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Das Versprechen eines Lebens

The Water Diviner

Drama. Australien, Türkei, USA 2015. 111 Minuten.

Regie: Russell Crowe
Mit: Russell Crowe, Olga Kurylenko

Endlich hat auch Russell Crowe sein lang erwartetes Regiedebüt abgeliefert: Er erzählt die Geschichte eines australischen Bauern, der nach dem Ersten Weltkrieg in die Türkei reist, um seine Söhne zu finden.

War of the Worlds. Wenn von den Weltkriegen die Rede ist, vergisst man bei uns trotz der globalen Bezeichnung schnell, dass auch Menschen auf der entgegengesetzten Seite des Globus direkt und persönlich von den Kampfaktionen betroffen waren. So wie zum Beispiel in der schrecklichen Schlacht von Gallipoli von 1915 bis 1916, in der die Entente (Großbritannien, Frankreich, Russland) auf der türkischen Halbinsel Gallipoli das Osmanische Reich angriff - und schrecklich scheiterte. Beteiligt waren damals, als Teil des britischen Commonwealth, auch tausende australische Soldaten - und fast ironischerweise gilt die tragische Niederlage im Namen der damaligen Kolonialherren bis heute in Australien allgemein als tatsächlicher Geburtszeitpunkt für die junge Nation. Drei Jahre nach der Schlacht ist der Krieg zwar vorbei - aber der Schmerz keineswegs. Joshua Connor (Russell Crowe), ein australischer Bauer und Wünschelrutengänger, hat seine drei Söhne in den großen Krieg am anderen Ende der Welt schicken müssen. Alles, was zurückgekommen ist: ein Umschlag mit ein paar Briefen, Fotos und Tagebuchseiten. Nicht genug für den verzweifelten Vater: Er will zumindest die Leichen der Buben nach Hause holen. Also macht er sich auf die lange Reise in die Türkei.

Kulturschock. Als er in Konstantinopel, wie Istanbul damals hieß, ankommt, fühlt er sich nicht zu unrecht in einer völlig fremden Welt. Die Bürokratie scheint es fast unmöglich zu machen, die Spur seiner Söhne zu finden - doch er bekommt auch Hilfe: Von Ayshe (Olga Kurylenko), der Besitzerin des Hotels, in dem er wohnt. Von einem türkischen Kriegshelden (Yilmaz Erdoğan) - und nicht zuletzt von seiner eigenen Fähigkeit des Wünschelrutengehens.

Chefsache. Nach Jahrzehnten im Filmbiz hat sich Russell Crowe nun endlich auch einmal selbst auf den Regiestuhl gewagt - und natürlich hat er ein Drehbuch gewählt, das ihn besonders berührte. Autor Andrew Anastasios hat sich für die dramatische Geschichte übrigens von einem einzigen Satz inspirieren lassen, auf den er bei Forschungsarbeiten in einem Brief eines hochrangigen Armeeoffiziers, der in Gallipoli für die Aufräumungsarbeiten auf dem Schlachtfeld verantwortlich war, gelesen hat: "Ein alter Mann kam sogar extra aus Australien angereist, um nach dem Grab seines Sohnes zu suchen."

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Das Versprechen eines Lebens
Originaltitel The Water Diviner
Genre Drama
Land, Jahr Australien/Türkei/USA, 2015
Länge 111 Minuten
Regie Russell Crowe
Drehbuch Andrew Knight, Andrew Anastasios
Kamera Andrew Lesnie
Schnitt Matt Villa
Musik David Hirschfelder
Produktion Troy Lum, Andrew Mason, Keith Rodger
Darsteller Russell Crowe, Olga Kurylenko, Jai Courtney, Isabel Lucas, Cem Yilmaz, Damon Herriman, Jacqueline McKenzie, Yilmaz Erdogan
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

Filmstart? Nicht in Österreich!

Und wieder ein Film abseits des Hollywood-Mainstream, der (mit Termin 7.5.) angekündigt wird, auf den man monatelang wartet und der dann in keinem Kino auffindbar ist. Eine Nachfrage bei UPI hat ergeben, dass der Film gar nicht in österreichischen Kinos gezeigt wird.
Detail am Rande: Sogar in Finnland (5,5 Mio Einwohner - also weitaus weniger potenzielle Zuseher als bei uns) ist der Film zu sehen und natürlich auch in Deutschland - nur der Filmverleih in Österreich traut sich offenbar nicht über einen Film, der sich mit dem Thema Erster Weltkrieg befasst.

10. Mai 2015
20:25 Uhr

von minnie464

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