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Ready Player One

Ready Player One

Action, Science-Fiction, Thriller. USA 2018. 140 Minuten.

Regie: Steven Spielberg
Mit: Ben Mendelsohn, T.J. Miller, Tye Sheridan

Virtual Insanity. Mit der spektakelstarken Verfilmung des retrofuturistischen SciFi-Bestsellers wirft Steven Spielberg nach längerer Blockbuster-Auszeit endlich wieder die ganz große Popkultur-Illusionsmaschine an – und schickt Jungstar Tye Sheridan auf eine rasante Schnitzeljagd durch digitale Wunderwelten.

Filmstart: 6. April 2018

Worum geht’s?

Reality Bytes. In einer gar nicht so fernen Zukunft ist die Erde ziemlich auf den Hund gekommen. Grau und grimmig ist alle Existenz auf dem Planeten geworden, die Rezession kennt kein Ende, die Ressourcen leider schon. Wo einem das gute, schöne Leben höchstens noch aus dem Rückspiegel entgegen leuchtet ist nunmehr Eskapismus das Gebot der Stunde. Und so stürzt sich die Menschheit kollektiv in ein Virtual-Reality-Erlebnis namens OASIS, ein gigantisches Multiplayer-Simulations-Spiel, das jenen Zauber verspricht, der den meisten sonst schon abhandengekommen ist: Im vom Programmierer-Genie James Halliday (Mark Rylance) konzipierten Wunderland können User nahezu alles unternehmen, wonach ihnen der Kopf steht. Auch der junge Wade Watts (Tye Sheridan) verbringt in der Tristesse seines Trailerpark-Alltags jede freie Minute damit, als sein Avatar Parzival in allerlei süße Illusionen einzutauchen. Als die angewandte Realitätsflucht mit Ereignissen aus der flüchtenden Realität aufgeladen wird, entpuppt sich der Einsatz allerdings als merklich erhöht: Im Nachlass des Willy Wonkaesken Weltenbauers Halliday wurde festgehalten, dass, wer im Digital-Dorado drei versteckte Schlüssel und schlussendlich ein Easter Egg aufzuspüren weiß, neben dem Multimilliarden-Vermögen des Tech-Zampanos gleich auch die Kontrolle über OASIS selbst erbt. Dies ruft freilich nicht nur Parzival und gleichgesinnte gute Game-Gefährten wie das Nerd-Girl Art3mis (Olivia Cooke) auf den Plan, sondern auch weniger lässige Leute wie den Internet-Mogul Nolan Sorrento (Ben Mendelsohn). Der hat nicht nur einen einschüchternden Namen, sondern auch schier unerschöpfliche Ressourcen – und vor allem einen Plan, der wenig Erfreuliches verheißt: Er würde das virtuelle Paradies für Jedermann nur allzu gern in eine reine Geldmelkmaschine ummodeln, in der nichts mehr so wäre wie zuvor.

Was steckt dahinter?

Filme und Fernsehshows, Videospiele und Comics: Kaum ein essenzielles Popkultur-Phänomen der letzten Jahrzehnte (und im Speziellen der 80er), das von Autor Ernest Cline anno 2011 nicht in seine Referenz-Mash-up-Maschine Ready Player One geworfen worden wäre – und den SciFi-Roman auf diesem Weg rasch selbst zum Popkultur-Phänomen werden ließ. Wo sich aber so ein wildes Crossover, in dem sich beispielsweise King Kong, Lara Croft und der T-Rex aus Jurassic Park nebeneinander tummeln können, auf Papier easy zusammendenken lässt, gestaltet sich die Herausforderung, all die ikonografischen Figuren und Formate auch auf der Leinwand zusammenzubringen, aus rechtlichen Gründen schon als wesentlich größere. Da schadet es nicht, wenn man einen Mann an Bord hat, der nicht nur unzählige der Einflussquellen selbst geprägt hat, sondern der auch über Dekaden ein allumfassendes Kontaktnetzwerk etabliert hat – einen wie Steven Spielberg eben. Erst die lebende Hollywoodlegende machte es in der Personalunion als Regisseur und Produzent möglich, dass diese Adaption in der erforderlichen Detailfülle umgesetzt werden konnte – selbst wenn sogar er bis zum Ende vergeblich um die Erlaubnis gekämpft hat, Star Wars-Ideen verwenden zu dürfen.

Was wird geboten?

Zurück in der Zukunft. Mit einem rasanten Crowdpleaser, der Nostalgie und Abenteuer, Hetz und Herz mit steilen Schauwerten zusammenbringt, meldet sich Großmeister Spielberg in packender Manier im von ihm ja maßgeblich mitgeprägten Blockbusterkino zurück. Kaum verwunderlich daher, dass man diesen postmodernen Popkulturpalast in Bewegtbildform am liebsten gleich nach dem Abspann erneut betreten würde – um den unzähligen, eben eventuell noch übersehenen Details wirklich ganz gründlich auf den Grund gehen zu können. Play It Again, Player One!

Text:  Christoph Prenner

Credits

Titel Ready Player One
Originaltitel Ready Player One
Genre Action/Science-Fiction/Thriller
Land, Jahr USA, 2018
Länge 140 Minuten
Regie Steven Spielberg
Darsteller Ben Mendelsohn, T.J. Miller, Tye Sheridan, Olivia Cooke, Mark Rylance, Lena Waithe, Simon Pegg, Hannah John-Kamen, Win Morisaki, Zak Penn, Ernest Cline
Verleih Warner
Altersempfehlung ab 12

3 Kommentare

Fümkritikn auf Weanarisch

7. April 2018
11:13 Uhr

von LE-FUEM-BLOG

WIR KINDER DER 80ER

Nicht nur Tye Sheridan windet sich durch die virtuelle Traumfabrik - auch Meister Spielberg lässt seine gehetzte Regie in einem übereilt finalisierten Film aussen vor, um seine ganz persönliche Comic Con zu zelebrieren. Die ganze Review auf meinem Blog FILMGENUSS unter https://filmgenuss.wordpress.com/2018...

10. April 2018
08:39 Uhr

von filmgenuss

Überraschenderweise....

... ist "Ready Player One" nicht nur etwas für Gamer; auch nicht ausschließlich für "Kinder der 80er". S. Spielberg schafft es beinahe jede Altersgruppe anzusprechen - mit Referenzen aus früherer und jüngerer Zeit, tollen graphischen und visuell ansprechenden Bildern und einem tollen, zeitlosen Soundtrack.

Definitiv einen Kino-Besuch wert :)
Fazit: 4/5

11. April 2018
11:53 Uhr

von Cornetto

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