Filminfo zu

Alles Geld der Welt

All the Money in the World

Drama, Krimi, Mystery. USA 2017. 132 Minuten.

Regie: Ridley Scott
Mit: Michelle Williams, Mark Wahlberg, Christopher Plummer

Das Leben des entführten Enkerls retten, koste es, was es wolle? Kommt für den eigensinnigen Multimilliardär J.P. Getty (Christopher Plummer) in Ridley Scotts auf realen Ereignissen basierendem Hochspannungs-Biopic überhaupt nicht in die Lösegeldtüte – zum enormen Entsetzen von Schwiegertochter (Michelle Williams) und Weltöffentlichkeit.

Filmstart: 16. Februar 2018

Worum geht’s?

Ein Teenager wurde entführt. Nicht irgendein Teenager: Der 16-jährige John Paul Getty III (Charlie Plummer) ist niemand Geringeres als eines der Enkerl von John Paul Getty (Christopher Plummer, keine Darsteller-Verwandtschaft), dem zu diesem Zeitpunkt – wir schreiben das Jahr 1973 – reichsten Menschen der Welt. Das weiß naturgemäß auch der für das Kidnapping verantwortlich zeichnende italienische Mob, der für die Freilassung des Jungen denn auch wohlfeile 17 Millionen Dollar Lösegeld verlangt. Sollte kein Thema sein für jemanden, der alles Geld der Welt hat? Weit gefehlt: Der alte Getty ist ein Knauserer vor dem Herrn und sieht, sehr zum Missfallen von Pauls Mutter Gail (Michelle Williams), überhaupt nicht ein, warum er auch nur einen müden Cent rausrücken sollte. „Nichts!“ würde er zahlen, donnert er der verdutzten Presse in die Mikrofone – denn da könne ja jeder kommen und demnächst auch noch eines seiner 14 weiteren Enkelkinder entführen. Stattdessen schickt der Sturschädel den Ex-CIA-Agenten Fletcher Chase (Mark Wahlberg) los, der den Jungen auf eigene Faust freibekommen soll.

Wer ist dabei?

Christopher Plummer, in der Rolle des miesepetrigen Milliardärs. Das ist deshalb extra erwähnenswert, weil noch im ersten Trailer zu Ridley Scotts (Blade Runner) auf wahren Ereignissen aufbauendem Streifen Kevin Spacey als die exakt gleiche Figur zu sehen war. Nachdem dieser aber aus den bekannt betrüblichen Gründen mindestens showbizweltweit in Ungnade gefallen war, reagierte der Brite blitzschnell und ließ grade einmal ein paar Wochen vor Kinostart (!) all dessen Szenen mit der 88-jährigen kanadischen Schauspiel-Koryphäe neu drehen. Und so wie Plummer den Film in jedem seiner Auftritte an sich reißt, kann man sich echt überhaupt nicht vorstellen, dass das jemals anders geplant gewesen sein kann als genau so.

Was wird geboten?

Wie man Monster mit Verstörungsmehrwert ins Kino bringt, hat Ridley Scott schon in seinen Alien-Filmen bewiesen. In diesem grandios gespielten, elegant dahinschnurrenden Thriller-Biopic tischt er uns nun zur Abwechslung ein ganz reales Ungeheuer auf, dem allerdings garantiert auch nix Unmenschliches fremd ist. Geiz: gar nicht mal so geil.

Text:  Christoph Prenner

Credits

Titel Alles Geld der Welt
Originaltitel All the Money in the World
Genre Drama/Krimi/Mystery
Land, Jahr USA, 2017
Länge 132 Minuten
Regie Ridley Scott
Drehbuch David Scarpa nach dem Buch von John Pearson
Darsteller Michelle Williams, Mark Wahlberg, Christopher Plummer, Romain Duris, Charlie Plummer, Timothy Hutton
Verleih Constantin Film
Altersempfehlung ab 14

1 Kommentar

TICKEN WIE ONKEL DAGOBERT

Das kommt davon, wenn man hudelt oder sich selbst überschätzt – Ridley Scotts authentisches Krimidrama ist misslungenes Patchwork und beweist, dass auch Profis vor Fehlgriffen nicht gefeit sind. Die ganze Review auf FILMGENUSS unter https://filmgenuss.wordpress.com/2018...

5. März 2018
10:33 Uhr

von filmgenuss

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