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High Life

High Life

Abenteuer, Drama, Horror. Deutschland, Frankreich, GB, Polen, USA 2018. 110 Minuten.

Regie: Claire Denis
Mit: Robert Pattinson, Juliette Binoche

Space is the place – für allerlei seltsame Sex-Experimente: In ihrem ersten englischsprachigen Film schickt die französische Meisterregisseurin Claire Denis einen gewissen Robert Pattinson auf eine grenzwertige Mission ins Weltall.

Filmstart: 30. Mai 2019

Worum geht’s?

Zum Tode Verurteilte kosten den Staat eigentlich nur Geld und bekommen dann auch noch eine Sonderbehandlung hinter Gittern, oder? Dieser Ansicht ist zumindest die US-Regierung in einer nicht näher definierten Zukunft – weshalb sie eine Gruppe von Inhaftierten ins Weltall schickt, um dort schwarze Löcher als potenzielle Energiequellen zu erforschen. Am Plan steht für Monte (Robert Pattinson), Boyse (Mia Goth), Tcherny (André Benjamin) und die anderen Sträflinge deshalb neben regelmäßigem Sporteinheiten auch Instandhaltungsarbeiten am Raumschiff oder die Pflege eines eigenen Obst- und Gemüsegartens. Die All-Ärztin Dr. Dibs (Juliette Binoche) verfolgt allerdings lieber die Zeugung eines Weltraum-Babys, wofür die Herren der Schöpfung nun nacheinander als Samenspender antanzen dürfen. Die Frauen werden dann gegen ihren Willen von Dibs befruchtet – was stets in Fehlgeburten endet. Monte und Boyse wollen bei den verrückten Experimenten der Ärztin jedoch nicht mitmachen. Doch freier Wille existiert auf dem Raumschiff eben nicht mehr, sodass Dibs zu drastischen Mitteln greifen kann, um ihr Ziel zu erreichen. Am Ende gelingt es ihr tatsächlich: die kleine Willow erblickt das Licht der Space-Welt. Aber wer sind ihre Eltern? Und wie soll das Kleinkind überleben, wenn die restlichen All-Wandler plötzlich der Reihe nach umkommen?

Was wird geboten?

Dass Claire Denis gerne mit Genrekonventionen spielt, hat die Ausnahmekünstlerin etwa schon 2001 mit ihrem Erotik-Horror-Vampirfilm Trouble Every Day bewiesen. Ihrem SciFi-Thriller High Life fehlt nun jede Spur von hässlichen Alien-Figuren. Stattdessen schickt Denis ihre Protagonisten auf einen Pfad der Isolation, auf dem es nicht völlig den Verstand zu verlieren gilt. Existenzielle Fragen danach, was es bedeutet menschlich zu sein, kontrastiert die Regisseurin mit dem Durchmischen aller möglichen Körperflüssigkeiten sowie der vermutlich besten Solo-Sexszene der Filmgeschichte. 

 

Gut zu wissen …

Stuart A. Staples und seine Band Tindersticks sind die Haus- und Hof-Soundtrack-Komponisten für Claire Denis – und sie haben auch hier wieder feinst hypnotisierende Akustikmelodien geschaffen. Besonderer Ohrenschmaus: Robert Pattinson hat den letzten Song Willow selbst eingesungen.

Text:  Sarah Riepl

Credits

Titel High Life
Originaltitel High Life
Genre Abenteuer/Drama/Horror
Land, Jahr Deutschland/Frankreich/GB/Polen/USA, 2018
Länge 110 Minuten
Regie Claire Denis
Darsteller Robert Pattinson, Juliette Binoche
Verleih Polyfilm
Fotos Viennale 2018
Altersempfehlung ab 16

1 Kommentar

Filmkritik vom Schluaf

1. Juni 2019
09:23 Uhr

von LE-FUEM-BLOG

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