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Rosetta

Rosetta

Drama. Belgien, Frankreich 1999. 90 Minuten.

Regie: Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne
Mit: Anne Yernaux, Émilie Dequenne, Fabrizio Rongione

Rosetta zeichnet das Porträt einer Frau, die größer als ihr Leben ist. Dem Festival von Cannes war das eine Goldene Palme wert.

”Arbeit zu haben oder nicht ist der Krieg, den die Leute heute führen. Nicht zu arbeiten, ohne es gewählt zu haben, bedeutet einen Ausschluss aus der Gesellschaft.” Soweit der belgische Filmemacher Jean-Pierre Dardenne, der gemeinsam mit seinem Bruder Luc Dardenne eine Produktionsfirma für Dokumentarfilme betreibt. Ab und zu verwenden die Dardenne-Brüder ihre dokumentarischen Erfahrungen auch, um äußerst erfolgreich in eine cineastische Grauzone überzuwechseln, die zwar im Genrebereich Spielfilm liegt, aber doch so genau und realistisch von den sozialen Verhältnissen im modernen Leben erzählt, dass sie wie ein Dokumentarfilm wirkt.
Rosetta erhielt 1999 in Cannes die Goldene Palme für den besten Film des Festivals. Am Anfang steht ein Bild, das verwirrt. Eine junge Frau läuft völlig aufgelöst durch die Produktionshallen einer Fabrik. Um sie herum wird gearbeitet, sie aber schreit hysterisch, schlägt wild um sich, sperrt sich in einer Toilette ein und muss schließlich von der Polizei gebändigt werden. Erst später wird klar, warum sich Rosetta (auch die vorher nahezu unbekannte Hauptdarstellerin Emilie Dequenne wurde mit einer Goldenen Palme ausgezeichnet) so gebärdet: Eben hat sie ihren Job verloren.
Später werden wir Rosetta dabei beobachten, wie sie ihre alkoholkranke Mutter auf dem Campingplatz der kleinen belgischen Stadt versorgt, wo sie für den Winter untergekommen sind. Wir werden sehen, wie sie sich trotzig und verzweifelt gegen den sozialen Untergang stemmt. Wie sie dem normalen Leben nachläuft wie ein wildes Tier. Wie das Glück mehr und mehr zu einem Formular wird, das das Arbeitsamt einfach nicht rausrücken will. ”Rosetta ist eine Kriegerin, die sich nie geschlagen gibt, die immer von neuem angreift”, sagt Luc Dardenne. ”Sie schlägt sich durch, immer vom Arbeitsplatz, den sie sucht, besessen.” Eine Heldengeschichte aus dem Nulldefizit. Traurig, aber wahrscheinlich wahr.

Credits

Titel Rosetta
Originaltitel Rosetta
Genre Drama
Land, Jahr Belgien/Frankreich, 1999
Länge 90 Minuten
Regie Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne
Drehbuch Luc Dardenne, Jean-Pierre Dardenne
Kamera Alain Marcoen
Schnitt Marie-Hélène Dozo
Produktion Luc Dardenne, Jean-Pierre Dardenne
Darsteller Anne Yernaux, Émilie Dequenne, Fabrizio Rongione, Olivier Gourmet
Verleih Polyfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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