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Das Versprechen

The Pledge

Thriller. USA 2000. 122 Minuten.

Regie: Sean Penn
Mit: Robin Wright, Jack Nicholson, Benicio Del Toro

Die neue Regiearbeit von Sean Penn ist die kunstvolle Verfilmung eines Krimis von Friedrich Dürrenmatt. Eine melancholische Mörderjagd mit Jack Nicholson in der Hauptrolle.

"Charles Bukowski, Dennis Hopper, Peter Fonda, Jack Nicholson - das sind Typen, die auf mich wie Wölfe wirken. Menschen, die mit Schmutz und Schmerzen umgehen können, ohne dabei das Leuchten in ihren Seelen zu verlieren." Sagt Sean Penn. Jener Edel-Rabauke und Ex-Madonna-Gatte, der als Celebrity stets für eine schöne Schlägerei gut ist. Als Schauspieler wie eine Gnade Gottes gehandelt wird. Und als Regisseur für Filme steht, die abseits vom Mainstream-Kino liegen und regelmäßige Begeisterung bei Cineasten und Kritikern verursachen. Jack Nicholson ist ein guter Freund von Sean Penn. Deshalb hat er schon vor fünf Jahren in The Crossing Guard, Penns melodramatischem Macho-Märchen über einen Vater, der am Unfalltod seiner Tochter verzweifelt, die Hauptrolle gegeben. Weit unter seinem Marktwert, versteht sich. Und deshalb ist er auch in Penns neuem Film zu sehen. Wieder war die Gage kein Gegenstand großer Diskussionen.
Das Versprechen erzählt die Geschichte des Polizisten Jerry Black (Jack Nicholson), der am letzten Arbeitstag vor seiner Pensionierung an den Schauplatz eines bestialischen Sexualmordes gerufen wird. Im ersten Schock verspricht Black den verzweifelten Eltern, sich persönlich darum zu kümmern, dass der Täter gefunden und bestraft wird. Als ein Verdächtiger (ein großartiger Miniatur-Auftritt von Benicio Del Toro) den Mord gesteht und anschließend Selbstmord verübt, legt die Polizei den Fall zu den Akten. Nur Black will nicht an diese Lösung glauben. Er überprüft - mittlerweile aus dem Polizeidienst ausgeschieden - ungelöste Sexualmorde auf innere Zusammenhänge, bis ihn die Zeichnung eines Opfers direkt zum Täter führt: Ein großer Mann, der Kindern kleine Geschenke gibt. Sein Gesicht ist nicht zu erkennen, aber er trägt schwarze Kleidung und er fährt ein großes, schwarzes Auto.
Penibel erkundet Black die Routen, die zwischen den Schauplätzen der Verbrechen liegen. Er ist davon überzeugt, dass der Täter wieder zuschlagen wird. Die einzige Tankstelle weit und breit scheint der ideale Ort zu sein, um auf den Mörder zu warten. Denn wenn es ihn wirklich gibt, dann muss er hier vorbeikommen. Black ist ein geduldiger Jäger. Er hat sogar einen Köder für die Bestie: Lori (Robin Wright Penn), Bedienerin im nahen Fernfahrer-Imbiss, ist mit ihrer kleinen Tochter bei ihm eingezogen. Black hat dem Mädchen einen Spielplatz gebaut. Direkt neben der Straße. Ein lebender Lockvogel für den Mörder. Natürlich weiß niemand von Blacks Plänen. Und gerade das könnte sein Verderben sein.
Sean Penns Das Versprechen beruht auf dem gleichnamigen Roman des Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrematt, den er wiederum auf Basis seines Drehbuchs Es geschah am hellichten Tag geschrieben hat, angeblich weil er mit dessen Verfilmung (1958, mit Heinz Rühmann in der Rolle des Jägers) nicht zufrieden war. Diese Version hätte ihm sicher besser gefallen: Das Versprechen ist ein melancholischer Krimi, der Schmerzen zeigt, die auf der Seele liegen. Männer, die wie Wölfe wirken. Genau das Richtige für Penn und Nicholson.

SKIP-Tipp

Die Geschichte eines Polizisten, der einen Kindermörder jagt, beruht auf einem Text des Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt. Ein kunstvoller Krimi, der die Kritiker verwirrt. Nur in einem Punkt sind alle einig: Jack Nicholson? Großartig!

SKIP-Tipp von Peter Krobath

Credits

Titel Das Versprechen
Originaltitel The Pledge
Genre Thriller
Land, Jahr USA, 2000
Länge 122 Minuten
Regie Sean Penn
Drehbuch Jerzy Kromolowski, Mary Olson-Kromolowski nach dem Roman von Friedrich Dürrenmatt
Kamera Chris Menges
Schnitt Jay Cassidy
Musik Hans Zimmer, Klaus Badelt
Produktion Elie Samaha, Michael Fitzgerald, Sean Penn
Darsteller Robin Wright, Jack Nicholson, Benicio Del Toro, Mickey Rourke, Sam Shepard, Harry Dean Stanton, Vanessa Redgrave, Aaron Eckhart, Patricia Clarkson, Helen Mirren
Verleih Warner

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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