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Suffragette - Taten statt Worte

Suffragette

Historiendrama. GB 2015. 106 Minuten.

Regie: Sarah Gavron
Mit: Meryl Streep, Carey Mulligan

Hysterische Weiber? Ungebremste Furien? Nein, Heldinnen: Sarah Gavrons Film über die Frauenbewegung, die den Britinnen das Wahlrecht erkämpft hat, ist eine hochspannende Geschichtsstunde – mit Carey Mulligan, Helena Bonham Carter und der großen Meryl Streep.

Filmstart: 5. Februar 2016

Brennende Briefkästen, eingeworfene Schaufensterscheiben: Zu lange hatten die Britinnen lieb und nett um politische Mitsprache gebeten. Es reichte. Endgültig. „Taten statt Worte“ forderte Emmeline Pankhurst, Anführerin der Suffragetten-Bewegung: Nachdem 1910 eine Gesetzesinitiative für die Erweiterung von Frauenrechten gescheitert war, tauchten überall in London Damen auf, die in ihren Handtaschen Wurfgeschosse mit sich führten, es gab Bombenanschläge, große Landsitze wurden angezündet. Die Polizei war überfordert vom Gewaltausbruch des schwachen Geschlechts, die Männer fassungslos.

Es war eine wilde Zeit, die hier von Regisseurin Sarah Gavron in Szene gesetzt wird: Suffragette – Taten statt Worte, nach dem Drehbuch von Shame-Autorin Abi Morgan, handelt von der Wäscherin Maud (Carey Mulligan). Sie muss schon als Kind in einer der berüchtigten Londoner Großwäschereien schuften, unter einem Chef, der sich an den kleinen Mädchen vergreift. Die schweren Bottiche, die chemischen Laugen, die brutalen Arbeitszeiten setzen den Frauen heftig zu: Das Leben einer Wäscherin zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist kurz. Maud ist mit ihrem Kollegen Sonny (Ben Wishaw) verheiratet, die beiden haben einen kleinen Sohn. Oft sieht sie ihn nicht, Rechte für Arbeiterinnen sind inexistent, denn wer sollte die denn durchsetzen? Ohne Vertreterinnen in der Politik können Frauen nur auf die Güte der Chefs hoffen.

Doch eine neue Kollegin bringt Maud auf rebellische Gedanken: Wenn Frauen wählen könnten, dürfte nicht mehr über ihre Köpfe hinweg entschieden werden! Gegen den Willen ihres Mannes schließt sich Maud zuerst aus Neugierde der Suffragetten-Bewegung an, mit Protagonistinnen wie der selbstbewussten Apothekerin Edith Ellyn (Helena Bonham Carter) – und sie begegnet sogar der großen Emmeline Pankhurst (Meryl Streep). Es dauert nicht lange, bis sie zum ersten Mal verhaftet wird, vom väterlichen Inspektor Arthur Steed (Brendan Gleeson), der sie zur Vernunft bringen will. Doch Maud ist endlich, endlich aufgewacht: „Wir sind die halbe Menschheit. Ihr könnt uns nicht alle stoppen!“ Bis heute ist es keine Selbstverständlichkeit, dass Frauen angehört werden. Selbst im modernen Österreich soll es Bundesländer geben, die keine einzige Frau in der Landesregierung haben. Suffragette – Taten statt Worte ist ein Film, der produktiven Zorn weckt.

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Suffragette - Taten statt Worte
Originaltitel Suffragette
Genre Historiendrama
Land, Jahr GB, 2015
Länge 106 Minuten
Regie Sarah Gavron
Drehbuch Abi Morgan
Kamera Eduard Grau
Schnitt Barney Pilling
Musik Alexandre Desplat
Produktion Faye Ward, Alison Owen
Darsteller Meryl Streep, Carey Mulligan, Helena Bonham Carter, Anne-Marie Duff, Brendan Gleeson, Romola Garai, Ben Whishaw
Verleih Filmladen

1 Kommentar

Sehenswert

Viele Frauen oder Mädchen von heute wissen gar nicht, wie weit der Weg war für den heutigen Status einer "Gleichberechtigung". Der Weg ist noch nicht zu ende. Aber man(n) oder frau sieht so, wie das damals alles begonnen hat. Prädikat: sehenswert!

21. Juni 2016
21:41 Uhr

von Polanigoa

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