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Rock the Kasbah

Rock the Kasbah

Komödie. USA 2015. 106 Minuten.

Regie: Barry Levinson
Mit: Bill Murray, Bruce Willis, Kate Hudson, Zooey Deschanel

Good Morning, Afghanistan: In Regie-Altspund Barry Levinsons (Rain Man) jüngster Komödienanordnung strandet der große Bill Murray als vom Leben gut durchgerockter Musikmanager hart am Hindukusch – bis ihm aus einer Höhle neue Hoffnung entgegenschallt.

Filmstart: 25. März 2016

„Daddy, nobody tours Afghanistan!“, wird Richie Lanz (Bill Murray) von seiner jungen Tochter belehrt. Das weiß der abgewrackte Musikmanager natürlich selbst auch – bloß hat er gar keine andere Option mehr, als anstatt des Kopfs eben die Füße in den Sand zu stecken und sich mit seiner letzten Klientin, der Lounge-Sängerin Ronnie (Zooey Deschanel), an den Hindukusch zu begeben, um dort stationierte Ami-Truppen zu bespaßen. Allerdings schmeißt die gute Dame ihre Nerven vor Ort schnell über Bord und haut sich mitsamt Kohle und Papieren über Kabuls Häuser. Während Lanz in der abgeriegelten Stadt festsitzt – seinen neuen Pass wird er erst in zwei Wochen bekommen – lernt er einen bärbeißigen Söldner (Bruce Willis) kennen, der sich denn auch als der Dude entpuppt, der Ronnie außer Landes gebracht hat. Da dieser Bombay Brian von ihr dafür jedoch nur die halbe Gage erhalten hat, fordert er den Rest nun von Richie ein; bietet ihm in Form eines gemeinsam durchgezogenen Waffendeals aber auch gleich eine Option zum Kohleaufstellen. Nachdem selbiger im allertiefsten Warlord-Territorium freilich ebenfalls schief geht und es langsam wirklich trist ausschaut, hört Richie doch noch Licht am Ende des Tunnels, als ihm aus einer Höhle die bezaubernde Stimme eines Paschtunen-Mädchens (Leem Lubany) entgegentönt. Der alte Showbiz-Hase erkennt natürlich sofort ihr Potential: Was wäre, wenn Salima am TV-Gesangswettbewerb „Afghan Star“ teilnehmen würde? Bis sie allerdings ihre gewiss nicht geringen Siegeschancen ausloten kann, gilt es noch reichlich Überzeugungsarbeit zu leisten – bei ihrem stockkonservativen, supergläubigen Vater genauso wie bei der ganzen Nation. Denn die hat schließlich in der Show noch nie eine  unverschleierte (!) Frau auftreten sehen, die obendrein englischsprachige Popsongs vorzutragen gedenkt …

Culture, The Clash. Der nicht nur möglicherweise leiwandste ältere Herr der (Kino-)Gegenwart macht bei seinen aktuellen Rollenentscheidungen auch weiterhin keine halben oder halblustigen Sachen. Anders als noch im vergangenen Jahr im schon feinen St. Vincent lässt Bill Murray nun in Rock The Kasbah allerdings nicht erneut einen grumpy old man von der Leine, sondern vielmehr einen tiefenentspannten Alt-Hippie, den nichts und niemand aus Ruhe und Gleichgewicht zu bringen vermag. Und in etwa so sollte man sich diese neue Regiearbeit von Routinier Barry Levinson (Rain Man, Good Morning, Vietnam) am besten auch vorstellen: als bei aller Ernsthaftigkeit des Settings nicht allzu grimmig gestimmte (Polit-)Satire, der selbst in schlimmsten Situationen der gemütliche Schmäh nicht ausgehen will.

Text:  Christoph Prenner

Credits

Titel Rock the Kasbah
Originaltitel Rock the Kasbah
Genre Komödie
Land, Jahr USA, 2015
Länge 106 Minuten
Regie Barry Levinson
Drehbuch Mitch Glazer
Kamera Sean Bobbitt
Schnitt Aaron Yanes, David Moritz
Produktion Jacob Pechenik, Bill Block, Ethan Smith, Steve Bing, Mitch Glazer
Darsteller Bill Murray, Bruce Willis, Kate Hudson, Zooey Deschanel, Leem Lubany, Scott Caan, Danny McBride, Arian Moayed, Taylor Kinney
Verleih Tobis

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