Filminfo zu

Superwelt

Superwelt

Drama. Österreich 2014.

Regie: Karl Markovics
Mit: Ulrike Beimpold

Eine einfache Supermarktkassierin (Ulrike Beimpold) hört plötzlich die Stimme Gottes - und muss lernen, mit der Elementarerfahrung klarzukommen. Nicht so einfach im Vorstadt-Idyll … Karl Markovics' zweite Regiearbeit nach Atmen.

Filmstart: 20. März 2015

Arbeit, Haushalt, Fernsehen. Es ist ein geradezu lähmend normales Leben, das von Gabi Kovanda (Ulrike Beimpold). Die Tochter ist aus dem Haus, der Teenager-Sohn lebt sein eigenes Leben. Aus der Ehe mit Hannes (Rainer Wöss) ist die Romantik schon so lange draußen, dass man sich gar nicht mehr wirklich vorstellen kann, dass da überhaupt mal sowas wie große Liebe war. Und der Job als Supermarktkassierin - mit dem Ehemann als Alleinverdiener geht sichs einfach nicht mehr aus heutzutage - ist auch nicht gerade prickelnd. Aber geduldig folgt sie der täglichen Routine, vom traurigen Frühstück alleine am Küchentisch bis zum abendlichen gemeinsamen Fernsehen im tristen Wohnzimmer. Irgendwann kommt die Pension, und dann wird sicher alles besser.

Stimmen hören. Bis zu jenem denkwürdigen Sommertag, an dem Gabi zum ersten Mal die Stimme hört: Er spricht zu ihr. Er höchstpersönlich. Erst kann sie es, nein, will sie es nicht glauben - aber die Stimme in ihrem Kopf, die niemand außer ihr hören kann, ist weder Einbildung noch beginnender Wahnsinn: Gabi weiß einfach, dass da wirklich Gott zu ihr spricht. Nur: Was genau will er ihr eigentlich sagen?

Tief Luft holen. Mit seinem Regie-Debüt Atmen hat der zuvor vor allem als Theater- und TV-Darsteller hoch geschätzte Karl Markovics einen großen Wurf hingelegt: Die Geschichte eines jungen Mannes, der beherzt Steine wegräumt, die ihm das Schicksal in den Weg legt, wurde mehrfach ausgezeichnet und von der Kritik begeistert aufgenommen. Der Nachfolger ist ebenfalls wieder ein Blick in die Welt der "kleinen" Leute, mit der sich Markovics liebevoll und detailversessen auseinandersetzt. Er stöbert die tiefen Dramen hinter dem Klischee von der Vorstadtlangeweile auf. Und auch deren ganz besondere Schönheit: Wohl noch niemand hat die gepflegte Tristesse des niederösterreichischen Speckgürtels so ästhetisch und ungewöhnlich ins Bild gesetzt - und mit Hilfe der großartigen Darstellung von Ulrike Beimpold als gleicherweise unter- als auch überforderte Endvierzigerin mit so echtem, unverblümtem Leben erfüllt.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Superwelt
Originaltitel Superwelt
Genre Drama
Land, Jahr Österreich, 2014
Regie Karl Markovics
Drehbuch Karl Markovics
Kamera Michael Bindlechner
Schnitt Alarich Lenz
Musik Herbert Tucmandl
Produktion Dieter Pochlatko
Darsteller Ulrike Beimpold, Rainer Wöss, Nikolai Gemel, Thomas Mraz, Sibylle Kos, Angelika Strahser
Verleih Thimfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.