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Ein Schotte macht noch keinen Sommer

What We Did on Our Holiday

Tragikomödie. GB 2014. 95 Minuten.

Regie: Andy Hamilton, Guy Jenkin
Mit: Billy Connolly, Rosamund Pike, David Tennant

Verwandtschaftschaos. Im Clan der McLeods gehts turbulent zu: Die einen lügen, die anderen sind einfach Arschlöcher, und mittendrin sitzt Rosamunde Pike und glaubt, sie sieht nicht richtig: verrückte Familienkomödie von Andy Hamilton und Guy Jenkin.

Filmstart: 21. November 2014

Notlüge. Oh, wie schön, Familienfest! Ungetrübte Harmonie! Abi (Rosamund Pike, Gone Girl) und Doug (David Tennant, Dr. Who, Broadchurch) freuen sich ganz sakrisch, dass Dougs Papa Gordy McLeod (Schottlands Superstar Billy Connolly) 75 wird - und noch mehr darüber, gemeinsam mit ihren drei zuckersüßen, vorlauten Kindern nach Schottland auf den Familienbesitz der McLeods zu fahren, um hier ein umfangreiches Geburtstagsfest abzuwickeln. Unglücklicherweise haben Doug und Abi der Verwandtschaft nie gestanden, dass sie getrennt sind und längst nur noch per Anwalt miteinander kommunizieren. Nun ist Opa Gordy allerdings krebskrank. Wer weiß, wie lang er noch zu leben hat - also soll die Wahrheit niemandem die Laune verderben. Versprochen, Kinder?

Partytier. Einer aufgeweckten Fünfjährigen ein Schweigegelübde abzuverlangen ist ungefähr so zweckmäßig, wie einen Schwarm Hühner vom Gackern abzuhalten: Jess (die hinreißende kleine Harriet Turnbull) platzt ungefähr in Minute zwei nach Ankunft mit der frohen Kunde heraus. Dabei war die Stimmung eh schon getrübt: Dougs Bruder Gavin (Ben Miller) ist ein unguter Investmentbanker, hat das ganze Haus mit angeberischer Technik ausgestattet und sonst nicht viel beizutragen, und seine Frau steht kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Zumindest Opa, den die Party nur mäßig interessiert, hat die Ruhe weg: Er verarscht gutmütig seine Söhne, fachsimpelt mit dem kleinen Mickey (Bobby Smalldridge) über die Wikingervergangenheit der Familie, und als sich ein freier Moment ergibt, entwischt er mit den Enkerln zum Strand. Inzwischen laufen die aufwendigen Partyvorbereitungen weiter, mit Dudelsackband, Festzelt und Blumenschmuck. Doch es kommt alles anders als geplant …

Aberwitz. Die Briten Andy Hamilton und Guy Jenkin, in ihrer Heimat bekannt für ihre durchgeknallte Fernsehserie Outnumbered, wagen sich hier erstmals an die große Leinwand - und das funktioniert ganz hervorragend. Vor allem die drei Kinderdarsteller spielen ihre erwachsenen Kollegen mit viel Witz und noch mehr Improvisationsgabe mühelos an die Wand: Ein Schotte macht noch keinen Sommer ist wildes,  warmherziges Familienkino, das sich um keine Tabus schert. Hochsympathisch!

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Ein Schotte macht noch keinen Sommer
Originaltitel What We Did on Our Holiday
Genre Tragikomödie
Land, Jahr GB, 2014
Länge 95 Minuten
Regie Andy Hamilton, Guy Jenkin
Drehbuch Andy Hamilton, Guy Jenkin
Kamera Martin Hawkins
Schnitt Steve Tempia, Mark Williams
Musik Alex Heffes
Produktion David M. Thompson, Dan Winch
Darsteller Billy Connolly, Rosamund Pike, David Tennant, Amelia Bullmore, Ben Miller, Emilia Jones, Bobby Smalldridge, Alexia Barlier
Verleih Tobis

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

3 Kommentare

Übersetzungsleiden

Habe ihn mir angesehen und schnell festgestellt, dass die Figuren sehr plastisch wirken. Trotzdem finde Ich ihn locker, leicht und sehenswert. Typisch britischer Humor - dezent schmerzhaft unter der Gürtellinie angesetzt.

24. November 2014
18:25 Uhr

von StephanDoerr

Auf Englisch (bzw. Schottisch) ansehen

Sofern man ausreichend Englisch versteht empfehle ich diesen Film auf Englisch anzusehen. Sehr lustiger und gefühlvoller Film. Die Kinder sind absolut fantastisch und wirken absolut natürlich. Manchmal lacht man, manchmal zerdrückt man eine Träne und manchmal macht man beides auf einmal. Sehr empfehlenswert.

27. November 2014
00:19 Uhr

von shirubia

Mit Kinderaugen sehen

Was zuerst aussieht, als wäre es eine schon zigfach gesehene schnöde Interpretation diverses Familienstreitigkeiten, entpuppt sich in der zweiten Hälfte des Filmes als sensibles, berührendes filmisches Kleinod über unsere Welt, die man auch mit anderen Augen sehen kann. Und zwar mit denen eines Kindes. Konventionen und anerzogene, wenig hinterfragte Regeln haben in der Welt der Kleinen kaum Bedeutung, und so folgt das Erfinden und Entdecken der Realität, sowie das Miteinander bis über den Tod hinaus ganz anderen, neuen und wahrhaftigen Interpretationen. Der wunderbare kleine Film lässt Andersdenken zu, entlarvt die Nichtigkeit von Erwachsenenproblemen und regt dazu an, das Kind in einem selbst dazu zu nutzen, wieder einmal die Perspektive aufs eigene Leben zu wechseln. Wohltuendes, antwortgebendes Sinnkino.

19. Mai 2015
09:45 Uhr

von filmgenuss

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