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Wind River

Wind River

Action, Krimi, Thriller. GB, Kanada, USA 2017. 110 Minuten.

Regie: Taylor Sheridan
Mit: Elizabeth Olsen, Jon Bernthal, Jeremy Renner

Scharlachrotes Schneegestöber. Taylor Sheridan, begnadeter Autor von Sicario und Hell Or High Water, verpackt in seinem Regiedebüt beklemmend wahre Tatsachen in einen gnadenlos unterhaltsamen Thriller.

Filmstart: 9. Februar 2018

Worum geht’s?

Als im Wind River-Reservat in Wyoming der tote Körper der 18-jährigen Einheimischen Natalie Hanson am Waldrand gefunden wird, geht Cory Lambert (Jeremy Renner), seines Zeichens eigentlich Schneeführer für das U.S. Fish and Wildlife Service, sofort von einem Gewaltverbrechen aus. Gemeinsam mit der frisch aus Las Vegas eingeflogenen und noch recht unerfahrenen FBI-Agentin Jane Banner (Elizabeth Olsen) sowie der stark unterbesetzen örtlichen Polizeitruppe begibt sich der Fährtenleser auf die Suche nach den Hintergründen zum tragischen Tod des Mädchens – was nicht bei allen Einheimischen auf Gegenliebe stößt.

Was steckt dahinter?

Die Faktenlage rund um das echte Wind River ist besonders niederschmetternd: Laut einem Bericht der New York Times liegt die Lebenserwartung in ebenjenem Indianerreservat bei gerade einmal 49 Jahren, die Arbeitslosenrate beträgt 80 Prozent. Als wären diese Zahlen nicht schon erschreckend genug, wird das Verschwinden von Ureinwohnerinnen in den USA behördlich gar nicht erst statistisch erfasst – und so gut wie nie aufgeklärt. Darüber hinaus werden Indianerinnen viermal öfter Opfer von sexueller Gewalt als der US-Durchschnitt. All dies und noch mehr absurde Ungerechtigkeiten waren die Gründe, warum Hauptdarstellerin Elizabeth Olsen (Avengers) laut eigenen Angaben Wind River unbedingt machen musste. Ihre Figur dient denn auch als Sinnbild für die Situation der indigenen Frauen: In einem stark von Männern dominierten Umfeld glaubt im Grunde niemand an ihre Fähigkeiten.

Was wird geboten?

Taylor Sheridans im besten Sinne minimalistisch und unterkühlt inszenierter Mix aus Neo-Western und Whodunnit konfrontiert den Zuschauer von Anfang bis Ende mit der vereinsamenden Wucht des titelgebenden Reservats. Ohne belehrend wirken zu wollen, greift der Neo-Regisseur (bisher vor allem bekannt als Autor von Hell Or High Water und Sicario) die ernste Thematik hinter seinem Film auf und kann sich dabei voll und ganz auf seine Darsteller verlassen. Deplatzierte Romantik zwischen Jeremy Renner – hoffentlich bald aus der zweiten Avengers-Reihe losgelöst – und Olsen sucht man dabei zum Glück allerdings vergebens. Hinzu kommt ein brillanter, poetischer Soundtrack von Nick Cave und Warren Ellis, der dem erbarmungslosen weißen Rauschen die bedrückende Krone aufsetzt. Wind River ist schon jetzt einer der besten Filme des Kinojahres.

Text:  Volker Müller

Credits

Titel Wind River
Originaltitel Wind River
Genre Action/Krimi/Thriller
Land, Jahr GB/Kanada/USA, 2017
Länge 110 Minuten
Regie Taylor Sheridan
Darsteller Elizabeth Olsen, Jon Bernthal, Jeremy Renner
Verleih Thimfilm
Altersempfehlung ab 16

1 Kommentar

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von LE-FUEM-BLOG

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