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Roma

Roma

Drama. Mexiko, USA 2018. 135 Minuten.

Regie: Alfonso Cuarón
Mit: Yalitza Aparicio, Marina de Tavira

Schwarzweiß, stürmisch, schwelgerisch: Oscar-Preisträger Alfonso Cuarón taucht mit der ganzen Macht der berauschenden Bilder in seine Kindheit hinab und kehrt mit jenem wuchtig intimen Meister­werk zurück, auf das seine ganze Karriere zusteuern musste.

Filmstart: 6. Dezember 2018

Worum geht’s?

Benannt nach dem Grätzl, in dem Regisseur Alfonso Cuarón seine Kindheit verbrachte, begleitet das stark autobiografisch aufgeladene, in den frühen Seventies angesiedelte Drama das Leben einer Mittelschichtsfamilie in Mexico City über den Zeitraum eines Jahres – aus dem Blickwinkel des treuen und scheuen Dienst-/Kindermädchens Cleo (eine echte Entdeckung: die Newcomerin Yalitza Aparicio). Betont bedächtig, nachgerade unspektakulär lässt sich das alles trotz der präzisen und prächtigen 65mm-Schwarzweiß-Bilder-welten zunächst an: Die Inszenierung folgt Cleo durch einen Alltag zwischen harter Hausarbeit und karger Freizeit, die intime Erzählung fließt organisch und elegant vor dem stets präsenten Hintergrund realer historischer Ereignisse und Einschnitte dahin. Doch letztlich sind es nicht nur abrupte Erdbeben, sondern auch für alle Beteiligten unangemeldete unangenehme Entwicklungen, die für stärkere Erschütterungen im vermeintlichen familiären Idyll sorgen …

Was steckt dahinter?

Fünf Jahre ist es her, dass Cuarón in seinem atemberaubenden All-Abenteuer Gravity Sandra Bullock und Millionen gefesselte Kinogänger rund um den Planeten in die schönsten Schwindel und schärfste Spannung bereithaltende Schwerelosigkeit schickte – um von dieser Mission selbst sieben Oscars, darunter jenem für die beste Regie, reicher zurückzukommen. Ein sowohl in künstlerischer wie auch in kommerzieller Hinsicht gigantischer Triumph, der dem mexikanischen Meisterregisseur wahrscheinlich bei jedem Filmstudio der Welt eine Carte Blanche für das nachfolgende Werk seiner Wahl eingebracht hätte. Cuarón entschied sich dafür, Freifahrtschein und Vertrauensvorschuss für ein lang gehegtes, sein bis dato persönlichstes Projekt einzukassieren – und nach all dem Wahnsinn im Weltraum nicht bloß wieder festen Boden unter den Füßen zu kriegen, sondern gleich ganz zu seinen Wurzeln zurückzukehren.

Was wird geboten?

Das eine Werk, mit dem Cuarón bei aller ausgestellten technischen Raffinesse (diese Plansequenzen immer!) und hohen Filmemacherkunst auf imponierende Weise beweist, dass er auch ganz zurückhaltend zupacken kann. Ein tief in Erinnerung und Empathie getunktes, hochgradig immersives Erlebnis, das einen mit Haut und Haaren in ein Leben, ein Land, eine Welt reinsaugt – um einen danach mit einem Bouquet von Szenen und Eindrücken auszuspucken, die so derart eindringlich sind, dass sie auch noch nach Tagen und Wochen, ja womöglich das ganze Leben lang, frisch und kräftig nachhallen. Ein subtil schönes und schön subtiles Epos, mit einem herausragendem Gespür für Atmosphäre und Ästhetik.

Text:  Christoph Prenner

Credits

Titel Roma
Originaltitel Roma
Genre Drama
Land, Jahr Mexiko/USA, 2018
Länge 135 Minuten
Regie Alfonso Cuarón
Darsteller Yalitza Aparicio, Marina de Tavira, Carlos Peralta, Marco Graf, Daniela Demesa, Nancy Garcia

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