Filminfo zu

Virgin Mountain

Fúsi

Komödie. Dänemark, Island 2015. 95 Minuten.

Regie: Dagur Kári
Mit: Gunnar Jónsson, Ilmur Kristjánsdóttir

Dick, nerdig, wohnt noch mit 43 bei der Mutti. Fúsi ist ein lebendiges Klischee – doch dann lernt er eine „richtige“ Frau kennen, und mit ihr die erste echte Liebe … Hinreißende Komödie aus Island von Dagur Kári (Nói albinói, Ein gutes Herz).

Filmstart: 13. November 2015

Für immer Sohn. Fúsi (hinreißend: Gunnar Jónsson) hat sich damit abgefunden: Aus seinem Leben wird kein großes spannendes Drama mehr, es bleibt wohl für immer fades Vorabendprogramm. Fúsi ist 43 Jahre alt, schwer übergewichtig und lebt immer noch bei der Mama – nichts, was sich bald ändern wird. Und so geht alles seine gewohnten Bahnen: Fürs Geld arbeitet er bei der Gepäckabfertigung am Flughafen – Taschen, Koffer, Trolleys rauf, Taschen, Koffer, Trolleys runter. Er ruft beim lokalen Radiosender an und wünscht sich Hardrock, stellt daheim mit selbst bemalten Miniaturmodellen die Schlacht von El Alamein nach, und jeden Freitag gibt’s Pad Thai beim Chinesen. Frauen? Außer der Mama Fehlanzeige. Fúsi ist der klassische „Nice Guy“ – für immer in der Freundschaftszone, wenn überhaupt.

Tanz mit mir. Doch dann bekommt Fúsi zum Geburtstag einen Gutschein für einen Tanzkurs geschenkt – ausgerechnet vom unguten Freund seiner Mutter. Eigentlich will er gar nicht hin, doch dann geht er trotzdem. Und lernt dort tatsächlich jemanden kennen: Die attraktive, witzige Sjöfn (Ilmur Kristjánsdóttir). Wenig überraschend verknallt sich Fúsi schnell in die lebhafte Frau. Ist ja doch nicht so schwierig mit der Liebe! Oder doch? Denn Fúsi, der sein Leben lang das Gefühl hatte, alle anderen wären viel normaler als er, kann nicht verstehen, dass für Sjöfn das Leben auch keine sprichwörtliche g’mahte Wiesen ist. Denn auch sie, obwohl sie so fröhlich und lustig daherkommt, ist eine zerrissene Seele, die immer noch mit den seelischen Wunden ihrer schwierigen Vergangenheit kämpft.

Love amongst the ruined. Wie geht Liebe? Zärtlich, absurd, traurig und wunderbar komisch erzählt der isländische Filmemacher Dagur Kári seine herzzerreißende, herzerwärmende Liebesgeschichte von zwei grundverschiedenen Menschen: Dem ruhigen, zurückhaltenden Fúsi und der lebhaften Sjöfn, die mit keinem Gedanken hinter dem Berg hält. Es geht um die Grundlagen des Zueinanderfindens: Wie soll man denn verstehen können, dass einen jemand liebt, wenn man sich sich selber nicht mag?
Man vergisst oft, dass die isländische Kinokultur aus mehr als nur Björks Lars-von-Trier-Auftritten besteht. Schön also, dass Dagur Kári die cineastische Ehre der Atlantik-Insel verteidigt: Virgin Mountain ist eine wundervoll zu Herzen gehende Love Story, die trotz aller regionaler Eigenheiten international zu Tränen rührt.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Virgin Mountain
Originaltitel Fúsi
Genre Komödie
Land, Jahr Dänemark/Island, 2015
Länge 95 Minuten
Regie Dagur Kári
Drehbuch Dagur Kári
Kamera Rasmus Videbæk
Schnitt Andri Steinn, Olivier Bugge Coutté, Dagur Kári
Musik Karsten Fundal
Produktion Agnes Johansen, Baltasar Kormákur
Darsteller Gunnar Jónsson, Ilmur Kristjánsdóttir, Sigurjón Kjartansson, Franziska Una Dagsdóttir, Arnar Jónsson
Verleih Thimfilm

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