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7 Tage in Entebbe

7 Days in Entebbe

Drama, Krimi, Thriller. GB, USA 2018. 107 Minuten.

Regie: José Padilha
Mit: Rosamund Pike, Daniel Brühl

Terror trifft Tanz. Regisseur Jose Padilha (Narcos) nimmt sich des Geiseldramas von Entebbe an und versucht sich mittels eines gewagten dramaturgischen Kniffs vom Genre abzuheben.

Filmstart: 4. Mai 2018

Worum geht’s?

Die beiden deutschen Linksextremisten Wilfried Böse (Daniel Brühl) und Brigitte Kuhlmann (Rosamunde Pike) entführen gemeinsam mit zwei pa-lästinensischen Terroristen 1976 ein Air France-Passagierflugzeug, das sich auf dem Weg von Tel Aviv gen Paris befindet. Sie lassen es nach Entebbe in Uganda lenken, um von dort mit Israel über die Freilassung inhaftierter Palästinenser zu verhandeln. Die Israelis müssen nun entscheiden, ob sie ihrer verhandlungsresistenten Anti-Terror-Linie treu bleiben und versuchen, die Geiseln mit einem Militärschlag zu befreien, oder auf die Forderungen der Geiselnehmer eingehen.

Wer ist dabei?

Die ebenso außerordentliche wie wahre Geschichte um besagte Flugzeugentführung wurde, wenig verwunderlich, bereits ein ums andere Mal filmisch festgehalten. Filme- und Serienmacher José Padilha (Elite Squad, Narcos) lässt in seiner Version der Story so gut wie alle Beteiligten zu Wort kommen, wobei vor allem Daniel Brühl als überzeugter, aber naiver Entführer „Boni“ hervorragt. Seiner Partnerin in Crime Rosamund Pike (Oscarnominierung für Gone Girl) gelingt mit 70er-Pornobrille vor den Augen ein fast akzentfreies Deutsch, das sie sich phonetisch antrainieren musste, um die Rolle zu bekommen. Da verwundert es ein wenig, dass beinahe sämtliche andere Figuren Englisch sprechen – auch die israelische Regierung unter Yitzhak Rabin (Lior Ashkenazi) samt einem mit hervorstechenden Augenbrauenaufsätzen bestückten Eddie Marsan (Ray Donovan) als damaliger Verteidigungsminister und späterer Ministerpräsident sowie Friedensnobelpreisträger Shimon Peres. Benjamin Netanyahus Bruder Yonathan (Angel Bonanni) und der als „Butcher of Uganda“ in die Geschichte eingegangene Idi Amin (Nonso Anozie) haben ebenfalls mehr oder weniger kurze Auftritte.

Was wird geboten?

RoboCop-Remake-Regisseur Padilha hat sich für seinen Geschichtsunterricht etwas ganz Ausgefuchstes einfallen lassen: Er stellt eine an und für sich wunderbare und intensive Tanzchoreo-grafie der israelischen Batsheva Dance Company immer wieder den Terror- und Militärhandlungen gegenüber und metaphert sich damit schnellschnittig durch das Geiseldrama. Ob dieser Kniff letzten Endes wirklich aufgeht, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden – für Diskussionsstoff ist damit aber allemal gesorgt.

Text:  Volker Müller

Credits

Titel 7 Tage in Entebbe
Originaltitel 7 Days in Entebbe
Genre Drama/Krimi/Thriller
Land, Jahr GB/USA, 2018
Länge 107 Minuten
Regie José Padilha
Darsteller Rosamund Pike, Daniel Brühl, Eddie Marsan, Nonso Anozie, Ben Schnetzer
Verleih Centfox

1 Kommentar

EINGEMISCHT UND AUFGEMISCHT

Routiniertes Terrordrama und spannende Chronik tatsächlicher Ereignisse, die aber erst durch die dramaturgische Verflechtung einer Tanz-Performance aus dem klassischen Rahmen fällt. Die ganze Review auf FILMGENUSS unter https://filmgenuss.wordpress.com/2018...

7. Mai 2018
12:02 Uhr

von filmgenuss

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