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Ein Hologramm für den König

A Hologram for the King

Tragikomödie. Deutschland, USA 2015. 97 Minuten.

Regie: Tom Tykwer
Mit: Tom Hanks, Sarita Choudhury

Ein Mann, ein Hologramm und die Wüste. Tom Hanks (Cast Away) ist wieder einmal einsam, diesmal in Saudi Arabien – und Tom Tykwer hat ihn hingeschickt: Schräge Selbstfindungsromanze inklusive Culture Clash.

Filmstart: 29. April 2016

Superchecker. Früher war Geschäftsmann Alan Clay (Tom Hanks) einer der Besten, er behielt immer seinen Optimismus und steckte alle damit an. Aber irgendwo ist Alan falsch abgebogen. Wahrscheinlich damals, als er meinte, das Outsourcing der Produktion einer amerikanischen Fahrrad-Traditionsmarke an die Chinesen wäre eine gute Idee. Nun, eine Weltwirtschaftskrise später, sitzt Alan Clay in einem Flugzeug Richtung Königreich Saudi Arabien. Er soll dort für ein US-Technikunternehmen den Deal des Jahrzehnts abschließen: Die Amerikaner wollen für eine noch zu bauende Stadt die gesamte IT-Infrastruktur liefern, und als Glanzstück ein holografisches System zur 3D-Kommunikation.
Das Geschäft sollte ein Kinderspiel sein, schließlich kennt Alan den Neffen des saudischen Königs. Okay, er stand einmal am Klo neben ihm. Aber es muss hinhauen: An dem Deal hängt nicht nur die Zukunft des Unternehmens, sondern auch die von Alan. Denn der ist hoch verschuldet und kann das College für seine erwachsene Tochter nicht mehr zahlen – und sie ist das Einzige, das ihm wirklich wichtig ist.

Culture Clash. Alles wäre easy, wäre der Jetlag nicht so heftig. Wäre die Hitze nicht so groß. Wäre im Zelt, in dem die Präsentation stattfinden soll, wenigstens WLAN vorhanden. Oder eine Klimaanlage. Oder wäre absehbar, ob der König in den kommenden Tagen, ach was, Wochen, einmal auftauchen wird. Dazu kommt: die saudischen Gepflogenheiten – niemals Alkohol, undurchschaubare Verbote zwischen Frauen und Männern, allerorten Luxuskarossen, die Armut bei den philippinischen Arbeitern und öffentliche Hinrichtungen – sind für Alan schwer zu ertragen. Und dann ist da auch noch dieser Knoten am Rücken. Es wird doch nicht Krebs sein?

Fast so verloren wie Bill Murray in Lost in Translation, fast so einsam wie er selbst in Cast Away: Tom Hanks ist in Ein Hologramm für den König einer auf der Suche nach Sinn, den er dann ausgerechnet in der Fremde findet, mit nicht unwesentlicher Hilfe einer charismatischen saudischen Ärztin (Sarita Choudhury) und eines leise chaotischen Chauffeurs (Alexander Black). Die Verfilmung von Dave Eggers Erfolgsroman ist voll subtilem Humor, ein spannender Blick über den
Tellerrand – und ein weiterer Glanzauftritt für Tom Hanks, übrigens nach Cloud Atlas schon der zweite in einem Tom-Tykwer-Film.

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Ein Hologramm für den König
Originaltitel A Hologram for the King
Genre Tragikomödie
Land, Jahr Deutschland/USA, 2015
Länge 97 Minuten
Regie Tom Tykwer
Drehbuch Tom Tykwer nach dem gleichnamigen Roman von Dave Eggers
Kamera Frank Griebe
Schnitt Alexander Berner
Musik Johnny Klimek
Produktion Stefan Arndt, Gary Goetzman, Tom Hanks, Uwe Schott
Darsteller Tom Hanks, Sarita Choudhury, Alexander Black, Sidse Babett Knudsen, Ben Whishaw
Verleih Warner

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