bar gut gehen, und trifft den attraktiven Joseph (Fack ju Göhte-Star Elyas M’Barek). Doch knapp vor der Zielgerade ins Happyend legt sich das Schicksal natürlich nochmal ordentlich quer - wie gesagt, einfach ists schließlich immer nur am Anfang.

Vier gewinnt. Mit der seelenvollen Hannah Herzsprung, der charismatischen Karoline Herfurth, der quirligen Palina Rojinski und der unvergleichlichen Iris Berben gelang hier ein Casting-Coup, der im langsam etwas ausgetretenen Genre der "neuen deutschen Beziehungskomödie" angenehm überrascht. Dass die vier Schauspielerinnen ihr großes komödiantisches Talent hier so ungehindert ausspielen dürfen, verdanken Sie vor allem dem knackigen Drehbuch von Anita Decker - die nach dem großen Erfolg ihrer Drehbücher für  Rubbeldiekatz, Keinohrhasen und Zweiohrküken beschlossen hat, ihre Traumfrauen selbst zu inszenieren: "Als Autor sammelt und hamstert man Geschichten. In meiner Schublade stapeln sich Unmengen von Entwürfen zu Frauenfiguren, die ich gern schreiben wollte", meint Decker. "Und als ich über das Nachfolgeprojekt zu Zweiohrküken nachdachte, kam mir irgendwann mal die Idee: Man muss doch nicht immer nur eine Figur in den Mittelpunkt stellen - warum nicht einfach die Geschichte von ein paar dieser Frauen erzählen?"

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Traumfrauen
Originaltitel Traumfrauen
Genre Komödie
Land, Jahr Deutschland, 2014
Regie Anika Decker
Drehbuch Anika Decker
Kamera Andreas Berger
Schnitt Charles Ladmiral
Musik Jean Christoph Ritter
Produktion Lothar Hellinger, Christopher Doll
Darsteller Karoline Herfurth, Hannah Herzsprung, Iris Berben, Elyas M'Barek, Palina Rojinski, Friedrich von Thun, Max von Thun, Nina Proll, Frederick Lau
Verleih Warner

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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