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Shazam!

Shazam!

Comic-Verfilmung, Fantasy, Komödie. USA 2019. 132 Minuten.

Regie: David F. Sandberg
Mit: Zachary Levi, Ross Butler

Sag das magische Wort! Der neueste Eintrag ins Filmuniversum von DC Comics vermählt Big mit Superman – und zeigt mit einer großen Portion Humor und Herz, was dabei rauskommt, wenn sich ein Teenager plötzlich in einem Erwachsenenkörper mit allerlei fantastischen Superkräften wiederfindet.

Filmstart: 5. April 2019

Worum geht’s?

Seit er als kleiner Junge seine Mutter auf einem Rummelplatz verloren und nie wieder gefunden hat, ist Billy Batson (Asher Angel), mittlerweile 14, von einem besonders starken Freiheitsdrang getrieben. Da kann es dann bei ihm auch schon einmal vorkommen, dass er locker-lässig aus einer seiner Pflegefamilien ausbüxt. Wobei, „einmal“: 23 Mal ist das inzwischen passiert. Auch bei seinen neuen Zieheltern tut er sich zunächst schwer – zumal er in deren Haushalt auch noch eine ganze Menge anderer Kids rumturnen. Nachdem Billy eines Schultages einen seiner Ziehbrüder, den Comic-Nerd Freddy (Jack Dylan Grazer), gegen zwei Bullies verteidigt hat, verschlägt es ihn auf seiner Flucht auf seltsame Weise in eine dunkle Höhle. Dort wird sein Leben durch die schicksalshafte Begegnung mit einem jahrhundertealten Magier (Djimon Hounsou) ein weiteres, besonders einschneidendes Mal auf den Kopf gestellt: Dieser hat Billy nämlich ob seines heldenhaften Helfens dazu auserwählt, sein Vermächtnis anzutreten. Dafür weiht ihn dieser nicht nur in sein kosmisches Wissen ein, sondern verleiht ihm überdies auch mysteriöse, magische Macht: Immer dann, wenn Billy den Magier bei seinem Namen – Shazam! – ruft, verwandelt er sich in sein erwachsenes Alter Ego (Zachary Levi). Diese Transformation geht neben einer stark durchtrainierten, hünenhaften Erscheinung auch mit ganz erheblichen, gottgleichen Superkräften einher, die sich gemäß Shazams Anfangsbuchstaben aus der Weisheit des Salomon, der Stärke des Herkules, dem Stehvermögen des Atlas, der Macht des Zeus, dem Mut des Achilles und der Schnelligkeit des Merkur zusammensetzen. In der Realität äußert sich das etwa darin, dass er nun Blitze kontrollieren kann und dass ihm Kugeln nichts mehr anhaben. So ein Leben voller Spezial-Skills ist aber niemals nur der reine Schabernack, den er mit Freddy den lieben langen Tag treibt: Denn der fiese Dr. Thaddeus Sivana (Mark Strong), dem die legendären Shazam-Kräfte als Kind noch verwehrt worden waren, möchte sich diese nun von Billy holen – wofür ihm wirklich jedes übernatürliche Mittel recht ist.

Was steckt dahinter?

Die Geschichte von Shazam ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Weil sie eng verknüpft ist mit jener von Captain Marvel, bekannt vom SKIP-Cover des letzten Monats. Aber alles der Reihe nach: 1939 landete erstmals ein Superheld namens Captain Marvel in der Comic-Welt – die Ähnlichkeiten mit dem ein Jahr zuvor erstmals in Erscheinung getretenen Superman waren jedoch so augenscheinlich, dass sich dessen Heimat-Verlag National Allied Publications (später: DC) dazu genötigt sah, die Konkurrenz von Fawcett Comics zu verklagen. Es folgten jahrelange Rechtsstreitigkeiten, die Fawcett in den 50er Jahren schließlich zur Einstellung der Comic-Reihe zwangen. Damit hätte für DC alles erledigt sein können – wenn man nicht auf ein Detail vergessen hätte: Man hatte sich nämlich nie die Namensrechte an Captain Marvel gesichert. Im Gegensatz zum findigen Frischlings-Verlag Marvel, der eine neue Reihe mit einer neuen Hauptfigur etabliert hatte, die nicht nur gleichfalls auf den Namen Captain Marvel hörte, sondern diesen durch freches Rechtekrallen auch ganz rechtmäßig trug. Dies hatte zur Folge, dass DC den 1972 mit Verspätung ins eigene Universum übernommenen Ur-Captain nicht mehr unter dem tatsächlichen Namen der Serie vermarkten konnte, sondern auf den Titel Shazam zurückgreifen musste – beruhend auf dem Namen ebenjenes Zauberers, der Billy Batson zum Superhelden Captain Marvel werden lässt, sobald er dessen Namen sagt. Aber auch das war noch nicht der letzte Akt des Namenstheaters: 2011 wurde schlussendlich auch der Held selbst in Shazam unbenannt.

Was wird geboten?

So dürften sie ein für alle Mal vorbei sein, die Zeiten, in denen Filme aus dem Universum von DC Comics in erster Linie für große Ernsthaftigkeit standen (looking at you, Batman & Superman!). Wo Wonder Woman Seele und weibliche Selbstermächtigung einbrachte und Aquaman kunterbunte Knalleffekte, ist Shazam! nunmehr für den großen gut- und übermütigen Familien-Spaß zuständig. In dieser filmgewordenen Wunscherfüllungsfantasie sollte sich jeder wiederfinden, der als Kind gern selbst einmal ein Superheld gewesen wäre – und sich für zwei Stunden auch wieder ganz genauso fühlen.

 

Also sprach …

David F. Sandberg (Regie): „Zachary ist wie ein großes Kind. Als wir ihn gesehen haben, war uns sofort klar, dass er der richtige für die Rolle ist. Er hat einfach diese Energie und Begeisterung.“

Text:  Christoph Prenner

Credits

Titel Shazam!
Originaltitel Shazam!
Genre Comic-Verfilmung/Fantasy/Komödie
Land, Jahr USA, 2019
Länge 132 Minuten
Regie David F. Sandberg
Drehbuch Henry Gayden
Darsteller Zachary Levi, Ross Butler, Mark Strong, Jack Dylan Grazer, Asher Angel, Grace Fulton, Djimon Hounsou, Natalia Safran, Adam Brody
Verleih Warner
Altersempfehlung ab 12

1 Kommentar

SYMPATHIE FÜR DEN BLITZGNEISSER

Coming of Superhero - DC´s Sündenwächter macht auf Learning by Doing und gewinnt zu Recht jede Menge Likes. Wie gut das dem Super- und Batman-Universum inhärente Familienabenteuer geworden ist, erfährt ihr auf FILMGENUSS unter https://filmgenuss.com/2019/04/08/sha...

8. April 2019
08:07 Uhr

von filmgenuss

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