Filminfo zu

Für immer Adaline

The Age of Adaline

Drama, Liebesfilm. USA 2015. 112 Minuten.

Regie: Lee Toland Krieger
Mit: Blake Lively, Harrison Ford

Für immer jung: ein Wunschtraum oder doch ein böser Fluch? Wunderschönes Liebesdrama mit viel Magie, Philosophie, Romantik – und Blake Lively, Harrison Ford, Game of Thrones-Schnucki Michiel Huisman und Ellen Burstyn.

Filmstart: 10. Juli 2015

Good old days. Als Adaline am ersten Tag des Jahres 1908 geboren wird, stehen die Sterne noch günstig für das kluge, blondgelockte Mädel. Glücklich und behütet wächst sie heran, lebt (Blake Lively spielt sie als Erwachsene) ein ganz normales Leben voll Höhen und Tiefen: Sie verliebt sich, heiratet, bekommt eine Tochter – und wird zur jungen Witwe. Und dann, Ende der 1930er-Jahre, geschieht etwas völlig Außergewöhnliches.

Kommt der Komet. Unerklärliche Vorkommnisse an einem eiskalten Wintertag: Ein Autounfall, ein Fluss, ein Blitz, ein Einschlag – und Adalines Leben verändert sich völlig. Oder eben gerade nicht: Mit 29 Jahren hört sie plötzlich auf, zu altern. Monate-, jahre-, jahrzehntelang. Und was erst klingt wie der wahrgewordene Traum von der ewigen Jugend, für den Millionen Menschen vergeblich schmerzvolle Prozeduren auf sich nehmen, wird für Adaline immer mehr zum existenzbedrohenden Problem. Jeder Arztbesuch, jede Ausweiskontrolle wird zur Angstnummer: Wird man sie diesmal endgültig als Freak abstempeln? Als sie schließlich beginnt, jünger auszusehen als ihre eigene Tochter Flemming, taucht sie unter – hält nur den Kontakt zu ihrem Kind und kümmert sich in regelmäßigen Abständen um eine neue Existenz.

Erwischt. Im 21. Jahrhundert angekommen, ist die wunderschöne junge Frau mit der Bildung und der Weisheit einer über Hundertjährigen gern gesehener Partygast, während Flemming (gespielt von Hollywood-Legende Ellen Burstyn) in Würde gealtert ist. Die Männer haben Adaline immer verehrt, fixe Beziehung hatte sie aus naheliegenden Gründen nie – doch dann läuft ihr der fesche Ellis (Michiel Huisman) über den Weg, und zum ersten Mal wird Adaline ehrlich schwach. Und als sie dann auch dessen Vater (Harrison Ford) kennenlernt, den sie zufällig von früher kennt, droht ihr sorgfältig aufgebautes Lügengebäude einzubrechen …

Magie der Liebe. Auf einer solch, äh, unwahrscheinlichen Prämisse einen Film aufzubauen, der wirklich funktioniert, ist nicht einfach – am menschlichen Raum-Zeit-Kontinuum hat sich sogar schon David Fincher himself mit seinem Benjamin Button die Zähne ausgebissen. Aber gemeinsam mit seinem überraschend charmanten und leichtfüßigen Cast ist Regisseur Lee Toland Krieger, zuvor eher Indie-mäßig (Celeste and Jesse Forever) unterwegs, ein wirklich feiner Liebesfilm gelungen: zutiefst romantisch, wunderschön anzuschauen, mit viel Funkenflug zwischen den Hauptfiguren – und einem erstaunlich einnehmenden Harrison Ford.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Für immer Adaline
Originaltitel The Age of Adaline
Genre Drama/Liebesfilm
Land, Jahr USA, 2015
Länge 112 Minuten
Regie Lee Toland Krieger
Drehbuch J. Mills Goodloe, Salvador Paskowitz
Kamera David Lanzenberg
Schnitt Melissa Kent
Musik Rob Simonsen
Produktion Sidney Kimmel, Gary Lucchesi, Tom Rosenberg
Darsteller Blake Lively, Harrison Ford, Ellen Burstyn, Amanda Crew
Verleih Constantin Film

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

Die Langeweile ewigen Lebens

Blake Lively ist in dem romantischen Mysterydrama eine aparte und anmutige Erscheinung - keine Frage. Die Unsicherheit und die daraus resultierende Paranoia der Filmfigur weiß sie überzeugend darzustellen. Dass die Monotonie eines Lebens ohne Alterungsprozess und Veränderung aufs Gemüt schlägt, spürt leider auch das Publikum, weckt der Film aufgrund seiner bedächtigen und enorm langsamen Erzählweise alsbald Unruhe im Kinosessel. Die gefühlten drei Stunden Filmlänge und auch die Art des chronologischen Erzählens erinnert an den "Seltsamen Fall des Benjamin Button", ohne aber dessen Effektattraktion als As im Ärmel auszuspielen. So schrammt der Film des Öfteren die Grenze zum Kitsch, und vor allem gegen Ende merkt man dem Drehbuch das bemühte Abrunden der Geschichte an, die nur mehr konstruiert anstatt originell wirkt.

20. Januar 2016
09:10 Uhr

von filmgenuss

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.