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Krampus

Krampus

Fantasy, Horror. USA 2015. 90 Minuten.

Regie: Michael Dougherty
Mit: Adam Scott, Toni Collette, Krista Stadler

„Und wenn du nicht brav bist, dann holt dich halt der Kramperl“: Hollywood hat die ländliche elterliche Erziehungsdrohung nun tatsächlich in Bild und Wort wahr werden lassen und das scheußliche Zungen- und Zottelmonstrum inmitten des amerikanischen Weihnachtswahnsinns abgesetzt. Mitten drin: Österreichs Schauspiellegende Krista Stadler.

Filmstart: 3. Dezember 2015

Waltz und Weihnachten. Es ging um Sigmund Freud und die Traumatisierungsstrategien des Katholizismus, also um echt Österreichisches, als Christoph Waltz im letzten Dezember auf dem Sofa von US-Late Night-Talker Jimmy Fallon Platz nahm. Aber es war vor allem ein Ausflug in die alpenländische Allgemeinbefindlichkeit, die dem Host und seinem Publikum ungläubiges Staunen entlockte (und Waltz’ Auftritt zum weltweiten Youtube-Hit machte): ein im Alpenraum immer noch mit großer Leidenschaft gepflegter, jährlich hemmungslos ausgelebter archaischer Brauch, der um eine bucklig-zottelige Kreatur mit langen Hörnern und noch längerer Zunge kreist, die als evil Sidekick des Heiligen Nikolo freche Kinder bestraft. Ganz genau: Millionen Amis hatten eben Bekanntschaft mit dem Krampus gemacht.

Familie und Feiertage. Kaum ein Jahr ist seitdem vergangen, und Waltz’ Ausführungen tragen schon Früchte – in Form eines Films, der das heimisch-heidnische Brauchtum mal eben so mitten in God’s own Country transportiert. Dort ist grad wieder mal Weihnachten, als wir in die Handlung einsteigen. Für den jungen Max (Emjay Anthony) nicht die besinnlichste, sondern die bescheuertste Zeit des Jahres: Verwandte, denen man den Rest des Jahres in gegenseitigem Einvernehmen so selten wie möglich über den Weg läuft, halten nun Einzug ins traute Heim, die Eltern (Toni Collette und Adam Scott) sind noch ein wenig gereizter drauf als zumeist – und dann beginnt alles auch noch so richtig aus dem Ruder zu laufen … Zu einem Stromausfall gesellt sich nämlich noch weit ärgeres Unheil: Ein mies gelaunter Dämon von schröcklicher Gestalt, der es auf alle abgesehen hat, die unartig waren (weil sie den Weihnachtswunschzettel zerrissen haben?). Die Oma (Krista Stadler!) ist sich sicher: Jössas, das muss er sein, der Krampus!

Amblin und Advent. Dass Michael Dougherty, der Kopf hinter diesem Projekt, als Kind in den Achtzigern von Steven Spielbergs Amblin Entertainment und dessen Filmen geprägt wurde, will er gar nicht leugnen. Und er könnte es auch gar nicht, so zielstrebig wie er sich in seiner zweiten Regiearbeit auf die Spuren von Gremlins und Co. begibt, dabei pointiertes Familiendrama, schneidige Fantasy und unzimperlichen Horror unter eine Haube bringt und solcherart obendrein mal eben dem schlechten alten Kramperl ein filmisches Monument hinstellt. Denn dass der mal als maliziöse Mehrmeterkreatur aus der Digitalwunderschmiede Weta quer über das Erdenrund für Angst und Schrecken sorgen würde können, das hätte er uns während seiner Lehrjahre bei unzähligen Perchtenläufen wohl auch nicht eralbträumen lassen.

Text:  Christoph Prenner

Credits

Titel Krampus
Originaltitel Krampus
Genre Fantasy/Horror
Land, Jahr USA, 2015
Länge 90 Minuten
Regie Michael Dougherty
Drehbuch Michael Dougherty, Todd Casey, Zach Shields
Kamera Jules O’Loughlin
Schnitt John Axelrad
Musik John Ottman, Douglas Pipes
Produktion Michael Dougherty, Alex Garcia, Jon Jashni, Thomas Tull
Darsteller Adam Scott, Toni Collette, Krista Stadler, Allison Tolman, David Koechner, Conchata Ferrell, Emjay Anthony, Stefania Owen
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

3 Kommentare

schade um die € 8,50

Habe selten einen mieseren Ami-Schrott gesehen als diesen Film.
Hat aber so was von gar nichts weder vom Krampus, noch von der versprochenen Geschichte.
Kurz gefasst: Anfang (die ersten 20 Min. oder so) ganz gut, dann kurz spannend (aber auch nur dank exzessiver Steven King Anleihen); der Rest amerikanisches Klischee (der Geist von Weihnachten, Familien-"Idylle", etc.)
Was Krampus mit Weihnachten 24./25.12. zu tun hat, wird nicht klar, genauso wenig wie so ziemlich alles andere.

Habe mich durch die Erwähnung von Christoph Waltz' Late Night Show Talk bei Jimmy Fallon (https://youtu.be/VbkGuCozc9M) dazu bewegen lassen, den Film anzuschauen.

What a waste of time and money!
Wenigstens die Nachos waren gut ...

6. Dezember 2015
14:33 Uhr

von ampfSK

Ein Horror ...

Toni Collette gehört ihre Oscar-Nominierung weggenommen, für diesen Mist. Und: was soll Krista Stadler in diesem Film? Sie spricht unverständliches Zeug, das wahrscheinlich "vorarlbergerisch" sein soll. Man würde Untertitel dafür brauchen. Spielt aber keine Rolle, dass man sie nicht versteht. Dieser Film ist seit langem der schlechteste, den ich im Kino gesehen habe. Jeder Film auf "Tele 5" ist eine Perle dagegen. Langeweile pur und nichts als lächerlich.

14. Dezember 2015
09:27 Uhr

von nicknock

meh..

..beschreibt diesen Film am besten. Meh. Nicht gut, auch nicht sooo extrem schlecht, einfach meh. Erinnert an trashige Filme die vor der Advents- oder Halloweenzeit (siehe Halloweentown und ähnliches) gezeigt werden.

Die größte Reaktion im Kinosaal war die Frage nach dem Akzent von Krista Stadler - Was sollte das sein? Bayrisch? Vorarlbergerisch? Ein Mischmasch aus dem was die Synchronsprecher unter starken Dialekt verstehen?

Ich schließe mich meinen Vorgängern an - macht euch nicht die Mühe tatsächlich Tickets zu kaufen - wartet noch 1,2 Jahre und der Film wird um 16:00 in allen schlechteren Fernsehsendern gezeigt.

15. Dezember 2015
15:13 Uhr

von molangi

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