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The Disaster Artist

The Disaster Artist

Biografie, Drama, Komödie. USA 2017. 104 Minuten.

Regie: James Franco
Mit: James Franco, Dave Franco

Ed Wood, schau oba! James Franco verdichtet, vor und hinter der Kamera mit Extraklasse, die tollkühne Entstehungsgeschichte von The Room, dem eventuell besten schlechtesten Film der Welt, zu einem reschen Satire-Schmankerl, das die Schönheit im Scheitern sucht … und findet.

Filmstart: 2. Februar 2018

Worum geht’s?

Sie wären gern Stars. So wie abertausende andere auch in Hollywood. Als sich Greg Sestero (Dave Franco) und Tommy Wiseau (James Franco) in den auslaufenden Neunzigern in einem Schauspielkurs begegnen, erkennen sie den anderen sofort als Gleichgesinnten. Man beschließt, nach L.A. zu ziehen, um dort den gemeinsamen Traum einzufangen. Man schwört, sich beim Durchbruch zu unterstützen – auch wenn die Mission eine mühsame ist. Zumindest im Falle der grotesken Erscheinung, die Wiseau abgibt, mag einen das nicht wundern: trotz eines dicken osteuropäischen Akzents behauptet er, aus New Orleans zu kommen, ist dabei locker 20 Jahre älter als er vorgibt, verfügt jedoch offensichtlich über uneingeschränkte finanzielle Mittel. Selbige kommen schließlich auch zu tragen: Nachdem keiner der beiden Möchtegerns Aufträge an Land ziehen kann, beschließt Wiseau den Weg zum Ruhm einfach selbst zu ebnen. Als Regisseur, Autor, Produzent und Hauptdarsteller in Personalunion macht er sich daran, seinen eigenen Film zu realisieren. So ganz scheint aber keinem der Beteiligten an The Room klar zu sein, worauf er sich da wirklich eingelassen hat – am allerwenigsten dem selbsterklärten Filmemacher selbst …

Was steckt dahinter?

Plan 9 aus dem Weltall? Troll 2? Superman IV? Für den Titel des schlechtesten Films aller Zeiten gibt es genug Bewerber. Tommy Wiseaus 2003 über die Menschheit hereingebrochener The Room gehört definitiv dazu. Anstatt jedoch einfach wieder in der Versenkung zu verschwinden, hat sich das seeehr bizarre Drama, das 6 Mio. Dollar gekostet hat und nach 6 Dollar ausschaut, in den vergangenen 15 Jahren kultische Verehrung erspielt. Diese rührt aber nicht nur vom wunderlichen Werk selbst her, sondern auch von dessen Entstehungsgeschichte und speziell dem geil größenwahnsinnigen Charakter seines Machers. Alles zusammen jedenfalls Satire-Stoff deluxe – und ganz besonders dann, wenn er vom auch nicht wenig eigenwilligen James Franco umgesetzt wird. Natürlich mit sich selbst in der Hauptrolle, ganz in der Manier von Disaster Artist Wiseau himself halt.

Was wird geboten?

Eine augenzwinkernde Aufarbeitung eines der seltsamsten Film-Phänomene der letzten Jahre, zugleich aber auch eine Ode an das Verfolgen von Träumen im Allgemeinen und die Magie des Filmemachens im Speziellen. Die Schmunzelquote wird dabei kontinuierlich hochgeschraubt (auch wegen James Francos passgenauer Imitation), ohne dabei aber Weirdo Wiseau je der Lächerlichkeit preiszugeben. Oh, hi Mark!

Text:  Christoph Prenner

Credits

Titel The Disaster Artist
Originaltitel The Disaster Artist
Genre Biografie/Drama/Komödie
Land, Jahr USA, 2017
Länge 104 Minuten
Regie James Franco
Drehbuch Scott Neustadter, Michael H. Weber basierend auf dem Buch von Greg Sestero und Tom Bissell
Darsteller James Franco, Dave Franco, Ari Graynor, Seth Rogen, Alison Brie, Jacki Weaver, Zac Efron, Sharon Stone
Verleih Warner
Altersempfehlung ab 16

1 Kommentar

Fümkritikn auf Weanarisch : THE ROOM + THE DISASTER ARTIST

26. Januar 2018
09:54 Uhr

von LE-FUEM-BLOG

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