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Valley of Love

Valley of Love

Drama. Belgien, Frankreich 2015. 93 Minuten.

Regie: Guillaume Nicloux
Mit: Gérard Depardieu, Isabelle Huppert

Tal der Liebe. Isabelle Huppert und Gérard Depardieu als seit Langem getrenntes Ehepaar, das auf der Suche nach ihrem erwachsenen Sohn ausgerechnet im Death Valley wieder zueinanderfinden soll. Existenzialistisches Gefühlskino von Guillaume Nicloux (Die Nonne).

Filmstart: 12. Februar 2016

Brief aus dem Jenseits. „Seid am 12. November 2014 im Tal des Todes. Ihr beide. Ja, ihr lest richtig, du und Papa. Es klingt vielleicht wie ein schlechter Scherz, aber ich schwöre, es ist die Wahrheit. Ich schwöre auf das Leben eurer Kinder, meiner Halbbrüder und Schwestern, und auf das von Papas Kindern. Es ist meine einzige Chance auf eine Rückkehr.“ So beginnt ein Brief, den Isabelle (Huppert) und Gérard (Depardieu) beide erhalten – unterschrieben ist er von ihrem gemeinsamen Sohn Michael. Isabelle und Gérard sind seit Langem geschieden, haben einander seit Jahren nicht gesehen, und etwa ein halbes Jahr zuvor haben sie die Nachricht von Michaels Selbstmord erhalten. Was soll also dieser seltsame Brief? Wer hat ihn geschickt? Gibt es vielleicht doch ein verzweifeltes Fünkchen Hoffnung, dass es Michael selber gewesen sein könnte, dass er noch lebt? Nein, es gab ja sogar ein Begräbnis. Trotzdem: Schon wenig später checken beide in einem heruntergekommenen Motel am Rande der Mojave-Wüste im Death Valley-Nationalpark ein.

Durch die Wüste. Eine Woche sollen sie hier gemeinsam verbringen, hat Michael in seinem Brief gefordert, und auch gleich ein detailliertes Sightseeing-Programm hinterlassen. Gemeinsam sollen die beiden sich auf ihres Sohnes Spuren machen und der Reihe nach bestimmte Plätze aufsuchen – und an einem dieser Tage, so Michaels schriftliches Versprechen, werden sie ihm
begegnen. Absurd? Sehr. Trotzdem machen sich Isabelle und Gérard auf, durch Sand, Felsen, Gespräche, Erinnerungen und lang vergrabene Gefühle. Und finden auf der Suche nach der Lösung zu Michaels Rätsel vieles, was sie auf dem Weg verloren geglaubt hatten. Doch auch wenn die Zeit in der Wüste stillzustehen scheint: Wirklich aufhalten kann man sie auch hier nicht.

Diesem Mann fehlt der Respekt vor französischen Kulturdenkmälern: In Die Entführung des Michel Houellebecq inszenierte er genüsslich, wie dem Starautor übel mitgespielt wurde – nun schickt Guillaume Nicloux Isabelle Huppert und Gérard Depardieu in die Wüste. Das letzte Mal spielten diese vor 35 Jahren gemeinsam im Kino, und zwar ein ebenso ungleiches wie leidenschaftliches Liebespaar in Maurice Pialats Loulou. Schon damals war die Chemie zwischen den beiden erstaunlich, und auch in Valley of Love ist es nicht anders. Dass sie dennoch so selten zusammenarbeiten, liegt wohl an den nicht gerade einfachen Persönlichkeiten dieser beiden Ausnahmeschauspieler – wir hoffen dennoch, dass sie es auch in Zukunft noch ein paarmal schaffen, sich für das eine oder andere Kinoprojekt zusammenzuraufen.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Valley of Love
Originaltitel Valley of Love
Genre Drama
Land, Jahr Belgien/Frankreich, 2015
Länge 93 Minuten
Regie Guillaume Nicloux
Drehbuch Guillaume Nicloux
Kamera Christophe Offenstein
Schnitt Guy Lecorne
Musik Charles Ives
Produktion Sylvie Pialat, Jean-Baptiste Dupont
Darsteller Gérard Depardieu, Isabelle Huppert, Dan Warner, Aurélia Thiérrée
Verleih Filmladen

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