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Señor Kaplan

Mr. Kaplan

Krimi, Tragikomödie. Deutschland, Spanien, Uruguay 2014. 98 Minuten.

Regie: Álvaro Brechner
Mit: Héctor Noguera, Néstor Guzzini

Einfach Rente? Nix da! Jacob Kaplan (Héctor Noguera) hat vor, noch einen Nazi aufzuspüren, komme was da wolle! Schräge, warmherzige Tragikomödie aus Uruguay. 

Filmstart: 14. August 2015

Er ist 76 Jahre alt. Er sieht am rechten Auge kaum noch, ist manchmal orientierungslos und hat bisher in seinem Leben nichts geleistet. Aber er will verdammt sein, wenn er seinen Lebensabend tatenlos im sonnigen Montevideo zubringt: Jacob Kaplan (Héctor Noguera), Ehemann der bezaubernden Rebecca, Vater zweier Söhne und Großvater einer Enkelin, als Kind vor den Deutschen geflüchtet aus dem Warschauer Ghetto nach Südamerika – Jacob Kaplan will der Welt etwas Großes hinterlassen.

Da hört er im Fernsehen von einem Nazi, der sich jahrzehntelang im brasilianischen Urwald versteckt hielt und nun endlich vor Gericht gestellt wird. Jacob liest nochmal nach, wie das war, als Adolf Eichmann in Argentinien aufgespürt und nach Israel gebracht wurde, um ihm den Prozess zu machen. Da erzählt Jacobs Nichte von einem seltsamen Alten, der in der Nähe ein Strandcafé betreibt, einem gebildeten Deutschen. Und Jacob wird hellhörig: Womöglich kann er sich ja doch noch seinen Platz unter den Helden Israels verdienen …

In sonnendurchglühten Farben erzählt der uruguayanische Regisseur Álvaro Brechner vom starrköpfigen Señor Kaplan, inspiriert vom ebenfalls nicht besonders grandiosen Leben von Brechners Großvater: ein me-lancholischer, streckenweise haarsträubend schräger Film über die Suche nach Sinn und Gerechtigkeit. 

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Señor Kaplan
Originaltitel Mr. Kaplan
Genre Krimi/Tragikomödie
Land, Jahr Deutschland/Spanien/Uruguay, 2014
Länge 98 Minuten
Regie Álvaro Brechner
Drehbuch Álvaro Brechner
Kamera Álvaro Gutiérrez
Schnitt Nacho Ruiz Capillas
Musik Mikel Salas
Produktion Álvaro Brechner, Mariana Secco
Darsteller Héctor Noguera, Néstor Guzzini, Rolf Becker, Nidia Telles, Nuria Fló, Gustavo Saffor
Verleih Polyfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

In der Tür geirrt

Viel zu selten verirrt sich transatlantische Filmkost jenseits von Hollywood nach Europa - und noch viel seltener aus einem kleinen südamerikanischen Land wie Uruguay, wobei sich das lateinamerikanische Filmschaffen wirklich sehen lassen kann. Unverbrauchte Gesichter, kreative Storylines und jede Menge exotisches Lokalkolorit. So auch in der kleinen, aber sehr feinen Tragikomödie über einen alten Juden auf Naziverbrecherjagd. Was jetzt klingt wie situationskomischer Slapstick, ist ein bewegendes, famos gespieltes Drama über die Werte des Lebens und seltsamen Irrwegen, die zu aufschlussreicher Erkenntnis über das eigene Dasein führen. An solchen erfrischenden Filmen kann man als Kinogeher nur schwer vorbeigehen.

28. September 2015
21:36 Uhr

von filmgenuss

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