Filminfo zu

Midsommar

Midsommar

Drama, Horror. USA 2019. 140 Minuten.

Regie: Ari Aster
Mit: Florence Pugh, Will Poulter

Nach Horror-Perle Hereditary präsentiert uns Ari Aster neuen Schrecken höchster Güte: Christian und Dani genießen einen sommerlichen Raodtrip durch Schweden – bis die volkstümlichen Bräuche, die dort in einem kleinen Dorf um das Mittsommerfest gepflegt werden, für die beiden zum fürchterlichen Albtraum wird.

Filmstart: 27. September 2019

Worum geht’s?

Um nach einer persönlichen Tragödie auf andere Gedanken zu kommen, beschließt Dani (Florence Pugh, wie in letzter Zeit schon so oft sensationell), sich der Reisegesellschaft ihres Freunds Christian (Jack Reynor) anzuschließen. Obwohl es in ihrer Beziehung heftig kriselt, machen sich die zwei also zusammen mit Christians Kumpels Josh (William Jackson Harper), Mark (Will Poulter) und Pelle (Vilhelm Blomgren) in den abgelegenen schwedischen Heimatort des letztgenannten auf. Dort soll die in jenen Breitengraden besonders bedeutende Sommersonnenwende zelebriert werden. Heuer sollen diesbezüglich ganz spezielle Festivitäten auf dem Spielplan stehen, die nur alle 90 Jahre stattfinden. Natürlich hat außer Pelle keiner der Gäste – zu den Amis hat sich in der Zwischenzeit auch noch ein junges britisches Paar gesellt – wirklich einen Plan, was da auf sie zukommt. Dass es in den insgesamt neun Tagen der Midsommar-Zeremonien mit ausgelassenen Tänzen in weißen Leinenroben allein nicht getan ist, das wird Dani und Co. angesichts der zunehmend eigenartiger werdenden Rituale erst stückchenweise bewusst. Bis es dann fast schon zu spät scheint, um sich die bange Frage zu stellen, welche Rolle denn eigentlich sie in dem Traditionstheater im Land der niemals so wirklich untergehenden Sonne spielen sollen.

Was wird geboten?

Seit seinem Debütfilm Hereditary aus dem letzten Jahr weiß man, dass man sich von Ari Aster leicht verdauliche Schreckens-Happen gar nicht erst zu erwarten braucht. Billige, bald wieder vergessene Schockeffekte haben beim Anfang-Dreißiger Nachrang gegenüber nachhaltig anhaltenden Verstörungstaktiken. Mit seiner Nachfolgearbeit beweist Aster nun, dass er kein One Horror Hit Wonder ist, sich vielmehr auf vielfältig in Mark und Bein gehende Spielarten des Genres versteht. Statt erneut auf ein zappendusteres Setting zu setzen, spielt sich das sich ohne Eile breit machende Grauen nämlich nunmehr komplett unter gleißendem Sonnenlicht ab. Was den Wahnsinn dieser surrealen, mitunter ultrabrutalen, aber auch saukomischen, stilistisch wie inhaltlich hochgradig einfallsreichen Collage aus Folklore-Horror, Düstermärchen und Beziehungsdrama nur umso beklemmender rüberkommen lässt.

Text:  Christoph Prenner

Credits

Titel Midsommar
Originaltitel Midsommar
Genre Drama/Horror
Land, Jahr USA, 2019
Länge 140 Minuten
Regie Ari Aster
Darsteller Florence Pugh, Will Poulter
Verleih Luna Film

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.