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Love After Love

Love After Love

Drama, Liebesfilm. USA 2017. 91 Minuten.

Regie: Russell Harbaugh
Mit: Andie MacDowell, Chris O'Dowd

It’s a sad, sad story: Wie geht eine Familie mit einem plötzlichen Todesfall um? Angeführt von Andie MacDowell irrt ein Schauspielensemble durch den undurchsichtigen Dschungel der Trauer.

Filmstart: 2. August 2019

Worum geht’s?

Suzanne (Andie MacDowell) und ihr Mann Glenn (Gareth Williams) durchleben eine schwere Zeit. Glenn hat Krebs und sieht sein Ende mit jedem Tag näherkommen. Unterstützt wird das alternde Paar von ihren Kindern und deren Partnerinnen und Partnern. Als der Tod schließlich an die Tür klopft, bricht nicht nur für Suzanne eine Welt zusammen. Auch ihre Söhne verstricken sich immer weiter in Affären und Liebeleien, während sie an der Familienfront Trauerbewältigung leisten müssen. Jeder von ihnen will auf andere Weise mit dem Verlust des Ehemanns und Vaters umgehen. Dass dabei Konfliktpotential zwischen den einzelnen Mitgliedern der Familie entsteht, ist klar. Aber wie kann man dem entfliehen, und wie lange kann es dauern, bis die Wogen sich glätten und die alte Harmonie wieder im Kreise der Familie Platz nimmt?

Wer ist dabei?

Love after Love ist das Spielfilmdebüt des US-amerikanischen Regisseurs Russell Harbaugh – und ein schwerer Brocken. Zum Glück hat er treue Darsteller an seiner Seite: Seine „Familie“ trägt den Zuschauer trotz des schwierigen Themas mit Leichtigkeit durch den Film. Andie MacDowell spielt die Mutter mild, dennoch in manchen Momenten herrisch – die emotionale Achterbahnfahrt im Inneren ihrer Figur bringt sie glaubwürdig zur Geltung. Chris O’Dowd, den man etwa aus Bridesmaids kennt, verkörpert als Sohn von Suzanne einen starken Counterpart, der nicht darum verlegen ist, seiner Mutter auch den unwürdigsten Schlamm entgegenzuwerfen.

Was wird geboten?

Das Thema der Geschichte ist so alt wie die Menschheit, und der Umgang mit dem Verlust eines geliebten Menschen hat großes Konfliktpotential. Wie jeder Einzelne damit umgeht, ist von Individuum zu Individuum verschieden. Aber während das Motiv etwa in Lars von Triers Antichrist zu völlig aus dem Ruder laufenden Verstümmelungs-Exzessen führt, wird in Love after Love in erster Linie verbal Trauerarbeit geleistet. Am Mittagstisch, bei der Beerdigung und nicht zuletzt im Bett. Es wird aber nicht nur friedvoll getröstet, sondern auch energisch diskutiert, manchmal gar gestritten. Das tut weh, weil jede der Figuren verstanden werden will und auch wir als Zuschauer stets Teile unseres Selbst in ihnen wiederfinden. Der Film verlässt sich auf seine Figuren und Dialoge. Die tatsächlich erzählte Geschichte tritt dabei in den Hintergrund und überlässt den Schauspielern die Bühne. Eigentlich ein klassischer Film für den grauen November. Dass er den Mut aufbringt, mitten im Sommer in den Kinos anzulaufen, noch dazu mit seiner schweren Thematik, sollte belohnt werden. Für Freunde des anspruchsvollen Charakterdramas ist der Kinobesuch auf jeden Fall empfehlenswert.

Text:  Christoph Waldboth

Credits

Titel Love After Love
Originaltitel Love After Love
Genre Drama/Liebesfilm
Land, Jahr USA, 2017
Länge 91 Minuten
Regie Russell Harbaugh
Darsteller Andie MacDowell, Chris O'Dowd
Verleih Kinostar
Altersempfehlung ab 14

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