Filminfo zu

Beale Street

If Beale Street Could Talk

Drama, Liebesfilm. USA 2018. 119 Minuten.

Regie: Barry Jenkins
Mit: Regina King, Stephan James, KiKi Layne

Liebe hinter Gittern. Als der junge Afroamerikaner Fonny (Stephan James) fälschlicherweise wegen Vergewaltigung weggesperrt wird, versucht seine schwangere Freundin Tish (KiKi Layne) alles, um ihn freizubekommen. Im New York der 70er Jahre ist das ein fast unmögliches Unterfangen.

Filmstart: 8. März 2019

Worum geht’s?

Harlem in den 70ern: Die Kindheitsfreunde Alonzo „Fonny“ Hunt (Stephan James) und Tish Rivers (KiKi Layne) werden ein Paar. Das Leben, das von Rassismus gegen Schwarze geprägt ist, scheint zunächst voller Hoffnung – aber dann wird Fonny fälschlicherweise beschuldigt, eine Puerto-Ricanerin vergewaltigt zu haben und verhaftet. Zur gleichen Zeit muss Trish feststellen, dass sie schwanger ist. Sie verspricht Fonny, ihn rechtzeitig vor der Geburt freizubekommen. Ihre eigene Familie, Mutter Sharon (Oscar-prämiert: Regina King), Vater Joseph (Colman Domingo) und Schwester Ernestine (Teyonah Parris), nimmt die Nachricht positiv auf und verspricht Unterstützung. Aus Fonnys Familie schlägt sich jedoch nur Vater Frank (Michael Beach) auf die Seite der werdenden Mutter. Die Gruppe versucht nun die Unschuld Fonnys zu beweisen. Doch es sind nicht nur finanzielle Hürden, die sich vor dieser Mission auftürmen. Es wird auch bald klar, dass es das System nicht sonderlich interessiert, ob ein einsitzender mittelloser Afroamerikaner wirklich schuldig ist oder nicht.

Was steckt dahinter?

Der Film beruht auf dem gleichnamigen Roman des amerikanischen Autors James Baldwin aus dem Jahr 1974. Baldwin ließ sich dabei von der Geschichte seines Freundes Tony Maynard inspirieren, der ebenfalls eines Mordes angeklagt wurde, den er nicht begangen hatte. Der Name Beale Street kommt auch von keiner Straßenecke in New York, sondern aus New Orleans. In dieser Straße wurde der Jazz geboren. Beale Street ist somit nicht nur ein Symbol für den Jazz, sondern auch für den täglichen Kampf der schwarzen Bevölkerung in Amerika. Regisseur Barry Jenkins, der schon mit dem Oscargewinner Moonlight über die sexuelle Identitätskrise eines jungen schwarzen Mannes viel Geschick bewiesen hat, legt mit der Baldwin-Adaption noch einmal nach.

Was wird geboten?

Beale Street ist eine bewegende Hommage an die Liebe nicht nur zwischen Partnern, sondern auch zwischen Familienmitgliedern. Mit einer verschachtelten Erzählweise und zahlreichen Flashbacks blättert Jenkins Ebene um Ebene zurück, lässt den Zuschauer nach und nach die verschiedenen Bande entdecken, die dieses Gerüst von Familie zusammenhalten. Er greift dabei erneut auf poetische Bilder, warme Farben und zahlreiche Großaufnahmen der Figuren, deren Seelenleben sich in ihren Gesichtern spiegelt, zurück. Der Film wird nie zur um sich schlagenden Anklage, er konzentriert sich ganz auf das Paar in Zentrum. Die Diskriminierung um sie herum ist letztendlich nur der traurige Normalzustand.

 

Text: Susanne Gottlieb

Credits

Titel Beale Street
Originaltitel If Beale Street Could Talk
Genre Drama/Liebesfilm
Land, Jahr USA, 2018
Länge 119 Minuten
Regie Barry Jenkins
Darsteller Regina King, Stephan James, KiKi Layne, Ed Skrein, Dave Franco, Diego Luna
Verleih Filmladen

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