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The Square

The Square

Drama, Komödie. Dänemark, Deutschland, Frankreich, Schweden 2017. 142 Minuten.

Regie: Ruben Östlund
Mit: Claes Bang, Elisabeth Moss

Skandinavischer Querdenker: Wo der schwedische Regisseur Ruben Östlund in seinem schwarzhumorigen Höhere Gewalt noch gnadenlos Familienstrukturen sezierte, nimmt er in seinem neuen Meisterwerk gleich eine ganze Gesellschaftsschicht auseinander.

Filmstart: 17. November 2017

Worum geht’s?

Charmant, gutaussehend, beliebt, Tesla: Alphatier Christian (Claes Bang) ist Chefkurator des angesehenen X-Royal Museums für zeitgenössische Kunst in Stockholm. Als nächstes Ausstellungshighlight steht „The Square“ an: ein vor dem Museumsgebäude aufgezeichnetes Quadrat als Ort des Altruismus und der Gleichstellung. Während sich Christian samt Marketingteam den Kopf darüber zermartert, wie man dafür richtig werben soll, tun sich nach Verlust von Geldbörserl und Handy noch ganz andere Probleme auf. Statt Anzeige zu erstatten, feilt er mit einem Arbeitskollegen an einem absurden, alkoholgeschwängerten Plan zur Wiederbeschaffung, der lauthals nach Eskalation schreit.

Wer ist dabei?

Hauptdarsteller Claes Bang scheint die Rolle des im Grunde komplett unsympathischen Chefkurators wie auf den Leib geschrieben: Ohne Douchebag-Look mit Dauerschal ums Genick und roter Hornbrille könnte man sich ihn genauso gut als schwedische Reinkarnation von Brosnans Bond vorstellen. In Nebenrollen kommen die stets brillante Elisabeth Moss (The Handmaid’s Tale) und Dominic West (The Wire) zum Zug. Moss mimt eine amerikanische Journalistin, die durch ihr offensichtlich sexuelles Interesse an Christian etwas unbeholfen daherkommt. West sorgt mit seinem Auftritt in Pyjamahosen als berühmter Künstler Julian für ein paar gute Lacher und bleibt nachhaltig in Erinnerung. Während eines Interviews in Cannes gab West an, dass seine Figur auf einem realen Künstler basiere, Hinweise seien Name und Outfit. Man muss nicht Sherlock Holmes heißen, um auf Julian Schnabel zu kommen.

Was wird geboten?

Ein Quadrat als Happy Place? Das Sozialexperiment gibt es wirklich und wurde von Ruben Östlund selbst 2015 in der Stadt Värnamo ins Leben gerufen. In seinem Film dient das Quadrat als handlungstreibendes Element, das über die gesamte Spieldauer, sichtbar oder nicht, mitschwingt. Absurditäten im bzw. rund ums Museum sowie Abhandlungen ernsterer Themen wechseln einander dabei ab. Diese Grätsche zwischen Komik und Ernst wird mit Fortdauer des Films immer mehr zum Spagat, Östlund verliert jedoch nie die Kontrolle über das Geschehen. Das führt so weit, dass man sich irgendwann selbst nicht mehr sicher ist, ob man lachen oder weinen soll – oder beides gleichzeitig. 2014 erhielt Östlund für Höhere Gewalt in Cannes den Großen Preis der Jury, 2017 gab es für The Square die Goldene Palme. Zu Recht. 

Text:  Volker Müller

Credits

Titel The Square
Originaltitel The Square
Genre Drama/Komödie
Land, Jahr Dänemark/Deutschland/Frankreich/Schweden, 2017
Länge 142 Minuten
Regie Ruben Östlund
Drehbuch Ruben Östlund
Darsteller Claes Bang, Elisabeth Moss, Dominic West, Terry Notary, Christopher Læssø
Verleih Filmladen
Altersempfehlung ab 16

1 Kommentar

Fümkritikn auf Weanarisch

16. November 2017
08:51 Uhr

von LE-FUEM-BLOG

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