Filminfo zu

The Hole in the Ground

The Hole in the Ground

Horror, Thriller. Irland 2019. 91 Minuten.

Regie: Lee Cronin
Mit: Seána Kerslake, James Quinn Markey

Regisseur Lee Cronin greift die Grundangst aller Eltern auf: Entwickelt sich mein Kind normal oder ist es irgendwie sonderbar? In seinem Debütfilm verhält sich ein achtjähriger Junge schlagartig wie eine andere Person und will auf einmal seine eigene Mutter töten.

Filmstart: 3. Mai 2019

Worum geht’s?

Weil sie ihrer Vergangenheit entkommen möchte, zieht Sarah (Seána Kerslake) mit ihrem achtjährigen Sohn Christopher an den Rand einer irischen Kleinstadt. Aber so richtig kann sich der Junge nicht an die neue Umgebung gewöhnen. Als er nach einem Streit zornig in den anliegenden Wald läuft, eilt ihm die besorgte Mutter gleich hinterher, stößt aber nur auf ein riesiges kraterartiges Loch zwischen den Bäumen, von Chris fehlt jede Spur. Kurz darauf kehrt dieser aber scheinbar unbeschadet zurück, doch irgendwie erscheint der Junge verändert. Nicht nur, dass er Ungeziefer isst, auch im Umgang mit seiner Mutter verhält er sich zunehmend gewalttätig. Auf dem Weg von der Schule in das neue Heim stoßen die beiden auf eine verwirrte alte Dame, von der man sich im Ort erzählt, sie habe den eigenen Sohn ermordet, weil sie ihn nicht mehr erkannte. Panisch läuft die Alte auf das Auto zu und versucht Sarah zu überzeugen, dass der Bub neben ihr nicht mehr ihr Sohn ist. Auch Sarah selbst hinterfragt immer paranoider die Identität ihres Sprösslings.

Was wird geboten?

Ein realitätsnaher Horrortrip für ein anspruchsvolles Publikum. Plötzlich auftauchende Gruselgestalten im Spiegel kann jeder – was den Film von so Regisseur Lee Cronin besonders macht, ist die psychologische Komponente. „Parental Alienation Syndrome“ lautet der Fachbegriff für die Eltern-Kind-Entfremdung, die nach einer Trennung meist im Bezug auf einen der beiden Elternteile auftritt. Hier schaudert man also, weil das Gezeigte mal wirklich passieren könnte und man nicht weiß, ob Sarah jetzt spinnt oder ihr Sohn tatsächlich ausgetauscht wurde. Dass Kinder wirklich durch einschneidende Erlebnisse wie einen Umzug an Schizophrenie erkranken können, ist nichts Neues – und eine Mutter, die den eigenen Sohn ablehnt, gehört sowieso zu den schlimmsten Tabus der Gesellschaft. Cronin kombiniert diese psychosozialen Ängste geschickt mit genretypischen Elementen wie knarrenden Dielen oder über die Wand huschenden Schatten. Packend wird’s aber erst durch die fabelhafte Leistung von Kerslake als umsorgende und aufopfernde Mutter, die sich trotz der von Markey grässlich echt dargestellten Gefühlslosigkeit unaufhörlich um das Wohl ihres Kindes sorgt.

 

Schau weiter...

Regisseur Lee Cronin gibt mit diesem Arthouse-Horrorstreifen sein Langfilmdebüt. Wer sich dafür interessiert, wovor sich der Künstler selber gruselt bzw. wovon er sich inspirieren hat lassen, sollte sich seine Lieblingshorrorfilme The Shining (1997), Der weiße Hai (1975) und Evil Dead (1981) reinziehen.

Text:  Sarah Riepl

Credits

Titel The Hole in the Ground
Originaltitel The Hole in the Ground
Genre Horror/Thriller
Land, Jahr Irland, 2019
Länge 91 Minuten
Regie Lee Cronin
Darsteller Seána Kerslake, James Quinn Markey, Simone Kirby, James Cosmo, Kati Outinen
Verleih Luna Film
Altersempfehlung ab 16

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.