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Spectre

James Bond 007 - Spectre

Action-Thriller. GB, USA 2015. 150 Minuten.

Regie: Sam Mendes
Mit: Daniel Craig, Christoph Waltz

In seinem 4. Bond-Abenteuer verschlägt es Daniel Craig als 007 bis in die österreichischen Alpen. Die Mission: dem internationalen Verbrechersyndicat SPECTRE das Handwerk legen. Dabei rettet er Léa Seydoux, verführt Monica Bellucci und legt sich mit Oberschurke Christoph Waltz an. Action!

Filmstart: 6. November 2015

Jetzt ist schon wieder was passiert. Gerade erst hat sich James Bond (Daniel Craig, eh klar) so halbwegs von seinem Skyfall-Abenteuer erholt – der Infight mit dem durchgeknallten Ex-Kollegen Silva (wir erinnern uns mit Freude und Schrecken an Javier Bardem) ging ihm ordentlich an die Substanz, und den Tod seiner mütterlichen Chefin M (Judi Dench, wir vermissen sie auch) wird er lange nicht verwinden. Ob er sich mit deren Nachfolger, dem vollverkrampften, daueranzugtragenden neuen M (Ralph Fiennes) irgendwann wird anfreunden können, ist mehr als fraglich. Und dann konfrontiert ihn die zur Innendienst-Mitarbeiterin konvertierte Agentin Moneypenny (Naomie Harris) auch noch mit einem Fundstück aus dem niedergebrannten Skyfall-Haus: Eine Schachtel, die einige Erinnerungen enthält, die besser begraben hätten bleiben sollen.

Was Bond vor sich hat, reißt uralte Narben auf. Hier geht’s ans Eingemachte: Denn anscheinend verbindet Bond mehr als geahnt mit den Protagonisten der gewissenlosen Verbrecherorganisation SPECTRE (bekannt aus den frühen Bond-Filmen) – und einem mysteriösen Superschurken. Der heißt zwar nicht wie erwartet Blofeld, sondern trägt den harmlos klingenden Namen Franz Oberhauser, wird aber von „unserem“ zweifachen Oscar-Preisträger Christoph Waltz gespielt – was darauf schließen lässt, dass Oberhauser nicht nur eine äußerst vielschichtige Figur ist, sondern Bond auch einiges entgegenzusetzen hat.

Mission improbable. Eine schwierige Situation, in der sich Bond da also wiederfindet – seine Integrität als MI6-Agent scheint in Gefahr. Aber natürlich wirft er sich, tatkräftig unterstützt vom jungen Techno-Genie Q (Ben Whishaw) in den Kampf gegen das Böse. Ein mutiges Unterfangen, das aber auch durchaus seine angenehmen Seiten hat. So gibt’s als Incentives attraktive Erlebnisreisen an die schönsten Plätze der Welt: Diesmal geht’s unter anderem in Rom, Mexico City und natürlich im Salzkammergut und in den Tiroler Alpen (SKIP berichtete vom Set) zur Sache. Und das in bester Begleitung: Nicht nur gibt’s auch diesmal wieder die besten Gadgets und die schärfsten Autos. Der schwer strapazierte Spion darf auch eine wunderschöne Mafia-Witwe (Monica Bellucci) trösten und darüber hinaus die Tochter eines der Gangster, die fesche Madeleine (Léa Seydoux) retten. Umso besser, als sich die als angenehm weit vom Baum gefallener Apfel entpuppt: Madeleine hat mit der menschenfeindlichen Einstellung ihres Vaters rein gar nichts am Hut, dafür stellt sie sich als höchst fähige Eliteagenten-Assistentin heraus, die Bond mehr als einmal aus der Patsche hilft – mit Happyend, Ehrensache.

Secret Service. Was alles in Spectre passieren wird, wissen zu Redaktionsschluss nur die unmittelbar Beteiligten: Die maximale Geheimhaltung der Filmhandlung gehört schon genauso zum Bond-Ritual wie die möglichst medienwirksame Premiere des Titelsongs (diesmal singt Sam Smith Writing’s On The Wall) wenige Wochen vor Kinostart. Als sicher gilt jedenfalls spektakuläres Action-Kino mit angebrachtem Tiefgang – Regisseur Sam Mendes hat ja seit Skyfall, der von zahlreichen Fans als „bester Bond überhaupt“ gehandelt wird, einen Ruf zu verteidigen.

Made in A. Der offiziell 24. Teil der legendärsten Filmreihe der Welt (ohne den Sean-Connery-Alleingang Sag niemals nie) bekam hierzulande bereits lang vor Filmstart jede Menge Publicity: Denn ein wesentlicher Teil der Action-Szenen wurde im Ausseer Land und in den Tiroler Alpen gedreht, unter anderem die spektakuläre Sequenz, in der Bond mit einem Schneemobil durch einen Heuschober fetzt, dann Léa Seydoux vor den Bösen aus einem brennenden SUV rettet und schließlich mit einem Flugzeug ohne Flügel eine Schipiste runterbrettert. Aber es ist beileibe nicht Bonds erster Österreich-Besuch: Schon 1977 düste Roger Moore in Der Spion, der mich liebte auf Schiern über heimischen Schnee. In Der Hauch des Todes (The Living Daylights, 1987) absolvierte Kurzzeit-Bond Timothy Dalton ein Action-Sightseeing durch Wien, und auch Daniel Craig war im Geheimdienst ihrer Majes-tät schon einmal hierzulande unterwegs: In Ein Quantum Trost diente unter anderem die Seebühne Bregenz als pittoreske Kulisse für eine der spektakulären Action-Szenen.

Text:  Gini Brenner, Kurt Zechner

Credits

Titel Spectre
Originaltitel James Bond 007 - Spectre
Genre Action-Thriller
Land, Jahr GB/USA, 2015
Länge 150 Minuten
Regie Sam Mendes
Drehbuch John Logan, Neal Purvis, Robert Wade, Jez Butterworth
Kamera Hoyte Van Hoytema
Schnitt Lee Smith
Musik Thomas Newman
Produktion Barbara Broccoli
Darsteller Daniel Craig, Christoph Waltz, Léa Seydoux, Dave Bautista, Ralph Fiennes, Ben Whishaw, Naomie Harris, Monica Bellucci, Andrew Scott, Rory Kinnear
Verleih Sony

5 Kommentare

Super, dass viel in AT gedreht wurde, ...

schade, dass 'smartblood' der Einzige Versuch war, sich am Puls der Zeit zu halten. Erstaunlich wenig Sponsor-Labels zu sehen im Film. Gut aber fast schon ungewohnt!

17. November 2015
13:13 Uhr

von ofcoursechris

Super Film

Mindestens so gut wenn nicht noch besser als der Vorgänger Skyfall...unbedingt anschauen !

17. November 2015
23:23 Uhr

von robertocarlos

Toller Film, aber...

... der Auftritt von Herrn Waltz hat mich doch etwas enttäuscht!

7. Dezember 2015
22:36 Uhr

von XYChris

...

Ich hoffe ich werde nie wieder einen James Bond Film sehen müssen. Gewaltige Löcher in Handlung und Logik - Christoph Waltz der einen enttäuscht, die Tatsache dass der Altersunterschied von Bond und neuem Love Interest unangenehm groß ist... Da schüttelt es einen!

Zumindest war das Popcorn gut.

15. Dezember 2015
15:20 Uhr

von molangi

Im Geiste Sean Connerys

Sam Mendes, ein behutsamer Regisseur, der nichts dem Zufall überlässt, hat es im zweiten Anlauf tatsächlich geschafft, das Mieselsüchtige von Daniel Craigs Bond-Interpretation abzuschütteln und den Stil des Ur-Agenten letzten Endes treffsicher einzufangen. Spectre ist meines Erachtens die beste Episode seit Langem. Craig und Mendes präsentieren ein wunderbares Team und atmen dramaturgisch wie auch darstellerisch die Connery-Bonds aus den Sechzigern. Das überlange, aber kurzweilige und straff erzählte Werk ist ein erfreuliches Wiedersehen längst vergangener Agenten-Attitüden. Augenzwinkernder Größenwahn und lebensmüdes Draufgängertum feiern fröhliche Urstände, ohne übers Ziel hinauszuschießen. Der Böse ist genauso greifbar und charismatisch wie der Gute, die Action genauso packend wie das investigative Drumherum. Die richtige Würze aber mengt der fabelhafte Understatement-Humor bei, der den Film locker, durchtrieben und fürs Kino genauso abgehoben macht wie er sein soll. Bravo.

20. Januar 2016
09:11 Uhr

von filmgenuss

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