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Die Royal Tenenbaums

The Royal Tenenbaums

Komödie. USA 2001. 108 Minuten.

Regie: Wes Anderson
Mit: Ben Stiller, Luke Wilson, Gene Hackman, Anjelica Huston, Gwyneth Paltrow

In Wes Andersons Kultkomödie beweisen Gene Hackman, Anjelica Huston, Bill Murray, Danny Glover, Gwyneth Paltrow, Ben Stiller, Luke und Owen Wilson viel Sinn für feinen Witz und ironischen Humor.

Filmstart: 14. März 2002

 

Mister Royal Tenenbaum und seine Frau Etheline, ihre drei Kinder Chas, Richie und Margot, ihr verlässlicher Hausdiener und ihr verliebter Steuerberater gehören ganz sicher zu den seltsamsten Sonderlingen, die je die amerikanische Filmlandschaft bevölkerten. Regisseur Wes Anderson allerdings auch.
"Ich beschäftigte mich schon lange mit der Idee, die Geschichte einer Familie von Genies zu erzählen, die alle auf ihrem jeweiligen Spezialgebiet außergewöhnliche Begabung zeigen, gleichzeitig aber unfähig sind, ein normales Leben zu führen," sagt der promovierte Philosoph aus Texas, der nach dem Erfolg von Rushmore buchstäblich über Nacht vom MTV-Geheimtipp zum Aushängeschild einer neuen Spaßmacher-Generation aufstieg, die hohes cineastisches Selbstverständnis mit schrägem Humor und satirischem Spürsinn verbindet.
Exzentrik ist die halbe Miete. Der Rest geht in einem großartigen Skript und genialen Schauspielern auf. Die Royal Tenenbaums ist ein komisches Märchen für Erwachsene, eine behutsame schräge Mischung aus Slapstick-Scherz und Familientherapie, die Untergrund-Version einer Boulevard-Komödie, die Fortsetzung der Addams Family mit anderen Mitteln, kurz: ein Meisterwerk.
Gene Hackman ist Royal Tenenbaum, ein Lebenskünstler, hart an der Grenze zum Hochstapler. Als er seine Familie verlässt, beschließt seine Frau Etheline (Anjelica Huston), ihre Kinder zu Genies zu erziehen. Ob sie das aus Rache oder aus Überzeugung tut, bleibt offen. Etheline ist eine gute Lehrerin, der Nachwuchs entwickelt sich wie vorgesehen. Zumindest anfangs. Margot schreibt schon im Mädchenalter Theaterstücke, die am Broadway für volle Häuser sorgen. Chas beweist ein angeborenes Verständnis für die Geheimnisse internationaler Finanzverwicklungen. Und Richie ist als Tennisprofi nicht zu schlagen. Zumindest nicht von seinen Gegnern. Dafür steckt er umso mehr von jenen Schlägen ein, die das Schicksal austeilt, wenn es auf trübe Gedanken kommt. Und im Leben seiner Geschwistern läuft es auch nicht besser. So vergehen zwanzig Jahre.
Die Geschichte kommt ins Rollen, als Royal Tenenbaum seine ständige Suite im hochnoblen Lindbergh Palace Hotel verliert, weil sein Kreditrahmen allmählich ebenso ausgelaugt ist wie die Geduld seiner Gläubiger. Mangels anderer Optionen beschließt er die reumütige Rückkehr in den Schoß der Familie. Blöd nur, dass die ihn nicht wirklich wiederhaben wollen. So sieht sich der gewiefte Scharlatan gezwungen, zu einer letzten großen List zu greifen. Royal Tenenbaum täuscht Magenkrebs im letzten Stadium vor und zwängt sich so als vermeintlich Sterbenskranker zurück ins Zentrum einer Familie, deren problembelastetes Seelenleben jeden Psychotherapeuten dieser Welt ein Leben lang die Praxis füllen könnte.
Wes Anderson führt den ironischen Witz seiner komischen Tragödie auf literarische Vorbilder wie Joseph Mitchell, Lillian Ross oder J. D. Salinger zurück, in Stilfragen ließ er sich vom legendären Ostküsten-Feuilleton-Magazin "New Yorker" beeinflussen.

SKIP-Tipp

Auch Genies haben es schwer im Leben. Aber Exzentrik ist die halbe Miete. Und der Rest kommt schon irgendwie. Wes Andersons ironisches Zeitgeist-Geblödel wirkt wie die gelungene Verfilmung jenes Romans von John Irving, den John Irving schon immer schreiben wollte.

SKIP-Tipp von Peter Krobath

Credits

Titel Die Royal Tenenbaums
Originaltitel The Royal Tenenbaums
Genre Komödie
Land, Jahr USA, 2001
Länge 108 Minuten
Regie Wes Anderson
Drehbuch Owen Wilson, Wes Anderson
Kamera Robert D. Yeoman
Schnitt Dylan Tichenor, Daniel R. Padgett
Musik Mark Mothersbaugh
Produktion Barry Mendel, Scott Rudin, Owen Wilson, Wes Anderson
Darsteller Ben Stiller, Luke Wilson, Gene Hackman, Anjelica Huston, Gwyneth Paltrow, Danny Glover, Bill Murray, Owen Wilson, Seymour Cassel
Verleih Buena Vista International

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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