Filminfo zu

Leid und Herrlichkeit

Dolor y Gloria

Drama. Spanien 2019.

Regie: Pedro Almodóvar
Mit: Penélope Cruz, Antonio Banderas

Der Altmeister Pedro Almodóvar kehrt mit seinem wohl persönlichsten Film zurück auf die Kinoleinwände. Mit dabei: Antonio Banderas als exzentrischer Filmemacher Salvador und Penélope Cruz als dessen am Rande des Nervenzusammenbruchs stehende Mutter.

Filmstart: 26. Juli 2019

Worum geht’s?

Salvador Mallo (Antonio Banderas) steckt in einer Lebenskrise. Seine besten Jahre liegen hinter ihm, das Alter klopft langsam, aber sicher an die Tür. Auch die große Karriere als erfolgreicher Filmregisseur ist Teil der Vergangenheit. So blickt er zurück auf ein Leben, das von den unterschiedlichsten Einflüssen und Erfahrungen geprägt ist, die ihn zum Status Quo geführt haben. Etwa wie er als kleiner Junge unter seiner strengen Mutter (Penélope Cruz) aufwuchs und den ersten Kontakt mit Begierde und Verlangen hatte. Oder aber wie Salvador nach 30 Jahren Funkstille den Star seines erfolgreichsten Films aufsuchte und zur Feier des Tages den Drogen Einzug in sein Leben gestattete. Auch eine lang verloren geglaubte (männliche) Liebschaft blüht kurz wieder auf. Es ist ein Lebensweg, der von Rückschlägen, Verlusten, aber auch Triumphen gepflastert ist. Ob und wie Salvador all dies künstlerisch verarbeiten kann, wird an dieser Stelle nicht verraten.

Wer ist dabei?

Pedro Almodóvar (Sprich mit ihr) versucht in der Besetzung seiner Protagonisten gar nicht erst, überraschend zu sein. Vielmehr vertraut er auf altbekannte und bewährte Gesichter. Für Antonio Banderas, der für die Verkörperung von Salvador mit dem Darstellerpreis bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes geehrt wurde, ist es bereits die achte Zusammenarbeit. Und auch Penélope Cruz taucht schon zum sechsten Mal in einem Almodóvar-Film auf. Wie gehabt hat der Regisseur seine Schauspieler zu jeder Sekunde unter Kontrolle. Besonders Banderas brilliert in der stillen und auf wenige Akzente beschränkten Darstellung von Almodóvars Alter Ego.

Was wird geboten?

Wer die Inhaltsangabe des Films gelesen hat und sich ein wenig mit der Biografie Almodóvars auskennt, der wird die Parallelen zu dessen Leben erkannt haben. Leid und Herrlichkeit ist ein Film über den Regisseur, im sprichwörtlichen Sinne. Eine in bunte, an Pop-Art-Künstler erinnernde Bilder getauchte Momentaufnahme. Wer sich auf die kreativen und oft (visuell) ungewohnten Einfälle einlässt, wird mit einem augenzwinkernden Ende belohnt und darf sich Gedanken über das eigene Dasein machen. Das ist nie langweilig, sondern erfrischend ehrlich und mutig. Almodóvar öffnet das Tor zu seinem Inneren. Wir als Zuschauer dürfen einen kurzen, tiefen Blick hineinwerfen, ehe wir weiterziehen. Wenn das Licht im Saal wieder angeht, gehen wir langsamen Schrittes, nachdenklich, und auf eine seltsame Art und Weise glücklich gestimmt hinaus ins Leben. Was will man mehr?

Text:  Christoph Waldboth

Credits

Titel Leid und Herrlichkeit
Originaltitel Dolor y Gloria
Genre Drama
Land, Jahr Spanien, 2019
Regie Pedro Almodóvar
Darsteller Penélope Cruz, Antonio Banderas
Verleih Constantin Film

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